Wertschutz im Mittelstand — warum Unternehmen ihre physische Sicherheitsinfrastruktur hinterfragen sollten

Regulatorische Anforderungen als Anhaltspunkt
Der gesetzliche Rahmen gibt bereits einen Teil der Antwort auf die Frage, welche Schutzmaßnahmen geboten sind. Nach § 147 AO und § 257 HGB ist geregelt, dass Buchungsbelege seit dem Vierten Bürokratieentlastungsgesetz acht Jahre zu verwahren sind, Handelsbücher und Jahresabschlüsse zehn Jahre. Die GoBD schreiben zusätzlich vor, dass die Unterlagen unveränderbar und geordnet vorgehalten werden, sodass ein sachverständiger Dritter sie in angemessener Zeit prüfen kann. Für personenbezogene Daten kommt mit Artikel 32 die DSGVO ins Spiel. Hierzu fordert die DSGVO technische und organisatorische Maßnahmen, um unbefugtem Zugriff auf Daten zu entziehen. Wer im betrieblichen Umfeld Waffen lagert, etwa ein Sicherheitsunternehmen, unterliegt in Bezug auf die Lagerräume § 13 der Allgemeinen Waffengesetz-Verordnung und damit klar definierten Schrankstandards.
Die Anforderungen an einen Tresor zeigen, dass es bei dessen Auswahl nicht allein um Beschaffungsfragen geht. Vielmehr ist der Tresor Bestandteil eines Compliance-Konzeptes. Die Fachhändler, wie Der Tresorkönig, unterstützen mit ihrer Expertise Unternehmen bei der Zuordnung der richtigen Sicherheitsstufe zum jeweiligen Schutzbedarf, was auch die spätere Kommunikation zum Versicherer erleichtert.
Widerstandsgrade nach EN 1143-1 und deren Bedeutung für die Versicherung
Die europäische Norm EN 1143-1 dient zur Klassifizierung von Wertschutzschränken in Widerstandsgrade von 0 bis X. Überprüft wird jeweils, wie lange ein Tresor definierten Angriffswerkzeugen standhält. Die Zertifizierung erfolgt durch unabhängige Institute wie VdS oder ECB-S, deren Plakette auf der Türinnenseite über die Einstufung informiert.
Die Versicherungssumme richtet sich direkt nach dem Widerstandsgrad. Als Anhaltspunkte seien im gewerblichen Bereich genannt etwa 10.000 Euro bei Grad 0, etwa 20.000 Euro bei Grad I, und je höher die Stufen desto mehr. Die finale Einstufung erfolgt allerdings durch den Sachversicherer im Einzelfall. Eine zertifizierte Einbruchmeldeanlage kann die versicherbare Summe verdoppeln. Für Bargeld gibt es branchenspezifische Sublimits, die im Einzelhandel und in der Gastronomie regelmäßig unter der allgemeinen limitierten Höhe liegen.
Auswahlkriterien im betrieblichen Umfeld
Neben dem Widerstandsgrad zählen noch weitere Faktoren, die im Alltag des Mittelstandes meist sträflich vernachlässigt werden. Der Brandschutz wird nach EN 1047-1 geprüft, mit den Klassen S 60 P und S 120 P für Papier, sowie S 60 DIS und S 120 DIS für Datenträger. Digitale Sicherungsmedien nehmen schon weit niedrigere Innentemperaturen als Papier in Kauf, weshalb der Schutz von Backup-Bändern oder -Festplatten eine eigene Prüfnorm verlangt.
Ein weiterer versicherungsrelevanter Punkt ist die Verankerung. Tresore unter 1.000 kg sind nach den meisten Versicherungsbedingungen fest mit Boden oder Wand verbunden zu halten. Der Standort sollte in einem gesicherten Bereich sein, möglichst nicht einsehbar von außen und mit klar geregeltem Zugang. Eine Schließberechtigungsmatrix, dokumentierte Schlüsselübergaben und eine Verfahrensanweisung für den Umgang mit dem Schrank sind organisatorische Elemente, die bei einer ISO 27001 Zertifizierung ohnehin gefordert werden.
Wer nun den Bestand überblickt, sollte sich drei Fragen beantworten können. Welche Werte und Unterlagen liegen wo aktuell wo. Welche Versicherungssumme ist im Fall eines Schadens tatsächlich abgesichert. Und entspricht die Zertifizierung des vorhandenen Schranks noch den heute gültigen Anforderungen. Die Antworten hierauf bilden die Grundlage für ein tragfähiges Konzept, das regulatorische Pflichten, Versicherungsschutz und diesbezügliche betriebliche Kontinuität zusammenführt.





