„95% der Fehler liegen nicht im Produkt – sondern im fehlenden Wissen“
Interview mit Michael Windecker, Geschäftsführer der DEKA Kleben & Dichten GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Windecker, die Marke Dekalin blickt auf eine lange Geschichte zurück. Was macht die DEKA Kleben & Dichten GmbH heute aus?
Michael Windecker: Unsere Wurzeln reichen mehr als 120 Jahre zurück. Die Marke Dekalin existiert seit Generationen und hat ihren Ursprung in den Deutschen Klebstoffwerken. Wir selbst haben die heutige Struktur 1999 übernommen und weiterentwickelt. Heute verstehen wir uns als Spezialist für Technik, Vertrieb und Anwendungstechnik. Dabei geht es uns nicht nur darum, Produkte zu verkaufen. Wir wollen unseren Kunden vor allem helfen, die richtige Lösung für ihre konkrete Aufgabe zu finden.
Wirtschaftsforum: In welchen Märkten sind Sie besonders aktiv?
Michael Windecker: Ein Schwerpunkt ist der Sonderfahrzeugbau, insbesondere der Caravaning-Bereich. Das liegt nahe, weil wir ursprünglich aus dem Automotive-Umfeld kommen. Daneben sind wir stark in der Klima- und Lüftungstechnik vertreten. Das sind unterschiedliche Märkte mit völlig verschiedenen Anforderungen, aber genau das macht es spannend.
Wirtschaftsforum: Was unterscheidet Ihre Produkte von denen vieler Wettbewerber?
Michael Windecker: Natürlich müssen die Produkte leistungsfähig sein. Unsere Klebstoffe sind sehr UV-beständig, langlebig und für anspruchsvolle Anwendungen ausgelegt. Entscheidend ist aber etwas anderes: Wir kombinieren Profi-Produkte mit Profi-Wissen. Das ist unser eigentlicher USP. Wir haben über viele Jahre festgestellt, dass rund 95% aller Fehler nicht durch den Klebstoff entstehen, sondern durch Anwendungsfehler. Deshalb begleiten wir unsere Kunden intensiv und vermitteln Wissen.
Wirtschaftsforum: Das Thema Wissen scheint Ihnen besonders wichtig zu sein.
Michael Windecker: Absolut. Das Wissen ist das Thema. Viele Probleme entstehen nicht, weil ein Produkt schlecht wäre, sondern weil Zusammenhänge nicht bekannt sind. Genau deshalb investieren wir seit Jahren in Schulungen, Beratung und Wissensvermittlung. Unser Ziel ist, dass auch Anwender außerhalb großer Industriebetriebe dieselben Möglichkeiten haben wie professionelle Hersteller.
Wirtschaftsforum: Sie gelten in der Branche als ausgewiesener Experte. Woher kommt diese Leidenschaft?
Michael Windecker: Ich beschäftige mich seit fast 30 Jahren mit Klebetechnik, habe Klebenormen mitentwickelt, mehrere Tausend Projekte begleitet und bin Autor des Buches „Klebt nicht, gibt es nicht“. Von einer Fachzeitschrift wurde ich einmal scherzhaft als „Klebepapst“ bezeichnet. Darüber kann ich schmunzeln. Aber es zeigt, wie intensiv ich mich mit dem Thema beschäftige.
Wirtschaftsforum: Welche Entwicklungen prägen den Markt derzeit?
Michael Windecker: Nachhaltigkeit spielt eine immer größere Rolle. Wir haben viele Inhaltsstoffe bereits aus unseren Produkten entfernt, lange bevor gesetzliche Vorgaben kamen. Unsere Produkte sind lösemittelfrei und enthalten keine Isocyanate. Gleichzeitig müssen wir ehrlich bleiben: Es bleibt Chemie. Deshalb setzen wir auch hier auf Aufklärung und einen verantwortungsvollen Umgang.
Wirtschaftsforum: Wo sehen Sie die Zukunft Ihres Unternehmens?
Michael Windecker: Wir wollen das Thema Wissen noch stärker verankern. Die Branche unterschätzt häufig, welchen Einfluss Know-how auf die Qualität hat. Wenn man weiß, dass der überwiegende Teil aller Fehler auf die Anwendung zurückzuführen ist, dann wird klar, wo die größte Chance liegt. Genau dort möchten wir ansetzen.
Wirtschaftsforum: Was treibt Sie persönlich dabei an?
Michael Windecker: Mich begeistert, wenn Kunden durch das richtige Wissen bessere Ergebnisse erzielen. Eine gute Verklebung ist oft unsichtbar – aber sie entscheidet über Sicherheit, Qualität und Langlebigkeit. Wenn wir dazu beitragen können, dann haben wir unseren Job gut gemacht. Das ist für mich bis heute die größte Motivation.















