Snack-Revolution aus Berlin: Wie KoRo Frankreich & Italien erobert

Interview mit Natalia Wendt, Public Relations KoRo

Die Gründungsgeschichte von KoRo klingt wie ein glücklicher Zufall. 2014 starteten Robert Schyska und Constantinos Calios mit Waschmitteln und Reinigungsprodukten in Großpackungen – inspiriert von einem Buch des Berliner Ökonomieprofessors Günter Faltin über das Gründen ohne viel Eigenkapital. Der entscheidende Wendepunkt kam 2016, als die Ehefrau von Gründer Constatinos Calios ein eigenes Unternehmen für vegane Lebensmittel gründen wollte. Ihr Mann machte einen pragmatischen Vorschlag: Stell deine Produkte doch einfach in unseren Shop. Was folgte, war eine komplette Neuausrichtung. Nüsse, Trockenfrüchte, Cashews – die Basis veganer Küche, damals noch Mangelware im deutschen Einzelhandel und oft überteuert. Die Waschmittel verschwanden aus dem Sortiment.

„Dieser Umbruch war das Wichtigste für uns“, sagt Natalie Wendt, seit fast fünf Jahren im Unternehmen und heute verantwortlich für die gesamte Unternehmenskommunikation. „Wir sind jetzt ein reines Lebensmittelunternehmen.“

Premium für alle

Die Großpackung ist bis heute das Markenzeichen von KoRo – und der Schlüssel zur Demokratisierung von Premium-Qualität. 
1 kg Cashews statt 200 g, 2 kg Haferflocken statt 500 g: Durch größere Mengen kann das Unternehmen Preisvorteile an die Kunden weitergeben. „Wir wollen uns nicht nur einer bestimmten Zielgruppe öffnen, sondern den Massenmarkt erreichen“, erklärt Natalie Wendt. Die Philosophie dahinter: cleane Zutatenlisten, wenig Zusatzstoffe, reduzierter Zuckergehalt, aber zu einem Preis, den sich idealerweise jeder leisten kann. Die wirtschaftlich angespannten Jahre haben das Konzept auf die Probe gestellt. Ein Pistazienmus aus 100% Pistazien kostet 25 EUR. „Da überlegen sich die Käuferinnen schon zweimal, ob sie sich das gerade leisten können“, gibt Natalie Wendt zu. Die Antwort: Grundnahrungsmittel zu sehr guten Preisen anbieten und gleichzeitig auf das Thema ‘sich etwas gönnen’ setzen. Außerdem wurde das Snack-Portfolio erweitert. Pro-teinriegeln, Energy Balls und Nut Butter Cups für zwei bis vier EUR boomen. „Da gönnt man sich eher mal was“, sagt Natalie Wendt.

Vom Onlineshop in den Supermarkt

2021 wagte KoRo den Schritt in den stationären Handel – eine logische, aber auch riskante Entscheidung. Online funktionieren Großpackungen hervorragend, im Supermarkt braucht es andere Produkte. Also baute KoRo sein Portfolio an Snacks massiv aus, alles rund um den Kern: Nüsse, Trockenfrüchte, Haferflocken. Heute ist das Unternehmen bei allen großen deutschen Einzelhändlern gelistet, manchmal mit mehr, manchmal mit weniger Produkten. Online-Shop und stationärer Handel sind für KoRo mittlerweile gleich wichtig. „Im Einzelhandel haben wir natürlich den Lärm aller anderen Marken um uns herum“, sagt Natalie Wendt. „Aber wir erreichen eine viel breitere Käuferschaft, die auch mal Sachen ausprobiert. Das ist eine ganz andere Exposition als nur in unserem Onlineshop.“ Der Onlineshop bleibt dennoch das ‘Sprachrohr’ der Marke. Hier sammelt KoRo wertvolles Kundenfeedback über Bewertungen. „Wenn wir lesen, dass Produkt XY nicht schmeckt, weil das und das nicht passt, dann gehen wir rein und schauen, wie wir es verbessern können“, erklärt Wendt. Diese Kundenorientierung unterscheidet KoRo von vielen Wettbewerbern in einem zunehmend überfüllten Markt für gesunde Lebensmittel.

Flache Hierarchien und große Pläne

Mehr als 300 Mitarbeiter arbeiten für KoRo, viele im Berliner Büro in Schöneberg. Der Geschäftsführer sitzt nicht in einem Eckbüro, sondern mitten im Großraumbüro, schräg gegenüber von Natalie Wendt. Homeoffice ist selbstverständlich, vier Wochen im Jahr dürfen Mitarbeiter von überall auf der Welt arbeiten. Gleichzeitig hat sich KoRo stark professionalisiert: Strukturen, Prozesse, vierteljährliches Feedback für alle. Und gezielt auch ältere, erfahrene Mitarbeiter. KoRo war früh dran beim Influencer-Marketing. Bereits 2016 schickte das Unternehmen Fitness-Influencern seine Produkte, machte Podcast-Marketing mit Rabattcodes. Auf Instagram zeigt die Marke, was hinter den Kulissen passiert. „Mit Humor und auf Augenhöhe“, wie Natalie Wendt betont. Die nächsten Schritte sind ambitioniert: Frankreich und Italien stehen im Fokus der Expansion. In Frankreich arbeitet KoRo mit Teddy Rainer zusammen, dem Olympioniken, der in Paris das olympische Feuer entzündete. In Italien mit einer Paralympics-Fechterin. Beide sollen helfen, die Marke in die Breite zu tragen. Listungen bei Carrefour und Conad sind bereits erfolgt. Früher war es KoRo's Vision Nummer eins unter den Online-Lebensmittelshops in Europa zu werden. „Das hat sich mittlerweile gewandelt“, räumt Natalie Wendt ein. „Wir wollen Omnichannel sein. Weil wir gesehen haben, dass wir mit offline eine noch viel breitere Zielgruppe erreichen können.“ Für 2026 steht eine lange Innovationsliste an: mehr Ballaststoffe, neue Snacks, Experimente mit Trends. Wer in einem Markt überleben will, in dem ständig neue Anbieter ihr Glück suchen, muss sich bewegen. KoRo tut das seit zehn Jahren – und hat dabei aus Waschmittel-Tabs Premium-Lebensmittel für alle gemacht.

KoRo Handels GmbH
Hauptstraße 26
10827 Berlin
Deutschland
presse(at)korodrogerie.de
www.korodrogerie.de

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