Design, das Generationen überdauert
Interview mit Matthias Seibel, Geschäftsführer und Johannes Seibel, Geschäftsführer der Mono GmbH
Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis zur 1895 gegründeten Britaniawarenfabrik W. Seibel zurück. Eine entscheidende Wende kam 1959: Gemeinsam mit Herbert Seibel entwickelte Designer Peter Raacke das Besteck Mono A. Der zunächst wenig erfolgreiche Entwurf wurde später zum Designklassiker. „Das war ein strategischer Shift von einem Hersteller für die breitere Masse zu einem Fokus auf Design und Qualität“, sagt Johannes Seibel. Ende der 1980er-Jahre kehrte die Besteckproduktion nach Mettmann zurück. 2006 kam mit Pott eine zweite traditionsreiche Besteckmarke hinzu.
Handarbeit als Prinzip
Bis heute ist die Fertigung stark von Handarbeit geprägt. Rund 65.000 Teile entstehen nach Angaben der Geschäftsführer jährlich. Digitalisierung spielt in Verwaltung, Vertrieb und Auftragsabwicklung eine zunehmend größere Rolle, in der Produktion jedoch kaum. Viele Maschinen werden von Hand bestückt.
Die Marken Mono und Pott setzen unterschiedliche Akzente. Während Mono für reduzierte, funktionale und progressive Gestaltung steht, vertritt Pott ein klassischeres Design. Neben Bestecken gehören Teekannen und Accessoires zum Portfolio. Ein wesentliches Qualitätsversprechen ist die Langlebigkeit. Bestecke können aufgearbeitet werden, für die Mono Teekanne sind Einzelteile erhältlich. „Es sind Dinge, die tatsächlich vererbt werden können“, sagt Johannes Seibel.
Wissen weitergeben
In puncto Nachhaltigkeit setzt die Mono GmbH auf Langlebigkeit und kurze Wege. Komponenten, die nicht selbst gefertigt werden, bezieht das Unternehmen möglichst aus der Region. Eine Photovoltaikanlage erzeugt ungefähr so viel Strom, wie der Betrieb verbraucht. Für Matthias Seibel stellt sich vor allem die Frage, wie sich eine solche Manufaktur langfristig erhalten lässt. Regulatorische Anforderungen treffen auf Maschinen, handwerkliche Prozesse und über Jahrzehnte aufgebautes Wissen. „Es ist wichtig, dass wir weiterhin begeisterte Mitarbeitende haben und das Wissen weitergeben können“, sagt Matthias Seibel.
Wachstum bleibt bewusst maßvoll. Die beiden Geschäftsführer wollen neue Produkte entwickeln, die Marken stärken und am Produktionsstandort Mettmann festhalten. Denn für die 6. Generation liegt die Zukunft nicht darin, möglichst groß zu werden, sondern das fortzuführen, was Mono prägt: Gestaltung, Handwerk und Qualität.
Kontaktdaten
Mono GmbH
Industriestraße 5
40822 Mettmann
Deutschland
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