Kongressmanagement in besten Händen

Interview mit Carina Torner-Wriebe, Geschäftsführerin der CONGRESS SUPPORT International GmbH

Wirtschaftsforum: Frau Torner-Wriebe, zur Entstehung von CONGRESS SUPPORT gibt es eine schöne Geschichte – erzählen Sie sie uns?

Carina Torner-Wriebe: Ja gern. Als ich 1998 nach Kassel kam, stellte sich die Frage nach meiner weiteren beruflichen Ausrichtung. Ich begann, ein Start-up im Kongressbusiness zu unterstützen, indem ich Teilnehmer an Medizinkongressen in den USA und Europa betreute – ein Aufgabenbereich, der rasch immer vielfältiger wurde. Irgendwann entschied ich mich, selbst auf der ganzen Welt Kontingente zu medizinischen Kongressen einzukaufen und sie der Pharmaindustrie anzubieten. Alles begann sehr rudimentär, und von einem Büro im eigentlichen Sinne konnte noch nicht die Rede sein. Doch ich hatte schnell ein kleines Team um mich versammelt – die meisten Mitarbeiterinnen begleiten mich heute noch –, und wir haben einfach losgelegt. Wir waren mutig und kreativ – und der rasche Erfolg übertraf all unsere Vorstellungen! Aus diesen Anfängen wurde schnell ein großes Business, welches ab 2005 mit der Exklusivbetreuung eines der größten Pharmakonzerne weltweit eine rasante Ausdehnung erfuhr.

So ist CONGRESS SUPPORT in knapp zehn Jahren von 0 auf 100 gekommen. Wir genießen heute großes Vertrauen bei Konzernen und haben tolle Kooperationen, sehr gute Geschäftsbeziehungen und eine hervorragende Markposition.

Wirtschaftsforum: Mit dem Wachstum des Unternehmens hat sich sicherlich auch Ihr Aufgabenbereich verändert. Was umfasst er heute?

Carina Torner-Wriebe: Aus dem operativen Geschäft habe ich mich weitgehend zurückgezogen. Heute kümmere ich mich um das Controlling und allgemein um Probleme, die als ‚Chefsache‘ gelöst werden müssen. Ich habe ein sehr gut geschultes und selbstständiges Team um mich, das mit allen Abläufen ausgezeichnet klarkommt. Auf diesem Team liegt mein Fokus: Meine Passion sind das Coaching und die Weiterentwicklung meiner Mitarbeiterinnen – wir sind ein reines Frauenteam.

Wirtschaftsforum: Gibt es in diesem Zusammenhang Impulse, die Sie gern setzen möchten oder schon setzen konnten?

Carina Torner-Wriebe: Tatsächlich habe ich in Bezug auf das Team die Vision eines Unternehmens, das als Beispiel für neue Modelle der Mitarbeiterführung vorangeht. Ich möchte eine Kultur erschaffen, die weg von der Hierarchie hin zu einem dezentralen Organisationsmodell führt, in dem Gleichberechtigung, Gleichgewicht und Gleichwertigkeit herrschen. Wenn man jedes Teammitglied, und damit auch das gesamte Team, ins innere Gleichgewicht bringen möchte, ist es erforderlich, sich mit den Fähigkeiten jedes Einzelnen auseinanderzusetzen und zu erkennen, wie diese dem Team von größtem Nutzen sein können. Wenn ich von ‘Fähigkeiten’ spreche, meine ich nicht nur fachliche Kompetenzen, sondern auch die Potenziale und Gaben, die jeder mitbringt. Diese herauszufinden, in Synergie mit dem großen Ganzen zu bringen und dann meine Mitarbeiterinnen zu stärken und zu befähigen, selbst Verantwortung zu übernehmen, sehe ich als meine große Aufgabe. Für mich gilt: Wenn jeder Mensch es schafft, in seine volle Energie zu kommen, indem er genau das tut, wofür er mit seinen Fähigkeiten geschaffen ist, wird er seine Aufgaben mit Freude und Leichtigkeit meistern.

Wirtschaftsforum: Worin sehen Sie die Gründe für den Erfolg Ihres Unternehmens und was treibt Sie selbst an?

