„Niemand ist näher dran am Werkstück als Allmatic!“

Interview mit Herbert Mayr, Geschäftsführer der Allmatic-Jakob Spannsysteme GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Mayr, Allmatic ist mit seinen Produkten immer besonders nah dran an den Werkstücken seiner Kunden – wodurch genau zeichnen sich Ihre Komponenten aus?

Herbert Mayr: Mithilfe unserer Spannvorrichtungen lassen sich sämtliche kubischen und Rundteile auf Fräsmaschinen einspannen, damit die jeweilige Anlage das Werkstück bearbeiten kann. Neben der Entwicklung und Fertigung unserer eigentlichen Produkte macht auch der After-Sales-Bereich einen bedeutenden Teil unseres Tätigkeitsspektrums aus. So garantieren wir eine Servicierung unserer Komponenten bis zu 20 Jahre nach Produktablauf und haben dabei stets das Ziel, jede anfallende Reparatur in-house innerhalb von vier Tagen erfolgreich abzuschließen.

Wirtschaftsforum: Liegt Ihr Fokus dabei vornehmlich auf Serienprodukten oder kundenspezifischen Maßanfertigungen?

Herbert Mayr: Etwa drei Viertel unseres Umsatzes erzielen wir weiterhin im Rahmen der Serienfertigung; die Entwicklung und Umsetzung kundenindividueller Lösungen hat in den letzten Jahren jedoch zunehmend an Bedeutung gewonnen, und gerade im Zuge des verstärkten Wettbewerbsdrucks aus dem asiatischen Markt gehen wir davon aus, dass insbesondere dieser Bereich in den nächsten Jahren weiterhin stark wachsen wird.

Wirtschaftsforum: Wie muss man mit diesem stärkeren Wettbewerbsumfeld umgehen?

Herbert Mayr: Der Druck, den viele Fertigungsbetriebe in Deutschland durch die weltweite Konkurrenz zu spüren bekommen, ist nicht unbedingt schlecht – denn er kann auch ein wichtiger Antrieb für weitere Innovationen sein. Das haben wir doch während der Pandemie oder im Zuge des Kriegs in der Ukraine deutlich gesehen: Wenn der Druck groß genug ist, dann schaffen wir es, innerhalb eines Jahres einen Impfstoff zu entwickeln und herzustellen oder unsere Energieversorgung durchgreifend neu aufzustellen. Aus der Perspektive der Fertigungsindustrie betrachtet, waren viele Unternehmen in den letzten Jahren mit Blick auf den asiatischen Markt vielleicht ein wenig zu arrogant und haben nicht realisiert, dass sie neue Wege gehen müssen.

Wirtschaftsforum: Welche neuen Wege geht Allmatic?

Herbert Mayr: Nahezu alle fertigungsintensiven Betriebe sind vom enormen Facharbeiterinnenmangel betroffen. Das gilt für uns wie für unsere Kunden – wir stehen also alle vor demselben Problem. Unsere Frage lautet nun: Welchen Beitrag kann Allmatic leisten, um an dieser Stelle nachhaltig zu unterstützen? Die Antwort findet sich in der Automatisierung. In diesem Zuge muss es uns gelingen, Spannmittel herzustellen, die weitgehend eigenständig funktionieren, damit bereits heute in den Betrieben unserer Kunden einzelne Schichten reduziert werden können, weil die Anlage samt unseren Komponenten in dieser Zeit autonom arbeitet. In einigen Jahren wird dann möglicherweise gar kein Mitarbeiter mehr beim jeweiligen Wertschöpfungsschritt benötigt.

Wirtschaftsforum: Welche Produkte haben Sie in diesem Zuge entwickelt?

Herbert Mayr: Im Rahmen unserer Sense-Linie können wir unsere mechanischen Schraubstöcke inzwischen elektronisch überwachen. Unser neues Produkt ist damit durch die jeweilige Maschine ansteuerbar, sodass kein Mitarbeiter mehr manuell kurbeln muss. Gleichzeitig ist niemand dem Werkstück näher als unsere Komponenten: Dadurch lassen sich an dieser besonders wichtigen Position auch viele relevante Daten erheben, etwa der auf das Werkstück ausgeübte Druck oder die aufgewendete Kraft sowie etwaige Verschiebungen, die eine Intervention von außen erforderlich machen. Ziel ist es, mithilfe dieser Daten und der Künstlichen Intelligenz selbstoptimierende Prozesse zu schaffen – dazu haben wir inzwischen auch eine Kooperation mit Siemens geschlossen.

Wirtschaftsforum: Inwiefern verschiebt sich in diesem Zuge bei Allmatic auch das im Unternehmen benötigte Know-how?

Herbert Mayr: Wir werden unsere Basis nicht verlieren und weiterhin hochwertige mechanische Produkte herstellen – dafür sind wir schließlich weltweit bekannt. Natürlich war der Weg von der Mechanik zur Datenanalyse weit und ist auch noch nicht abgeschlossen. Doch darin spiegelt sich gleichsam die Entwicklungsreise von vielen unserer Kunden wider. Damit kennen wir ihre individuellen Herausforderungen nun genauso gut wie sie selbst, weil wir uns tagtäglich in unserer eigenen Fertigungsabteilung mit denselben Problemstellungen beschäftigen – eine ideale Grundlage für eine nachhaltige und vertrauensvolle Zusammenarbeit.  

Allmatic-Jakob Spannsysteme GmbH
Jägermühle 10
87647 Unterthingau
Deutschland
+49 8377 9290
+49 8377 929380
info(at)allmatic.de
www.allmatic.de

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