IT-Dienstleister für besondere Ansprüche

Interview mit Gereon Tillenburg, Geschäftsführer der TWINSOFT GmbH & Co. KG

Die Geburtsstunde der TWINSOFT GmbH & Co. KG fällt ins Jahr 1989, sodass das Unternehmen in 2024 sein 35-jähriges Jubiläum feiern kann. „Gegründet wurde TWINSOFT von Tandem Computers, einem Unternehmen, das auf den Bau hochverfügbarer Großrechner spezialisiert war“, blickt Gereon Tillenburg zurück. „Diese Rechner waren darauf ausgerichtet, reibungslos zu funktionieren, sodass Komponenten im laufenden Betrieb ausgetauscht werden konnten.“

1989 konnten sich nur Großunternehmen so etwas leisten, solche, bei denen Services rund um die Uhr funktionieren mussten, etwa aus der Telekommunikationsbranche oder dem Finanzwesen. „Das ist der Grund, warum wir heute als relativ kleines Unternehmen mit 70 Mitarbeitern etliche Großunternehmen, etwa die Mercedes Benz Group AG, die Deutsche Bahn und die Deutsche Telekom, zu unseren Kunden zählen“, sagt der Geschäftsführer. „In den hochverfügbaren Computersystemen liegen unsere Wurzeln, sie sind bis heute neben Biometrie und IT-Security unsere Kernkompetenz.“

Nach mehreren Besitzerwechseln war TWINSOFT bis 2004 eine Tochter von Hewlett Packard. „Wir hatten bereits damals alle für ein Unternehmen wirtschaftlich notwendigen Abteilungen und Prozesse bei uns im Haus und waren damit autonom“, erinnert sich Gereon Tillenburg. „Wir haben das als Chance gesehen und überlegt, uns von unserem Mutterunternehmen zu lösen. Schließlich haben die vier damaligen Führungskräfte TWINSOFT im Zuge eines Management-Buy-out gekauft.“ Bis heute operiert das Unternehmen ohne Finanzinvestor und Fremdkapital und setzt jährlich knapp 10 Millionen EUR um.

Zukunftsthema IT-Security

Einen Markt mit viel Potenzial sieht Gereon Tillenburg in der IT-Security. „Hier wird sich noch unendlich viel tun“, ist er sicher. „Das liegt zum einen an der fortschreitenden Digitalisierung, zum anderen an den zunehmenden geopolitischen Verwerfungen, aber auch an Themen wie Künstlicher Intelligenz, die ein erhöhtes Manipulationsrisiko mit sich bringen. Das Bedürfnis nach IT-Sicherheit ist deshalb sehr groß. An diesem Markt wollen wir teilhaben, einerseits was zum Beispiel Authentifizierung mittels Biometrie angeht, andererseits durch den Ausbau der IT-Security.“

Menschen sind das Wichtigste

In Zukunft strebt der Geschäftsführer für sein Unternehmen weiteres organisches Wachstum an, „allerdings nur in einer Größenordnung, die uns erlaubt, so zu bleiben wie wir sind.“ Das heißt, dass nicht das reine Zahlenwerk Priorität hat, sondern immer der Mensch: „Wirtschaft wird von Menschen gemacht und dementsprechend sind die Menschen das Wichtigste. Wären wir irgendwann mehr als 100 Mitarbeiter, würden wir unsere Organisation verändern müssen, was unserem Grundgedanken zuwiderlaufen würde.“

Für Gereon Tillenburg bedingen das Menschliche und der Erfolg einander: „Ich möchte, dass jeder seine Kreativität und seine Talente ausspielen kann und ich versuche, die Menschen bei uns im Unternehmen zusammenzubringen, sodass aus den unterschiedlichen Ideen und Ansätzen etwas Tolles entsteht. Wenn das gelingt, motiviert mich das unheimlich.“

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Aktuellste news

Analytica 2026. Digital Transformation im Labor wird zur operativen Realität

Analytica 2026. Digital Transformation im Labor wird zur operativen Realität

Die Analytica 2026, die vom 8. bis 11. April 2026 in Münch stattfindet, gilt als führende internationale Leitmesse für Labortechnik, Analytik und Biotechnologie. Im Fokus steht die digitale Transformation des…

Zwischen KI, Plattformen und Direktvertrieb: Wie sich der Onlinehandel neu sortiert

Zwischen KI, Plattformen und Direktvertrieb: Wie sich der Onlinehandel neu sortiert

Der Onlinehandel ist schon länger kein Selbstläufer mehr und befindet sich derzeit in der Transformation. Über viele Jahre wurde er durch den klassischen Webshop geprägt, doch mittlerweile wandelt er sich…

Wenn Handwerk auf Industrie trifft

Interview mit Paul Haacke, Geschäftsführer der Portawin GmbH

Wenn Handwerk auf Industrie trifft

Handwerk hat goldenen Boden. Ein Sprichwort, das lange gültig war und auch heute, trotz Krise am Bau und vieler bürokratischer Hürden, seine Berechtigung hat. Das sieht auch Paul Haacke so.…

Aktuellste Interviews

Das einfache (und doch nicht triviale) Produktivitätstool

Interview mit PD Dr. Peter Kuhlang, Geschäftsführer der MTM SOLUTIONS GmbH

Das einfache (und doch nicht triviale) Produktivitätstool

Das MTM-Verfahren, das auf der zentralen Größe Leistung, also Arbeit pro Zeiteinheit basiert, findet in der Industrie weite Verbreitung. Seine Umsetzung ist im Detail jedoch nicht trivial. Die MTM SOLUTIONS…

Im Tausendstel zu Hause

Interview mit Tobias Wild, Geschäftsführer der WILD & KÜPFER AG

Im Tausendstel zu Hause

Hochpräzision im Tausendstel-Millimeter-Bereich, Reinräume für Medizintechnik und Pharma, selbstfahrende Transportfahrzeuge in der Produktion: Die Wild & Küpfer AG aus Schmerikon ist kein typischer Kunststoffverarbeiter. Das Schweizer Familienunternehmen hat sich konsequent…

Fertigung wieder regional gedacht

Interview mit Frank Caser, Geschäftsführer der C.F.K. CNC- Fertigungstechnik Kriftel GmbH

Fertigung wieder regional gedacht

Als viele Industrieunternehmen ihre Fertigung in den vergangenen Jahren international verzweigten, blieb die C.F.K. CNC-Fertigungstechnik Kriftel GmbH dem Standort Deutschland treu – und baute zugleich Kompetenzen aus, die heute wieder…

TOP