Bauen in Bestform

Interview mit Matthias Schimmer, Geschäftsführer und Maximilian Schimmer, Kfm. Leiter der Franz Schimmer GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Schimmer, die Franz Schimmer GmbH ist ein seit der Gründung 1948 stetig gewachsenes Familienunternehmen. Was kennzeichnete die vergangenen Jahre und wie sieht aktuell der Markt aus?

Matthias Schimmer: Schimmer ist ein modernes, unabhängiges Bauunternehmen, das in den letzten Jahren immer eine gute Auftragslage hatte; der Blick auf das vor uns liegende Jahr 2023 ist noch schwierig. Löhne und Gehälter, steigende Energie- und Baukosten sowie Zinzsteigerungen sind Themen, die die gesamte Branche beschäftigen. In den letzten Jahren waren unsere Auftragbücher für fünf, sechs Monate im Voraus voll. Das ist heute anders. Die Situation wird sich aller Voraussicht nach weiter verschärfen. Das spiegelt sich auch in unserem Betonwerk in Ingolstadt-Irgertsheim wider. Wird weniger gebaut, lässt die Nachfrage nach Beton nach. Wir spüren in allen Bereichen einen deutlichen Rückgang. Ausgenommen davon ist die Fliesensparte.

Wirtschaftsforum: Wie sieht die heutige Struktur und das Portfolio aus?

Matthias Schimmer: Unser Hauptstandort mit Bauunternehmen, Baustoff- und Fliesenhandel ist Buxheim. In Irgertsheim gibt es seit 1959 ein Kieswerk, in Neuburg-Zell ein Kies- und Splittwerk.Ein weiteres Werk befindet sich in Pöbenhausen in der Gemeinde Aiglsbach. Hier wird der Kies als Trockenabbau gewonnen. Zusammenfassend realisieren wir Rohbauten mit einem Volumen von bis zu zwei Millionen EUR unterschiedlichster Bauprojekte. Kernbereiche unserer Firma sind neben dem Hochbau die Gewinnung von Kies durch Trocken- und Nassabbau. Rund 20% des Umsatzes macht das Betongeschäft aus. Verantwortlich dafür sind unsere insgesamt 160 Mitarbeiter. Der Umsatz lag in den vergangenen 10 bis 15 Jahren konstant zwischen 20 und 23 Millionen EUR.

Wirtschaftsforum: Wer sind die Zielgruppen dieser Arbeiten und wie erreichen Sie diese?

Maximilian Schimmer: Wir arbeiten in erster Linie für Privatkunden und Bauträger. Dass sie zu uns kommen, hat auch mit unserem guten Ruf zu tun. Mund-zu-Mund-Propaganda ist unser wichtigstes Marketinginstrument. Wir leben von den guten Beziehungen zu Bauherren aus der Vergangenheit. Was auch künftig so bleiben soll. Statt große Kampagnen zu planen, legen wir besonderen Wert auf Qualität. Von Vorteil sind zudem gute Kontakte zu Kommunen, Architekten, Statikern und Verbänden. Wir sind auf Messen und in Berufsschulen unterwegs, nutzen Social Media Kanäle wie Instagram und Facebook und schalten für den Fliesenhandel klassische Radiospots und Videos.

Wirtschaftsforum: Die angesprochene Reputation gerade in der Region sorgt für volle Auftragsbücher. Worauf basiert dieser Ruf genau? Was ist der Schlüssel zum Erfolg?

Maximilian Schimmer: Das Fundament der Firma sind ohne Zweifel die Mitarbeiter. Sie sind für das Fachwissen und die Qualität im Büro und auf der Baustelle verantwortlich. Jeder hier hat einen bestimmten Verantwortungsbereich. Gleichzeitig findet ein reger Austausch statt. Es gibt flache Hierarchien und dank kurzer Entscheidungswege sind wir sehr schnell handlungsfähig. Über allem steht der Anspruch, Auftraggeber durch gute Arbeit zufriedenzustellen.

Wirtschaftsforum: Die Firma ist ein klassisches Familienunternehmen. Wie sieht die Aufgabenverteilung aus und wie lässt sich die Kultur umschreiben?

Matthias Schimmer: Ich bin seit 1996 im Unternehmen tätig, seit 2009 Geschäftsführer und heute für die Gesamtleitung verantwortlich. Meine Mutter verantwortet als Geschäftsführerin seit jeher den Fliesenhandel. Mein Bruder Maximilian hat die kaufmännische Leitung inne und mein Bruder Franz konzentriert sich auf den schlüsselfertigen Bau. In der Firma kennt jeder jeden, es herrscht eine sehr persönliche Atmosphäre. Wir haben viele langjährige Mitarbeiter, die zum Teil noch den Gründer kannten. Die Verbundenheit mit der Firma ist groß. Als Geschäftsführer ist es mir wichtig, immer ein offenes Ohr für jeden zu haben und jedem einzelnen Mitarbeiter ehrliche Wertschätzung entgegenzubringen.

Wirtschaftsforum: Gibt es eine Vision für morgen?

Matthias Schimmer: Angesichts der momentanen Wirtschaftssituation und des Fachkräftemangels sind konkrete Prognosen schwer. Wenn wir in fünf Jahren noch immer mit rund 160 zufriedenen Mitarbeitern für Qualität stehen, wäre das für unseren Familienbetrieb ein großer Erfolg.

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