„Die Anforderungen steigen – und wir wachsen mit“

Interview mit Thorben Braun, Geschäftsführer der DTF Ingenieure GmbH & Co KG

Wirtschaftsforum: Herr Braun, wie sind Sie zur DTF Ingenieure GmbH & Co KG gekommen?

Thorben Braun: Ich bin ursprünglich Gas- und Wasserinstallateur und habe dann über den zweiten Bildungsweg den Diplom-Ingenieur für Versorgungstechnik gemacht. 2015 bin ich bei DTF als Projektleiter eingestiegen. Später wurde ich Prokurist, dann Geschäftsführer und habe schließlich auch Anteile übernommen. Heute bin ich Teil der Nachfolgeregelung – das war ein Prozess, der sich organisch entwickelt hat.

Wirtschaftsforum: Was zeichnet Ihr Unternehmen aus?

Thorben Braun: Wir planen die komplette technische Gebäudeausrüstung – also Heizung, Lüftung, Sanitär und bei Schwimmbädern auch die Wassertechnik. Das ist für Außenstehende oft unsichtbar, aber ohne diese Systeme funktioniert kein Gebäude. Gerade bei größeren Projekten ist das hochkomplex und muss exakt geplant werden.

Wirtschaftsforum: Ihr Schwerpunkt liegt im öffentlichen Bereich?

Thorben Braun: Ja, vor allem bei Schulen und Schwimmbädern. Das sind unsere Kernthemen. Wir arbeiten zwar auch für private und nicht öffentliche Auftraggeber, aber unsere großen Projekte kommen aus der öffentlichen Hand. Und da sehen wir einen enormen Bedarf.

Wirtschaftsforum: Worin liegen Ihre Stärken im Wettbewerb?

Thorben Braun: Erfahrung – ganz klar. Gerade bei Spezialgebäuden wie Schwimmbädern müssen Sie nachweisen, dass Sie solche Projekte schon erfolgreich umgesetzt haben. Dazu kommt unsere enge Zusammenarbeit mit Partnern wie Architekten und Betreibern. Wir wissen nicht nur, wie man baut, sondern auch, wie Gebäude später funktionieren müssen.

Wirtschaftsforum: Wie hat sich Ihr Markt in den letzten Jahren verändert?

Thorben Braun: Corona hat uns tatsächlich einen Schub gegeben. Plötzlich war die Frage nach Lüftungsanlagen in Schulen keine Diskussion mehr – sie wurden Standard. Gleichzeitig haben Energiekrise und Klimaziele dazu geführt, dass heute fast ausschließlich auf erneuerbare Energien gesetzt wird. Das macht die Anlagen komplexer und teurer, aber langfristig sinnvoll.

Wirtschaftsforum: Wie groß ist der Sanierungsbedarf?

Thorben Braun: Enorm. Viele Gebäude stammen aus den 1960er-Jahren und wurden kaum modernisiert. Jetzt stehen die Kommunen unter Druck, alles gleichzeitig zu erneuern. In vielen Fällen lohnt sich Erhalt nicht mehr – dann bleibt nur: komplett raus und neu rein.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit für Sie?

Thorben Braun: Eine große, aber sie geht über Energie hinaus. Es geht auch um Materialien, Lebensdauer und Betriebskosten. Gerade bei Schwimmbädern ist nicht die Investition entscheidend, sondern der spätere Betrieb. Da lohnt es sich, heute mehr zu investieren.

Wirtschaftsforum: Und die Digitalisierung?

Thorben Braun: Wir arbeiten seit Jahren mit 3D-Planung und sind beim Thema BIM gut aufgestellt. Das ist die Zukunft, weil alle Informationen im Modell zusammenlaufen. Künstliche Intelligenz beobachten wir intensiv – konkrete Anwendungen für uns im speziellen haben wir noch nicht gefunden, aber das wird kommen.

Wirtschaftsforum: Wie blicken Sie in die Zukunft?

Thorben Braun: Der Bedarf bleibt hoch. Schulen, Schwimmbäder – das sind Grundstrukturen, die jede Kommune braucht. Natürlich verändern sich Marktbedingungen, aber die Arbeit geht uns nicht aus. Allerdings muss man bei dieser Branche bzw. Tätigkeit nicht nur als Unternehmer positiv in die Zukunft schauen.

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