Carina Torner-Wriebe: In 25 Jahren sind wir vielen Herausforderungen begegnet. Einer der Gründe für unseren Erfolg ist sicherlich unsere große Anpassungsfähigkeit an die Dynamik unseres Business. Kurze Entscheidungswege, schnelles Handeln und die unermüdliche Vorarbeit, immer auf dem neuesten Stand darüber zu sein, wo die nächsten Kongresse stattfinden, was am Markt benötigt wird und wie wir die Bedürfnisse unserer Kunden individuell erfüllen können, haben uns stets eine gute Position am Markt beschert. CONGRESS SUPPORT ist seit jeher meine große Leidenschaft. Dabei ist mir wichtig, die Menschen, für die ich als Unternehmerin Verantwortung übernehme, bestmöglich zu fördern.

Wirtschaftsforum: Welchen Wunsch hätten Sie an die Politik?

Carina Torner-Wriebe: Dass man direkt mit der Wirtschaft ins Gespräch darüber kommt, was es bedeutet, Arbeitsplätze zu schaffen und zu erhalten – und dass dabei auch mittelständische Unternehmen stärker mit ins Boot geholt werden. Beispielsweise hat die Politik die Reise- und Veranstaltungsbranche Ende 2019 durch eine Gesetzesänderung des §25 UstG vor eine riesige Herausforderung gestellt, indem man uns von heute auf morgen auf die ergebnisbelastende umsatzsteuerliche Margenbesteuerung umstellte. Eine Entscheidung, die (on top zur Pandemie) die ganze Branche erschütterte. Ich bezweifle, dass derlei Maßnahmen immer ganz bis zum Ende durchdacht werden.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Aktuellste news

Lernen im digitalen Zwilling. Wie Unternehmen ihre Mitarbeiter auf die Zusammenarbeit mit KI und Robotern vorbereiten

Lernen im digitalen Zwilling. Wie Unternehmen ihre Mitarbeiter auf die Zusammenarbeit mit KI und Robotern vorbereiten

Hallen, Maschinen und Kennzahlen in einer einzigen Browseransicht: Was früher Spezialsoftware erforderte, lässt sich heute per Link teilen. Fachabteilungen, Management und Service sprechen dadurch früher über denselben Raum, und Entscheidungen…

Eurozone und Staatsschulden: Warum Deutschland anders investieren könnte

Eurozone und Staatsschulden: Warum Deutschland anders investieren könnte

Frankreichs Schuldenprobleme werfen eine grundsätzliche Frage auf: Sollte Deutschland seine vergleichsweise hohe Kreditwürdigkeit ausschließlich zur Begrenzung der Staatsverschuldung nutzen? Ein ungewöhnlicher Vorschlag sieht vor, mit zusätzlichen Krediten produktive Vermögenswerte im…

Japans Zinswende: Warum steigende Zinsen die Weltbörsen belasten könnten

Japans Zinswende: Warum steigende Zinsen die Weltbörsen belasten könnten

Japan hebt seinen Leitzins auf den höchsten Stand seit 31 Jahren. Was zunächst wie eine nationale geldpolitische Entscheidung aussieht, könnte internationale Folgen haben. Denn über Jahrzehnte haben Investoren günstige Yen-Kredite…

Aktuellste Interviews

Software für den Praxisalltag

Interview mit Fabian Gundlach, Geschäftsführer der ergosoft GmbH

Software für den Praxisalltag

Aus einer Abrechnungssoftware für Psychotherapeuten ist bei ergosoft über drei Jahrzehnte eine umfassende Lösung für den Praxisalltag entstanden. Geschäftsführer Fabian Gundlach setzt auf Spezialisierung, engen Kundenkontakt und neue Technologien wie…

Schnell reagieren können

Interview mit Steven Herpichböhm, CTO der Gramß GmbH Kunststoffverarbeitung

Schnell reagieren können

Wie wird aus einem kleinen Familienbetrieb ein hochmoderner Kunststoffspezialist mit 150 Maschinen? Steven ­Herpichböhm, CTO der Gramß GmbH in Spechtsbrunn bei Sonneberg, kennt die Antwort. Im Interview spricht er über…

„Die ESA sagte uns, was wir machen, sei unmöglich!“

Interview mit Tom Segert, Mitgründer und CEO der Berlin Space Technologies GmbH

„Die ESA sagte uns, was wir machen, sei unmöglich!“

Kaum ein Unternehmen dürfte derart komplex zu gründen und zu skalieren sein wie ein Satellitenhersteller: Tom Segert und seine Partner haben es dennoch getan – mit beachtlichen Erfolgen, die sich…

TOP