Die richtigen Maschinen für jede Baustelle

Interview mit Laura Odenwälder, Projektmanagerin Unternehmensentwicklung der Odenwälder Baumaschinen GmbH

Wirtschaftsforum: Was sind die Bestseller und Flaggschiffe Ihres Handelssortiments?

Laura Odenwälder: Wir sind bewusst breit aufgestellt. Zu unserem Portfolio gehören Baumaschinen von einer bis zu 25 t, wie zum Beispiel Radlager oder Teleskoplader, Flurförderzeuge, Hubwagen und Stapler, aber auch Krane, Gartentechnik, Container- oder Arbeitsschutzprodukte. So sind wir Partner unterschiedlicher Branchen und unabhängiger von Schwankungen.

Wirtschaftsforum: Bieten Sie auch Mietservices an?

Laura Odenwälder: Ja. Unsere Maschinen kann man kaufen oder mieten. Wir verfügen über eine eigene Werkstatt und können so auch Reparaturen und Wartungen anbieten.

Wirtschaftsforum: Wie wichtig ist Ihnen, ist Ihren Kunden, das Thema Umweltschutz?

Laura Odenwälder: Noch steckt das Thema in den Kinderschuhen. Bei kommunalen Ausschreibungen werden schon häufig Elektro-Baumaschinen vorgeschrieben, wie zum Beispiel Radlader, Mini-Bagger oder Dumper. Aber oft sind die Strukturen auf der Baustelle noch nicht so weit. Wir als Familienunternehmen haben immer schon langfristig orientiert geplant und gehandelt. Wir versuchen, unseren ökologischen Fußabdruck zu verbessern, wo immer es möglich ist. Wir setzen unter anderem Photovoltaik und eine Holz-Heizung ein.

Wirtschaftsforum: Sie sagen, die Baubranche sei eher konservativ. Wie weit ist die Digitalisierung fortgeschritten?

Laura Odenwälder: Die Digitalisierung der Produkte entwickelt sich kontinuierlich. Das Stichwort ist ‘Digitale Baustelle’. Es geht vor allem um Automationstechnologien, um Geräte, die miteinander kommunizieren, wie zum Beispiel Drohnen. Wir arbeiten darüber hinaus an der digitalen Abbildung all unserer Prozesse, sodass zum Beispiel unsere Monteure auf der Baustelle alles digital eingeben können.

Wirtschaftsforum: Sie sind breit aufgestellt. Was sind Ihre wichtigsten Kundengruppen?

Laura Odenwälder: Unsere Kunden sind Bauunternehmen sowie klassische Handwerker, vor allem aus dem Innenausbau, aber auch die Kommunen. Dabei konzentrieren wir uns auf einen Radius von maximal 50 bis 100 km.

Wirtschaftsforum: Warum entscheiden sich Ihre Kunden für Odenwälder Baumaschinen und nicht für einen anderen Anbieter am Markt?

Laura Odenwälder: Man schätzt unsere Zuverlässigkeit und unsere Fachkompetenz. Wir haben das Know-how, mit unseren Kunden auf Augenhöhe zu sprechen. Zudem gibt es bei uns echte Ansprechpartner, die sich um die Anliegen unserer Kunden kümmern. Wir haben außerdem ein sehr hohes Dienstleistungsverständnis.

Wirtschaftsforum: Die Odenwälder Baumaschinen gibt es seit 1949. Wie ist es Ihnen, Ihrer Familie und dem Unternehmen gelungen, über so viele Jahrzehnte erfolgreich am Markt zu bleiben?

Laura Odenwälder: Wir sind ein echtes Familienunternehmen mit allen Werten, die man damit verbindet. Schon immer waren wir mit Leidenschaft bei der Sache. Zudem ist es uns gelungen, unser Wissen über die verschiedenen Generationen hinweg weiterzugeben. Trotz aller Erfolge sind wir außerdem immer bodenständig geblieben.

Wirtschaftsforum: Gab es in den vielen Jahrzehnten besonders wichtige Meilensteine?

Laura Odenwälder: Wir sind kontinuierlich gewachsen. Mein Urgroßvater hat 1949 einen Handel mit klassischem Werkzeug gegründet. Er hat seine Kunden noch mit dem Fahrrad besucht. Später stieg mein Großvater ein, dann 1984 mein Vater. Mein Vater hat das Wachstum des Unternehmens konsequent vorangetrieben, unter anderem neue Standorte eröffnet, nach der Wende auch im Osten Deutschlands.

