Eine Manufaktur für Top-Entscheider

Interview mit Thorsten Amend-Schnaar, Geschäftsführer der Höchsmann & Company GmbH & Co. KG – Executive Search · Management Advisors

Von Beginn an lag der Fokus auf Executive Search, also der Besetzung von Top-Führungspositionen auf erster und zweiter Ebene. Das Kundenportfolio reicht von großen deutschen Familienunternehmen über Industriebetriebe bis hin zu mittelständischen Gesellschaften. Der Schwerpunkt liegt auf Unternehmen mit Hauptsitz in Deutschland, begleitet von einem starken internationalen Netzwerk. Skandinavische, britische oder US-amerikanische Firmen zählen ebenso zu den Mandanten, insbesondere wenn es um die Besetzung von Schlüsselpositionen in deutschen Niederlassungen geht.

„Hausarzt“ statt Massenanbieter

Was Höchsmann & Company vom Wettbewerb unterscheidet, beschreibt Thorsten Amend-Schnaar mit einem treffenden Bild: „Wir sind eher der Hausarzt als der Massenanbieter.“ Wie in einer guten Praxis geht es nicht um standardisierte Rezepte, sondern um sorgfältige Diagnostik und individuelle Begleitung. Bevor eine Position besetzt wird, analysiert Höchsmann & Company die eigentliche Fragestellung hinter der Vakanz – Strukturen, Erwartungen, Dynamiken. Nicht die schnelle Vermittlung steht im Mittelpunkt, sondern funktionierende Führung.

Deshalb endet die Zusammenarbeit nicht mit der Vertragsunterschrift: Das Team bleibt auch nach der Besetzung an der Seite von Gesellschaftern und Führungskräften, begleitet Onboarding und Integration und steht als langfristiger Sparringspartner für unternehmerisch sensible Entscheidungen zur Verfügung. Das Unternehmen arbeitet mit Beratern, die als selbstständige Partner unter einem Dach agieren. Hinzu kommt ein festangestelltes Backoffice-Team für Administration, Projektabwicklung und Research. Mehrsprachigkeit ist ein klarer Vorteil: Englisch, Spanisch, Polnisch und Ungarisch werden im eigenen Team abgedeckt. Zudem existiert ein starkes Netzwerk in Osteuropa – ein entscheidender Faktor, da viele mittelständische Produktionsunternehmen Teile ihrer Fertigung dorthin verlagern. „Wenn ein Kunde beispielsweise einen Standort in der Slowakei aufbaut, sind wir im Boot und unterstützen bei der Besetzung der Führungsposition“, so der Unternehmer.

Culture Fit und Fingerspitzengefühl

Gerade im Mittelstand, insbesondere in Familienunternehmen, ist die Besetzung von Spitzenpositionen häufig emotional aufgeladen. Mehrere Generationen, Beiräte und Gesellschafter müssen eingebunden werden. „Der Begriff ‘Culture Fit’ klingt zwar etwas abgedroschen, aber die kulturelle Passung ist entscheidend“, erklärt der Personalberater. Oft gehe es darum, unterschiedliche Idealvorstellungen sichtbar zu machen und eine gemeinsame Schnittmenge zu finden.

Hier spielt emotionale Intelligenz eine zentrale Rolle. Vor seinem Wechsel in die Personalberatung absolvierte der heutige Geschäftsführer eine Coaching-Ausbildung. „Man muss wissen, wann man kritische Fragen in der Runde stellt – und wann besser unter vier Augen.“ Ziel sei es, Spannungen zu erkennen, ohne jemanden vorzuführen, und auch unausgesprochene Erwartungen offenzulegen.

Unternehmer mit zwei Hüten

Seit 2021 ist Thorsten Amend-Schnaar Gesellschafter bei Höchsmann & Company, Ende 2022 übernahm er 100% der Anteile. Er sieht sich in einer Doppelrolle: operativ im Mandat und strategisch als Unternehmer. Gleichzeitig treibt er Themen wie Digitalisierung und Künstliche Intelligenz voran.

KI versteht er nicht als Ersatz für persönliche Beziehungen, sondern als Assistenz. „Sie sprechen mit mir persönlich und nicht mit meinem Avatar“, betont er. KI unterstütze bei Recherche, Analyse und internen Prozessen sowie als Sparringspartner bei Marketingthemen. Das Kerngeschäft – der Aufbau von Vertrauen – bleibe jedoch zutiefst menschlich.

Blick nach vorn – Internationalisierung

In den kommenden drei bis fünf Jahren möchte der geschäftsführende Gesellschafter zwei bis drei jüngere Beraterinnen oder Berater gewinnen und das Unternehmen weiter verjüngen. Ziel ist es, die Weichen für die nächsten zehn bis 15 Jahre zu stellen. Internationale Vernetzung spielt dabei eine wichtige Rolle: Als Mitglied im AESC EMEA Council und im BDU sucht er aktiv den Austausch mit Branchenkollegen und anderen Beratungsdisziplinen.

Sein persönlicher Antrieb geht jedoch über Geschäftszahlen hinaus. „Ich habe das Privileg, mich jeden Tag mit spannenden Menschen auszutauschen – und lerne ständig dazu.“ Gleichzeitig plädiert er für eine positive Haltung im Alltag: „Jeder kann in seinem Umfeld etwas tun, um die Stimmung zu verbessern. Es kostet nichts, jemanden an der Kasse mit Namen anzusprechen – aber es bewirkt etwas.“

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