Kabelbäume – flexibel und fehlerfrei

Interview mit Frank Müller, Inhaber der MTG Montagetechnik GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Müller, seit inzwischen über 30 Jahren tritt MTG als Spezialist für die Kabelkonfektionierung und -montage auf – welche Marktsegmente bilden dabei den Schwerpunkt Ihres Tätigkeitsspektrums?

Frank Müller: Als mittelständischer Betrieb mit circa 25 Mitarbeitern produzieren wir hauptsächlich Kabelbäume und -konfektionen für die Automobilindustrie auf Bestellung unserer Kunden, die uns dazu fertige Zeichnungen zukommen lassen. Dort ist dann bereits aufgeführt, welche Stecker welcher Marken sie für ihre jeweilige Anwendung vorgesehen haben und wie die einzelnen Komponenten miteinander verbunden und angeschlossen sein sollen. Unter anderem durch unsere Zertifizierung nach IATF 16949 können wir nachweisen, dass wir uns dabei stets streng an die Vorgaben unserer Kunden halten.

Wirtschaftsforum: Die Marktentwicklung in der Automobilindustrie ist schon seit einiger Zeit rückläufig – was bedeutet das für MTG?

Frank Müller: Im Moment kämpfen wir uns durch, wie viele andere Marktteilnehmer auch: Als eher kleines Unternehmen engagieren wir uns grundsätzlich weniger in der Massenfertigung, sondern eher im Rahmen des Prototypenbaus mit dementsprechend kleineren Stückzahlen. Gleichzeitig sehen wir weiteres Marktpotenzial, um über das reine Automotive-Segment hinaus zu wachsen. Derzeit stehen wir bereits mit einzelnen Motorcaravan-Herstellern in Kontakt, wo wir ein spannendes neues Geschäftsfeld ausgemacht haben. Zudem sind wir schon länger im Baumaschinenbereich tätig und können uns auch eine Zusammenarbeit mit Herstellern von weißer Ware vorstellen – schließlich sind auch in Kühlschränken und Mikrowellen viele Kabelbäume verbaut, die wir liefern könnten.

Wirtschaftsforum: Mit welchen Erfolgsgrundlagen kann MTG in seinen angestammten Geschäftsfeldern wie in neuen Branchen punkten?

Frank Müller: Unser größtes Asset ist wahrscheinlich unsere Fehlerquote von 0%: MTG ist bereits seit über 30 Jahren im Markt aktiv und viele unserer Mitarbeiter in der Produktion sind schon genauso lange mit von der Partie – sie beherrschen ihre Handgriffe nahezu blind. Da wir ein eher kleines Unternehmen sind, können wir zudem besonders flexibel agieren und uns im Zweifel umgehend an veränderte Kundenanforderungen anpassen. Größere Marktteilnehmer, die verstärkt auf automatisierte Produktionsprozesse setzen, könnten das allein wegen der Rüstzeiten nicht leisten. Unsere Handarbeit macht sich damit nicht nur in unserer erstklassigen Qualität, sondern auch in unserer Flexibilität bezahlt.

Wirtschaftsforum: Wo liegen derweil die größten Herausforderungen, vor denen MTG heute steht?

Frank Müller: Unsere gesamte Branche hat weiterhin mit Schwierigkeiten bei der Materialbeschaffung zu kämpfen – teilweise müssen wir ein halbes Jahr oder länger auf Bestellungen warten, was natürlich mit unseren engen Lieferfenstern sowie unserem Anspruch an schnelle Reaktionszeiten und einer flexiblen Betreuung unserer Kunden unvereinbar ist. Dementsprechend verfügen wir über größere Lagerbestände, um auch kurzfristige Verfügbarkeiten zu gewährleisten. Kommt es bei besonders speziellen Materialien doch einmal zu Engpässen, treten wir in einen Dialog mit unseren Kunden ein, um die bestmögliche Alternative zu finden – hier sind dann wieder unsere langjährige Erfahrung und unser gewachsenes Know-how gefragt.

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