Wirtschaftsforum: Die Baubranche schwächelt aktuell. Was erwarten Sie vom Jahr 2024?

Laura Odenwälder: Es ist schwierig, die Entwicklung abzusehen. Wir werden auf jeden Fall unser 75-jähriges Jubiläum feiern, dazu auch unsere Kunden und Geschäftspartner sowie Politiker einladen. Im Rahmen der Unternehmensnachfolge werde ich in diesem Jahr offiziell als Geschäftsführerin benannt.

Wirtschaftsforum: Sie repräsentieren die 4. Familiengeneration. Was haben Sie sich langfristig für das Unternehmen vorgenommen?

Laura Odenwälder: Auf jeden Fall möchten wir ein Familienunternehmen bleiben. Als Team möchten wir weiterwachsen. In den nächsten fünf Jahren sollen noch weitere Standorte zu unserem Netzwerk hinzukommen. Wir werden weiter an unserer digitalen Transformation arbeiten. Mein persönliches Steckenpferd ist es, darüber hinaus, den Frauenanteil bei uns im Unternehmen, aber auch in der Branche zu stärken.

Odenwälder Baumaschinen GmbH
Weinheimer Straße 58-60
69509 Mörlenbach
Deutschland
+49 6209 7180
info(at)baugeraetecenter.de
www.baugeraetecenter.de

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Aktuellste news

Mutmacher, pädagogischer Mental Coach und Inklusions-Pionier im Sport: Julien-Ashton Kreutzer

Mutmacher, pädagogischer Mental Coach und Inklusions-Pionier im Sport: Julien-Ashton Kreutzer

Julien-Ashton Kreutzer ist ein Vorbild der modernen Sportkultur: Er zeigt, dass Leistung kein Privileg ist, sondern eine Frage der inneren Einstellung. Als Gründer und Geschäftsführer von „Deine Grenze - deine…

Bauprozesse digitalisieren: Containerbestellung und Baustoffbeschaffung laufen zunehmend über Plattformen

Bauprozesse digitalisieren: Containerbestellung und Baustoffbeschaffung laufen zunehmend über Plattformen

Die Digitalisierung im Bau wird oft mit großen Systemen wie BIM oder automatisierter Baustellensteuerung in Verbindung gebracht. In der täglichen Praxis entstehen Verzögerungen jedoch vor allem an ganz anderen Stellen.…

Wie neue virtuelle Bedienoberflächen Prozesse effizienter machen

Wie neue virtuelle Bedienoberflächen Prozesse effizienter machen

Neue virtuelle Bedienoberflächen, die direkt im Raum vor uns erscheinen, verändern grundlegend, wie Menschen mit digitalen Systemen arbeiten. Was früher komplex und manuell war, wird zunehmend intuitiv, automatisiert und skalierbar.…

Aktuellste Interviews

Hightech-Medizin, die Hoffnung macht

Interview mit Ciril Faia, CEO Curium International

Hightech-Medizin, die Hoffnung macht

Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart bei Männern. Laut Robert-Koch-Institut erkranken in Deutschland jährlich knapp 80.000 Männer neu daran. Bei einer Früherkennung sind die Heilungschancen sehr gut. In Deutschland hat Curium…

Fehlerfreiheit als Wettbewerbsvorteil

Interview mit Dr.-Ing. Ansgar Kaupp, CEO und Partner der EyeC GmbH

Fehlerfreiheit als Wettbewerbsvorteil

Fehlerhafte Verpackungen können Millionen kosten – durch Rückrufe, Lieferengpässe oder regulatorische Folgen. Genau hier setzt die EyeC GmbH mit intelligenten Inspektionssystemen an, die Druckbilder, Barcodes und selbst Brailleschrift zuverlässig prüfen.…

Im (Material-)Fluss bleiben

Interview mit Patrick Schlotter, Geschäftsführer der Flexco Europe GmbH

Im (Material-)Fluss bleiben

In Zeiten geopolitischer Unsicherheiten, volatiler Lieferketten und steigender Anforderungen an Effizienz und Anlagenverfügbarkeit rückt die Zuverlässigkeit industrieller Prozesse zunehmend in den Fokus. Gerade in automatisierten Materialflüssen sind stabile, wartungsarme Lösungen…

TOP