EXPO REAL 2026: Immobilienbranche erweitert den Blick auf Infrastruktur und neue Wohnkonzepte

Die Messe bildet in sieben Hallen die gesamte Wertschöpfungskette der Immobilienwirtschaft ab: von Projektentwicklung und Finanzierung über Betrieb und Vermarktung bis zu Technologie und Infrastruktur. Schwerpunkte liegen unter anderem auf Wohnen, Logistik, Handel und Hotellerie. Neu hinzu kommt mit InfrastructureNow ein eigener Bereich für Infrastrukturinvestitionen.

Infrastruktur wird zur eigenen Assetklasse

Eine der wichtigsten Neuerungen 2026 ist InfrastructureNow. Die Plattform widmet sich Energie-, digitaler und sozialer Infrastruktur sowie dem Bereich Defense und bringt Investoren, Finanzierer, Projektentwickler, Betreiber, Kommunen und politische Entscheider zusammen. Dahinter steht eine Entwicklung, die Immobilien und Infrastruktur immer stärker miteinander verbindet. Rechenzentren benötigen Energie und geeignete Standorte, Quartiere brauchen leistungsfähige Netze und Mobilitätsangebote, Energiewende und Digitalisierung erfordern erhebliche Investitionen. Infrastruktur entwickelt sich damit zunehmend zu einer eigenständigen Anlageklasse. Auf der EXPO REAL soll es unter anderem um Finanzierungsmodelle, Investmentstrategien, regulatorische Rahmenbedingungen und konkrete Projekte gehen. Für die Messe bedeutet das eine Erweiterung ihres bisherigen Profils: Nicht mehr nur das Gebäude selbst steht im Fokus, sondern auch die Infrastruktur, die seinen Betrieb und seine wirtschaftliche Nutzung ermöglicht.

Wohnen braucht neue Antworten

Ein weiterer Schwerpunkt bleibt die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt. Im Bereich Flexible Housing – Opportunities next door werden Konzepte für kostengünstiges, ressourcenschonendes und flexibles Wohnen präsentiert. Dabei geht es nicht allein um neue Grundrisse. Steigende Baukosten, knappe Flächen und veränderte Lebens- und Arbeitsmodelle erhöhen den Druck, Wohnraum schneller und wirtschaftlicher zu schaffen. Ausstellung und Konferenzprogramm sollen praktische Ansätze mit Diskussionen aus Politik, Wirtschaft und Forschung verbinden.

KI, Digitalisierung und Dekarbonisierung

Wie sich bestehende Immobilien effizienter betreiben und neue Projekte nachhaltiger entwickeln lassen, zeigt erneut Transform & Beyond. Der Bereich konzentriert sich auf Zukunfts- und Transformationsthemen der Branche. Im Mittelpunkt stehen Dekarbonisierung, Smart Buildings, KI und Robotik, Digitalisierung sowie neue Energielösungen für Quartiere. Unternehmen und Start-ups präsentieren dazu Anwendungen und Geschäftsmodelle. Ergänzt wird die Ausstellung durch die Transform & Beyond Stage, die Decarb Arena und die Tech Talk Stage. Gerade beim Gebäudebetrieb wird der wirtschaftliche Nutzen neuer Technologien zunehmend entscheidend. Sensorik und Datenanalyse können Energieverbrauch und Wartung optimieren, KI soll Verwaltungs- und Managementprozesse automatisieren. Entscheidend bleibt jedoch, welche Lösungen sich im Bestand tatsächlich skalieren lassen.

