INTERFORST 2026: Wie Digitalisierung und neue Technik den Wald der Zukunft prägen

2026 findet die INTERFORST erstmals im Oktober statt. Mit dem neuen Herbsttermin reagiert die Messe München auf Wünsche aus der Branche und will insbesondere internationalen Fachbesuchern die Teilnahme erleichtern. Inhaltlich stehen vier Leitthemen im Mittelpunkt: Gesunder Zukunftswald, Fokus Mensch, Forsttechnik auf neuen Wegen sowie Digitalisierung Forst & Holz.

KI und Sensorik erreichen den Wald

Einer der größten Schwerpunkte ist die Digitalisierung. Unter dem Begriff Wald 4.0 werden immer mehr Prozesse datenbasiert und miteinander vernetzt. Digitale Forstmanagementsysteme, Drohnen, LiDAR-Daten, Sensoren und KI können dabei helfen, Waldflächen genauer zu erfassen und Veränderungen früher zu erkennen. Gerade angesichts von Trockenheit, Schädlingsbefall und anderen Klimafolgen wird das Monitoring wichtiger. Digitale Systeme sollen beispielsweise Kalamitäten früher sichtbar machen oder Informationen für Waldinventur, Holzernte und Logistik besser zusammenführen. Die INTERFORST will dabei vor allem zeigen, welche Anwendungen bereits praxistauglich sind. Am 16. Oktober widmet sich auch das Kongressprogramm unter dem Motto „Forsttechnik in Bewegung" der Digitalisierung. Geplant sind Beiträge zu digitalen Forstmanagementsystemen, Waldinventur, Cloud-Software, KI sowie zur Qualitätssicherung bei Rundholzsortierung und -vermessung.

Forstmaschinen werden intelligenter

Technischer Fortschritt bleibt ein Kern der Messe. Klimaanpassung, Fachkräftemangel und strengere Nachhaltigkeitsanforderungen erhöhen den Druck, Maschinen effizienter und bodenschonender einzusetzen. Mechanisierung und Automatisierung gewinnen deshalb weiter an Bedeutung. Besucher können Forsttechnik nicht nur an Messeständen sehen. Auf den Vorführflächen im Freigelände werden Maschinen, Geräte und Arbeitsverfahren unter praktischen Bedingungen demonstriert. Das Programm reicht von Holzernte und Verarbeitung bis zu unterschiedlichen technischen Arbeitsabläufen. Auch ungewöhnliche Entwicklungen werden gezeigt. Im Rahmen einer Sonderschau werden unter anderem die Auswirkungen kleiner Forstraupen auf den Waldboden untersucht und Exoskelette für die Forstarbeit präsentiert. Das KWF beteiligt sich außerdem mit einem noch nicht am Markt verfügbaren Fälle-Vorrücke-Fahrzeug mit 20 Meter Kranreichweite, das im Forschungsprojekt „Outreach" entwickelt wurde.

Neuer B2B-Bereich für Komponenten und Systeme

2026 feiert SYSTEMS & COMPONENTS Forestry by DLG in Halle B6 Premiere. Gemeinsam mit der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft schafft die INTERFORST damit erstmals einen eigenen Bereich für technische Komponenten und Systeme moderner Forstmaschinen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Motoren, Antriebstechnik, Hydraulik, Fahrzeugelektrik und -elektronik, Ersatz- und Verschleißteile sowie Fahrzeugkabinen. Der Bereich richtet sich insbesondere an Maschinenhersteller, Entwickler, Konstrukteure, Einkäufer und Zulieferer. Damit rückt nicht nur die fertige Forstmaschine in den Blick. Die Komponenten dahinter gewinnen an Gewicht, wenn Maschinen effizienter, digitaler und zunehmend automatisiert arbeiten sollen.

Der Zukunftswald braucht mehr als Technik

Neben Maschinen und Digitalisierung beschäftigt sich die INTERFORST mit der Frage, wie Wälder an veränderte klimatische Bedingungen angepasst werden können. Das Leitthema „Gesunder Zukunftswald" reicht von Aufforstung und Waldumbau bis zu Biodiversität, Holznutzung und Kreislaufwirtschaft. In der Sonderschau „Gemeinsam Wald gestalten" in Halle B6 greifen das Bayerische Staatsministerium und die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft diese Themen auf. Im Freigelände läuft parallel dazu die Schau „Nachhaltige Forstwirtschaft – der Mensch im Zentrum": Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz im Forst stehen dort im Vordergrund. Das macht eine zweite Baustelle der Branche sichtbar: Digitalisierung und Maschinen können Arbeit erleichtern, ersetzen aber nicht die Fachkräfte, die Wälder bewirtschaften und Entscheidungen treffen.

Fachkräfte und neue Ideen im Fokus

Der Mensch bildet deshalb ein eigenes Leitthema der INTERFORST. Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz, Ausbildung und neue Berufsbilder gehören ebenso zum Programm wie die Frage, wie die Branche mit dem Fachkräftemangel umgehen kann. Neu sind 2026 eigene Start-up Areas in Halle B6, wo junge Unternehmen digitale Anwendungen, Technologien und neue Geschäftsmodelle für die Forstwirtschaft zeigen. Der INTERFORST Kongress am 15. und 16. Oktober sowie die Foren vom 16. bis 18. Oktober ergänzen die Ausstellung. Themen: klimastabile Zukunftswälder, KI in der Forstwirtschaft, Generationenwechsel und Ausbildung. Die INTERFORST 2026 läuft vom 15. bis 18. Oktober auf dem Gelände der Messe München, täglich von 9 bis 17 Uhr. Die Messe zeigt damit eine Branche, die mehrere Veränderungen gleichzeitig bewältigen muss. Wälder müssen klimaresilienter werden, Unternehmen benötigen qualifizierte Fachkräfte und Maschinen sollen produktiver und zugleich schonender arbeiten. Digitalisierung kann bei all diesen Aufgaben helfen. Entscheidend wird in München deshalb vor allem sein, welche Technologien den Sprung aus Forschungsprojekten und Pilotanwendungen in den praktischen Forstbetrieb bereits geschafft haben.

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