Die grüne Rendite: Warum der Umstieg auf nachhaltige Agrarrohstoffe das Geschäftsmodell sichert

Nachhaltigkeit hat viele Facetten
Es gibt in der Praxis nicht "die eine Nachhaltigkeit". Stattdessen existieren mehrere, teilweise auch voneinander unabhängige Nachhaltigkeitsaspekte, die von Unternehmen ganzheitlich zu berücksichtigen sind. Das gilt für die Lebensmittel- und Textilbranche genauso wie für Kosmetika, die Verpackungsindustrie oder Konsumgüter im Allgemeinen. Im Fokus stehen dahingehend:
- die Herkunft der bezogenen Rohstoffe
- unter welchen sozialen Bedingungen die Rohstoffe gewonnen und weiterverarbeitet werden
- welche Umweltbelastungen bei der Gewinnung und Verarbeitung der Rohstoffe auftreten (oder vermieden werden)
- wie transparent sich der Weg der Rohstoffe bis hin zur Endverarbeitung nachvollziehen lässt
Außerdem spielt natürlich, vor allem beispielsweise im Hinblick auf Lebensmittel, die Wirtschaftlichkeit eine Schlüsselrolle. In diesem Punkt schwelt bereits seit Jahren ein Konflikt zwischen Verbrauchern, die viele Lebensmittel als zu teuer empfinden, und den Landwirten, die wiederum auf höhere Abnahmepreise pochen.
Vorteile von vorgelebter Nachhaltigkeit gibt es reichlich
Der Weg in die Nachhaltigkeit soll und muss nicht zwangsläufig aus ideologischen oder moralischen Gründen erfolgen. Vielmals ist Nachhaltigkeit für Unternehmen zugleich eine Möglichkeit, um das eigene Risiko zu reduzieren. Das betrifft beispielsweise auch Stoffe wie Baumwolle, deren Gewinnung aufgrund der globalen Erderwärmung und immer häufiger auftretenden sowie länger anhaltenden Dürren zusehends komplizierter und damit teurer wird. Nachhaltige Lieferketten gehen Hand in Hand mit mehr Transparenz, einer Einhaltung der regulatorischen Vorgaben und damit zusätzlicher Sicherheit - was für Unternehmen perspektivisch wertvoll ist.
Verbraucher hingegen sehen Nachhaltigkeit und die damit verbundene Transparenz oftmals nicht mehr als Option, sondern eher als eine Notwendigkeit, an der die eigene Kaufentscheidung hängt. Verbraucher möchten wissen, wo Rohstoffe herkommen und wie diese gewonnen werden, ebenso aber auch, welche Umweltauswirkungen damit verbunden sind. Können Unternehmen beweisen, beispielsweise über ihre Zertifizierungen für Organic Cotton, dass ihre genutzte Baumwolle den Bio-Kriterien entspricht, wird das von Verbrauchern positiv aufgenommen und resultiert für die Unternehmen in Wettbewerbsvorteilen.
Grüne Rendite entsteht vor allem langfristig
Umstellungen der Lieferketten und einzelner Prozesse verursachen kurzfristig zunächst Kosten. Die grüne Rendite kann und soll sich aber mittel- sowie langfristig einstellen. Unternehmen senken ihre Reputationsrisiken und stärken das Kundenvertrauen, zudem schaffen langfristig gepflegte Lieferantenbeziehungen Sicherheit. Die dadurch gewonnene Stabilität und Zukunftsfähigkeit sind ebenso direkte wirtschaftliche Vorteile, wie es die gestiegene Wettbewerbsfähigkeit und Risikominimierung sind. Zudem können Unternehmen so neue Zielgruppen und womöglich sogar gänzlich neue Märkte erschließen.
Nicht zuletzt sichern sich Unternehmen im Hinblick auf etwaige neue regulatorische Anforderungen und die gesetzlichen Rahmenbedingungen ab. Umweltschädliche Praktiken zu eliminieren, schafft damit nicht nur den Raum für eine "neue" grüne Rendite, es stärkt zugleich langfristig die Marke und ihre Wahrnehmung in der Öffentlichkeit - während bei neuen gesetzlichen Anforderungen nicht Hals über Kopf agiert werden muss.