Von Immobilienfinanzierung bis Datenzentren

Auch das Konferenzprogramm greift die veränderte Marktlage auf. Themen reichen von Investitionsstrategien und nachhaltiger Finanzierung über Wohnungsbau und Klimarisiken bis zu Datenzentren, Künstlicher Intelligenz, Geopolitik und dem Immobilienstandort Deutschland. Hotel-, Logistik- und Büroimmobilien erhalten eigene Schwerpunkte. Mit einer neuen Urban Future Stage erweitert die Messe das Programm um eine Plattform für Zukunftsfragen von Städten und Immobilien. Hinzu kommen die Grand Plaza für Handelsimmobilien, die Decarb Arena sowie der CareerDay am dritten Messetag. Die EXPO REAL bleibt vor allem eine Arbeitsmesse. Im vergangenen Jahr kamen 42.000 Teilnehmer aus 70 Ländern und 1.742 Aussteller aus 34 Ländern nach München. 2026 werden erneut rund 40.000 Experten erwartet. Die EXPO REAL 2026 findet vom 5. bis 7. Oktober auf dem Gelände der Messe München statt. Montag und Dienstag ist die Messe von 9 bis 19 Uhr geöffnet, Mittwoch von 9 bis 16 Uhr. Für die Branche dürfte vor allem eine Frage entscheidend sein: Wo fließt Kapital in einem schwierigen Marktumfeld noch hin? Die neuen Schwerpunkte auf Infrastruktur, flexible Wohnkonzepte und technologische Transformation deuten darauf hin, dass die Antwort zunehmend jenseits der klassischen Immobilie gesucht wird.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Aktuellste news

Sicher entscheiden: Das macht gute Betreuung beim Immobilienverkauf aus

Sicher entscheiden: Das macht gute Betreuung beim Immobilienverkauf aus

Vor der finalen Beauftragung eines Maklers vergleichen die meisten Eigentümer zwei Zahlen: den vorgeschlagenen Angebotspreis und die Provision für die Vermittlung. Beide wirken greifbar, vermeintlich leicht gegenüberzustellen. Doch über den…

Wachstum vor den Toren der Metropolen: Warum das Umland für Unternehmen wichtiger wird

Wachstum vor den Toren der Metropolen: Warum das Umland für Unternehmen wichtiger wird

Rund die Hälfte der Einwohner Deutschlands wohnt in einer Großstadt. Dennoch zeigen sich dort, vor allem in den letzten zehn Jahren, erhebliche Veränderungen. So verloren Großstädte jüngst mehr als 130.000…

Unsichtbare Verluste: Warum fehlende Bestandstransparenz Mittelständler jährlich fünfstellige Summen kostet

Unsichtbare Verluste: Warum fehlende Bestandstransparenz Mittelständler jährlich fünfstellige Summen kostet

In vielen mittelständischen Unternehmen entstehen Jahr für Jahr erhebliche Verluste, die in keiner Gewinn- und Verlustrechnung als eigener Posten auftauchen. Sie verstecken sich zwischen den Zeilen: in doppelt gekauften Geräten,…

Aktuellste Interviews

„China-Speed“ beim Laserschweißen

Interview mit Richard Steinbrecht, Geschäftsführer der iQLASE GmbH

„China-Speed“ beim Laserschweißen

Aus Lessmüller und Blackbird, zwei etablierten Laserschweißunternehmen, wurde kürzlich iQLASE: eine Fusion, von der sich Geschäftsführer Richard Steinbrecht nicht nur eine stärkere Marktposition durch klare Synergieeffekte, sondern auch zusätzliche Innovationskraft…

„Viele Organisationen wissen gar nicht, wie sie im Detail arbeiten!“

Interview mit Dr. Andreas Löhr, Geschäftsführer der Linova Software GmbH

„Viele Organisationen wissen gar nicht, wie sie im Detail arbeiten!“

Digitalisierungsprojekte liegen auf der Straße, nicht nur in der Industrie, sondern auch in stark regulierten Branchen wie der Pharmaindustrie sowie der Luft- und Raumfahrttechnik. Die Linova Software GmbH…

Vom Werbemittelhändler zur ­Corporate-Fashion-Plattform

Interview mit Christof Kunze, Geschäftsführer der Gustav Daiber GmbH

Vom Werbemittelhändler zur ­Corporate-Fashion-Plattform

Mit kaum einem anderen Produkt können Mitarbeiter ihre Identifizierung mit ihrem Unternehmen so sichtbar und nachhaltig zeigen wie mit gebrandeten Workwear- und Corporate-Fashion-Outfits: Hierfür hält die Gustav Daiber GmbH seit…

TOP