Wachstum durch Fortschritt

Intersolar Europe 2012

Vom 13. bis 15. Juni 2012 in München

60 Prozent Wachstum in Deutschland 2011

Die installierte gemeldete Gesamtleistung in Deutschland lag zum Jahresende 2011 bei etwa 18,7 Gigawatt. Insgesamt waren rund 24,7 GW am Netz, Ende 2009 waren es noch 9,8 GW. Die Solaranlagen in Deutschland produzierten damit mehr als 18 Milliarden Kilowattstunden Strom, so der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar). Das sind 60% mehr als noch im Vorjahr und entspricht in etwa dem Stromverbrauch von Thüringen - einer Strommenge, mit der rechnerisch 5,1 Millionen Haushalte ein Jahr lang versorgt werden können.

Im ersten Vierteljahr 2012 wuchs die Solarstrom-Erzeugung gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mehr als 40% auf insgesamt 3,9 Milliarden Kilowattstunden. Das entspricht dem Stromverbrauch von rund vier Millionen Haushalten. In den letzten drei Jahren wuchs der Solaranteil an der deutschen Stromversorgung damit von einem auf rund 4%.

Solarwärme-Nutzung legt kräftig zu

Auch die Solarwärme-Nutzung legte 2011 nach Verbandsangaben deutlich zu. So wuchs der deutsche Markt für Solarwärmeanlagen um knapp elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Stark gestiegene Energiepreise sowie das gute Winterwetter und die verstärkte Bereitschaft, Geld in Sachwerte anzulegen, nennen Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH) und BSW-Solar als Gründe für das Plus.

Insgesamt 149.000 neue Sonnenheizungen wurden 2011 auf deutschen Dächern installiert. Das entspricht einer Kollektorfläche von 1,27 Millionen Quadratmetern und damit 60% der im Boom-Jahr 2008 errichteten Fläche. Jedoch behinderten stark schwankende Energiepreise und mangelnde Anreize den dringend notwendigen Ausbau der Solarthermie im Wärmemarkt, darin sind sich BDH und BSW-Solar einig.

Der Absatz von Solarwärmekollektoren hat im ersten Quartal 2012 mit einer Steigerung von 7,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich zugelegt. Damit setzt sich ein Wachstumstrend fort, der sich 2011 bereits abzeichnete. Das belegt die Marktstatistik des BDH und BSW-Solar. Demnach wurden von Januar bis März 2012 knapp 219.000 Quadratmeter Kollektorfläche verkauft, im Vorjahreszeitraum waren es noch 204.000 Quadratmeter. Betrachtet man nur den März, betrug der Zuwachs im Vergleich zum Vorjahresmonat allein 18%.

Branche in einer Konsolidierungsphase

Insgesamt befindet sich die Photovoltaik-Branche durch weltweite Überkapazitäten und unstete Förderpolitik derzeit in einer Konsolidierungsphase. Umso wichtiger sind für die Unternehmen Informationen über die neuesten Technologien der Solartechnik, ihre Anwendungsmöglichkeiten und die internationalen Wachstumsmärkte. Die gibt es vom 13. bis zum 15. Juni 2012 auf der weltweit größten Fachmesse der Solarwirtschaft, der Intersolar Europe.

Die Ausstellungsfläche umfasst in diesem Jahr neben dem Freigelände alle 16 Hallen des Münchner Messegeländes. Erstmals ist der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) als einer der Träger an der Intersolar Europe beteiligt. Neu ist auch die Erweiterung der Ausstellungsfläche für die Fertigung von Photovoltaik-Produkten. Der Bereich „PV-Produktionstechnik“ wird auf zwei Messehallen ausgebaut.

Bei der Sonderschau PV Energy World wird über die Stromnetze der Zukunft und die neuesten Speichertechnologien informiert. Auf der Sonderausstellungsfläche PV und E-Moblity ist die Systemtechnik für die Mobilität von morgen zu sehen: Von Elektrofahrzeugen bis hin zu PV-Carports und mobilen Stromspeichern bleibt keine Frage unbeantwortet – und das sind nur zwei von vielen Zukunftsthemen aus den Bereichen Photovoltaik, PV-Produktionstechnik und Solarthermie, über die die 2.000 Aussteller auf 170.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche informieren.

Kostensenkungspotenziale im Fokus

Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen die Kostensenkungspotenziale in der Photovoltaik. Auf dem Weg zur Wettbewerbsfähigkeit von Solarstrom müssen die Kosten entlang der gesamten Wertschöpfungskette weiter reduziert werden. Im Gegenzug winken der Branche große Marktchancen weltweit. Innovative Produktionsmittel und Fertigungsmethoden, die bei geringerem Ressourceneinsatz effizientere Produkte ermöglichen, sind ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Aber auch der Preis und die Qualität der verwendeten Materialien spielen eine zunehmend wichtige Rolle.

Begleitend zur Intersolar Europe findet vom 11. bis zum 14. Juni 2012 die Intersolar Europe Conference statt, die die Themen der Messe aufgreift und vertieft. Insgesamt werden zur Konferenz und ihren Side Events 400 Referenten und rund 2.500 Teilnehmer erwartet. Einer der Themenschwerpunkte ist auch hier die Entwicklung der Solarwirtschaft im Nahen Osten und in Nordafrika: Am 13. Juni widmet sich eine komplette Vortragssession, den Märkten, Technologien und Projekten in der Region.

Konferenz zur Zukunft der internationalen Märkte

Weitere Themen der Konferenz sind die solare Klimatisierung, PV-Kraftwerke, Speichertechnologien, Netzintegration, PV-Produktionstechnik und vieles mehr. Es gibt grundlegende und aktuelle Informationen zu den neuesten Technologien und über die Zukunft der internationalen Märkte. Akteure aus Industrie, Forschung und Politik, die die Entwicklung der weltweiten Solarwirtschaft vorantreiben.

Das Ziel der Intersolar Europe 2012 ist es, angesichts des weltweiten Wandels der Solarwirtschaft, die Wege in neue Märkte zu öffnen, technologische Potentiale aufzuzeigen und die Unternehmen noch stärker zu vernetzen. Vor allem die internationale Photovoltaik-Industrie ist derzeit geprägt durch die Veränderungen politischer und ökonomischer Rahmenbedingungen. Dabei ist das erklärte Ziel der Industrie eine subventionsfreie Photovoltaik, die wettbewerbsfähigen Solarstrom produziert.

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