Wegbereiter der dezentralen Energie
Interview mit Boris Lutter, Geschäftsführer der Tuxhorn Blockheizkraftwerke GmbH
Die Erfolgsgeschichte von Tuxhorn beginnt 1996 mit Jörg Tuxhorn, einem Visionär in der Umwelt- und Energietechnik. Von Beginn an stand die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) im Mittelpunkt – also die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme, um Energie effizient zu nutzen. Statt auf Masse setzte der Gründer konsequent auf individuelle Projekte. Seine Vision: Umwelttechnik mit wirtschaftlichem Denken zu verbinden. 2010 trat Boris Lutter in das Unternehmen ein und leitete gemeinsam mit dem Gründer den Wandel vom kleinen Maschinenbauer zum modernen Anbieter dezentraler KWK-Systeme ein. „Wir haben uns bewusst auf die Nische konzentriert, nicht auf Massenfertigung“, so der Geschäftsführer. Entscheidend für den Erfolg seien Projektstärke, Serviceintensität und kontinuierliche Weiterentwicklung gewesen. Bereits früh zeigte sich die Innovationskraft des Unternehmens: Tuxhorn brachte die erste wassergekühlte 50-kW-Anlage auf den Markt und entwickelte mit der Hydro-Switch-Box eine automatische Umschaltung zwischen Hochtemperatur- und Brennwertbetrieb. Damit wurde der Weg bereitet, die entstehende Abwärme noch effizienter zu nutzen – ein Prinzip, das bis heute Grundlage aller Tuxhorn-Systeme ist. Heute beschäftigt Tuxhorn 45 Mitarbeitende, erzielt rund 10 Millionen EUR Jahresumsatz – und hat sich im Markt als als Hersteller hocheffizienter Energie- und Wärmelösungen etabliert.
Innovation durch Wasserstoff, Dual-Fuel und hybride Systeme
Krisen wie Corona oder der Ukrainekrieg haben den Energiemarkt durcheinandergewirbelt – Tuxhorn blieb stabil. „Corona war für uns eine gute Zeit“, erinnert sich Boris Lutter. „Die Kunden hatten Muße, sich mit ihrer Infrastruktur zu beschäftigen, und wir konnten viele Projekte realisieren.“ Der Ukrainekrieg brachte dann neue Herausforderungen, als Erdgas plötzlich als ‘böse’ galt. „Wir haben schnell reagiert und unsere Maschinen allgasfähig gemacht“, betont Boris Lutter. Heute zählt Tuxhorn zu den wenigen Herstellern in Deutschland, die Serien-Wasserstoffanlagen in der Leistungsklasse 30 bis 100 kW anbieten. Diese sind Dual-Fuel-fähig – sie können also sowohl mit Erdgas als auch mit Biogas betrieben werden und bei Bedarf automatisch auf Wasserstoff umschalten. Damit ist das Unternehmen technologisch seiner Zeit voraus. Neben der Entwicklung neuer Systeme spielt auch die Anwendung eine große Rolle: Tuxhorn ist in den Bereichen Sanierung und Nahwärmenetze aktiv, in denen klassische Wärmepumpen oft an ihre Grenzen stoßen. „Wir verkaufen keine Wärmepumpen. Unser Fokus liegt klar auf der Kraft-Wärme-Kopplung“, so Boris Lutter. Die Zukunft sieht er in hybriden Energiesystemen, die Strom, Wärme und Kälte intelligent verbinden.
Beratung, Digitalisierung und starke Partnerschaften
„Der Markt wird wachsen – das sehen wir schon jetzt“, sagt Boris Lutter. „Selbst die Politik erkennt, dass wir ohne Gas nicht auskommen werden.“ Zugleich müsse das Gebäudeenergiegesetz (GEG) angepasst werden, um realistische Rahmenbedingungen zu schaffen. Der aktuelle Aufschwung verlangt jedoch viel Beratungsarbeit: „Heute verkauft man keine Maschinen mehr, sondern Energiekonzepte“, sagt Boris Lutter. Tuxhorn setzt daher auf individuelle Planung und umfassende Beratung, insbesondere für Stadtwerke, Anlagenbauer und Heizungsbaubetriebe, die zur Kernzielgruppe gehören. Auch im Ausland ist das Unternehmen aktiv – etwa in der Schweiz, wo Güllegasanlagen stark gefördert werden, sowie mit Projekten in Spanien und England. Eine Expansion über eigene Niederlassungen ist nicht geplant: „Wir suchen stattdessen Partner, die zu unserer Philosophie passen. Nur so können wir langfristig erfolgreich sein“, so der Geschäftsführer. Parallel treibt das Unternehmen die Digitalisierung konsequent voran. Sämtliche Prozesse laufen digital, von der Planung bis zur Wartung. Mithilfe von künstlicher Intelligenz lassen sich Wartungszyklen heute vorausschauend planen und Einsätze bündeln – ein klarer Wettbewerbsvorteil in punkto Effizienz und Kundenservice.
Mittelständischer Spirit und klare Zukunftsziele
Tuxhorn versteht sich als typisch mittelständisches Familienunternehmen – mit Handschlagmentalität und persönlichem Anspruch. „Wir bedienen unsere Kunden menschlich, auf Augenhöhe. Wir wollen langfristiger Partner vor Ort sein“, fasst Boris Lutter zusammen. Die Mitarbeiter spielen dabei eine Schlüsselrolle. Flache Hierarchien, offene Kommunikation und ein angenehmes Arbeitsumfeld sind zentrale Elemente der Unternehmenskultur. Das Team profitiert von modernen Arbeitsplätzen, einem firmeneigenen Bistro und einem neuen, klimatisierten Produktionsstandort mit Wasserstoff-Teststand, der erst vor wenigen Wochen eröffnet wurde. Für die kommenden Jahre hat Tuxhorn klare Ziele: Wachstum und Marktanteilsgewinn in Deutschland, insbesondere in Nischen wie Kleinbiogasanlagen, und die Verdopplung des Umsatzes, ohne die eigene Identität aufzugeben. „Wir wollen größer werden, aber familiär bleiben. Jeder soll jeden kennen – das ist unser Spirit“, so Boris Lutter. Seine Vision: die eigene Technologie in immer mehr Systeme zu transportieren und mit neuen Konzepten wie Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung die Energiewende aktiv mitzugestalten.„Erfolg hat für mich mehr mit Haltung als mit Technik zu tun. Es erfüllt mich, wenn wir als Team wachsen und Kunden nach Jahren sagen: Mit Tuxhorn haben wir alles richtig gemacht“, so Boris Lutter abschließend.
Tuxhorn Blockheizkraftwerke GmbH
Alter Kasernenring 17
46325 Borken
Deutschland
Tel.: +49 2861 9293440
info(at)tuxhorn-blockheizkraftwerke.de
www.tuxhorn-blockheizkraftwerke.de





