gamescom 2026: Verantwortung wird zur Eintrittskarte

Vom 24. bis 30. August baut die Kölner Leitmesse ihre Initiativen gamescom cares und gamescom goes green sichtbar aus. Der entscheidende Hebel liegt nicht in der einzelnen Geste, sondern in der Richtung: Was bislang freiwillig war, rückt näher an die Teilnahmebedingung heran.
Barrierefreiheit wird zur Pflicht
Ab 2026 erhalten Ausstellende erweiterte Accessibility Guidelines – und die bestehende Selbstverpflichtung wächst: Neben dem stufenfreien Zugang zur Standfläche werden künftig verpflichtende Hinweise auf die Barrierefreiheit der Angebote am Stand fällig. Übersetzt heißt das: Wer ausstellt, muss liefern. Entwickelt wurden die Leitfäden unter anderem mit dem Netzwerk Barrierefreies Gaming.
Awareness mit mehr Personal
Ein zusätzlicher Awareness-Schalter im Norden des Geländes, ein vergrößertes Team, bestehende Ruheräume und Safer Spaces – die gamescom reagiert auf eine Community, die Wohlbefinden nicht mehr als Bonus, sondern als Standard erwartet.
Nachhaltigkeit, die rechnet
Statt Hochglanz liefert die Messe Zahlen. Erstmals spenden Ausstellende überschüssiges Standcatering an die Kölner Tafel. Mit Trash Galore – inzwischen im dritten Jahr – wurden zuletzt 2.260 Kilogramm Material vor der Entsorgung bewahrt, eine Ersparnis von rund 5.000 Kilogramm CO₂. Über 12.500 Green Tickets (plus 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr) ließen den gamescom forest auf rund 33.500 Quadratmeter wachsen.
Demokratie als Programmpunkt
Den deutlichsten Akzent setzt gamescom GDQ: Das Speedrunning-Event Games Done Quick kommt vom 28. bis 30. August erstmals nach Europa – und sammelt Spenden für „Gaming for Democracy", eine Initiative der Stiftung Digitale Spielekultur mit der Bertelsmann Stiftung. Dass eine Wirtschaftsmesse Demokratieförderung auf die Bühne holt, ist in diesem Jahr ein Statement.
Die eigentliche Botschaft
Unterm Strich nutzt die gamescom ihre Größe, um Standards zu setzen, die Aussteller mittragen müssen. Verantwortung verschiebt sich vom Marketingargument zur Marktbedingung. Wer das als Pflichtübung abtut, unterschätzt, wie schnell aus Selbstverpflichtung eine Erwartung wird, an der man gemessen wird.





