„Der Kunde will einen Menschen sehen – nicht nur die Cloud“
Interview mit Andreas Hurt, Geschäftsleitung der STEP Computer- und Datentechnik GmbH
Wirtschaftsforum: Herr Hurt, STEP feiert 40-jähriges Bestehen. Wie ist das Unternehmen zu dem geworden, was es heute ist?
Andreas Hurt: Wir sind stark regional verwurzelt, das war von Anfang an so. Die Grenznähe zur Schweiz hat uns geprägt – im Guten wie im Herausfordernden. Einerseits weniger Wettbewerb, andererseits ein enormer Druck beim Thema Fachkräfte. Wir haben uns deshalb bewusst auf unsere Region konzentriert und uns hier Schritt für Schritt zum größten IT-Haus entwickelt. Nicht mit Schnellschüssen, sondern mit Substanz. Heute sind wir 35 Mitarbeitende und erwirtschaften rund 6 Mio. EUR Umsatz. Und wir sind Teil der deutschlandweit tätigen ploon.it group – für uns eher ein Eintritt in eine größere Struktur als ein klassischer Verkauf.
Wirtschaftsforum: Was unterscheidet STEP von anderen IT-Dienstleistern?
Andreas Hurt: Wir verkaufen keine Kartons. Also keine einzelne Software und verschwinden wieder. Unser Ansatz heißt Managed Service. Das bedeutet: Wir betreiben, überwachen und betreuen die IT unserer Kunden aktiv – proaktiv. Wenn eine Festplatte erste Fehler zeigt, wissen wir das, bevor sie ausfällt. Wenn ein Sicherheitsproblem auftaucht, reagieren wir, bevor es kritisch wird. Am Ende kann das in einem All-in-Modell münden: ein fester monatlicher Betrag, und wir übernehmen die komplette IT. Das ist kein Drauflegergeschäft, das muss sauber kalkuliert sein. Aber es ist für beide Seiten planbar – und genau das wollen viele.
Wirtschaftsforum: Wer sind Ihre Kunden?
Andreas Hurt: Branchenunabhängig. Wir betreiben im Kern Microsoft-Infrastrukturen – und die sind überall ähnlich. Vom kleinen Handwerksbetrieb mit einem Arbeitsplatz bis zu Unternehmen mit mehreren Hundert Clients ist alles dabei. Dazu kommt die öffentliche Hand, etwa Schulen, wo wir Standardisierung und Betrieb mitgestalten. Regional sind wir im Dreiländereck unterwegs, mit klarer Perspektive Schweiz. Dort möchten wir mittelfristig auch stärker präsent sein.
Wirtschaftsforum: Warum entscheiden sich Kunden für STEP?
Andreas Hurt: Vielleicht, weil wir genau in der Mitte sind. Nicht der Konzern, bei dem man eine Nummer ist. Aber auch nicht so klein, dass man bei komplexen Projekten an Grenzen stößt. Wir bieten einen festen Ansprechpartner – einen echten Single Point of Contact. Und gleichzeitig genug Teamstärke im Hintergrund. Viele Kunden kommen von größeren Anbietern zurück. Weil sie sagen: „Da war ständig jemand anderes dran.“ Kontinuität ist ein Wert, den man nicht unterschätzen darf.
Wirtschaftsforum: Sie sprechen oft vom Menschen. Ist das in einer so technologischen Branche nicht ungewöhnlich?
Andreas Hurt: Nein, im Gegenteil. Wir sind zu 100 Prozent Dienstleister. Und ein Dienstleister ist nur so gut wie seine Menschen. Der Kunde will einen Ansprechpartner, keinen Chatbot. Gerade nach der ersten Cloud-Euphorie haben viele gemerkt: Technik allein reicht nicht. Das gilt auch für das Thema KI. Natürlich testen wir, nutzen sie in Prozessen. Aber mit Augenmaß. Zwischen Begeisterung und Angst liegt ein schmaler Grat. Den kann keine Maschine moderieren – das müssen wir tun.
Wirtschaftsforum: Der Fachkräftemangel trifft Ihre Branche besonders hart – gerade in Grenznähe.
Andreas Hurt: Ja, das ist Realität. In der Schweiz sind die Gehälter höher, da brauchen wir nichts schönreden. Wer nur aufs Geld schaut, wird gehen. Also setzen wir auf das Gesamtpaket: Kultur, Entwicklung, Wertschätzung. Ich bin selbst seit 28 Jahren hier. Nicht wegen des letzten Euros, sondern wegen der Mischung. Und wir merken: Das zahlt sich aus. Wir werden wahrgenommen, bekommen Initiativbewerbungen, haben starke Nachfrage.
Wirtschaftsforum: Sie haben eine große Verantwortung in der Geschäftsleitung. Was treibt Sie an?
Andreas Hurt: Ich mache das herzensgern. Ich stehe morgens auf und habe Freude an dem, was ich tue. Natürlich spielt wirtschaftlicher Erfolg eine Rolle – wir sind Unternehmer. Aber es geht auch darum, etwas abzuschließen und sagen zu können: Das war gut. Das habe ich mitgestaltet. Langfristig wollen wir führender Managed-Service-Provider im Dreiländereck sein. Mit echter Präsenz in der Schweiz. Und mit der Haltung, die uns ausmacht: Technologie ja – aber persönlich.






