Architektur, die im Detail entsteht

Interview mit Dipl.-Ing. Heinrich Peter Würfel, Geschäftsührer Heinrich Würfel Metallbau GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Würfel, was ist das Fundament Ihres Unternehmens?

Heinrich Peter Würfel: Wir sind ein Familienbetrieb – und wir sind immer über Sonderlösungen gewachsen. Gegründet wurde der Betrieb am 02.04.1982, ich habe bei null angefangen. Heute sind wir deutlich größer, aber der Kern ist geblieben: Ideen möglich machen.

Wirtschaftsforum: Was waren die entscheidenden Meilensteine auf diesem Weg?

Heinrich Peter Würfel: Wir sind immer über Sonderlösungen gewachsen. Ein sehr wichtiger Auftrag am Anfang war der Flughafen München. Als wir dort mitgebaut hatten, wurden wir weiterempfohlen – und das hat vieles angestoßen. In unserer Branche ist Vertrauen ein großer Faktor. Wenn Qualität und Termintreue stimmen, spricht sich das herum.

Wirtschaftsforum: Wofür steht die Heinrich Würfel Metallbau GmbH heute besonders?

Heinrich Peter Würfel: Unser Schwerpunkt ist Fassadenbau mit Metall- und Glaselementen. Wir haben ein breites Repertoire und produzieren sehr viel selbst. Im Fassadenbau kaufen wir im Wesentlichen Profile und Glas zu – alles andere entsteht aus Rohmaterialien bei uns. Das gibt uns Kontrolle über Qualität, Details und Abläufe.

Wirtschaftsforum: Welche Projekte prägen aktuell Ihr Portfolio?

Heinrich Peter Würfel: In letzter Zeit machen wir viel im Krankenhausbereich, etwa in Oldenburg oder Memmingen, und wir waren auch am Bundeswehrkrankenhaus in Hamburg beteiligt. Parallel laufen Projekte, die eher städtisch geprägt sind: In Hamburg am Alten Wall bearbeiten wir eine komplette Ladenstraße mit Hotel, Büros und Wohnungen. Diese Bandbreite macht die Arbeit spannend.

Wirtschaftsforum: Sie betonen häufig: „Vision verwirklichen“. Was bedeutet das konkret?

Heinrich Peter Würfel: Wir haben ein starkes Team. Wenn ein Architekt eine Idee hat, versuchen wir mit aller Kraft, das so umzusetzen, wie er es haben möchte – natürlich im Rahmen des technischen Machbaren und der Normen. Wir arbeiten mit sehr namhaften Architekten zusammen, beispielsweise auf dem Novartis Campus in Basel. Für uns ist das ein besonderer Reiz: Architektur wird erst durch gute Ausführung wirklich sichtbar.

Wirtschaftsforum: Wie entsteht Innovation in Ihrem Alltag – eher im Büro oder auf der Baustelle?

Heinrich Peter Würfel: Meist entsteht Innovation aus der Zusammenarbeit unserer Technik und Fertigung. Ein Beispiel sind Lamellenkonstruktionen: Da musste sichergestellt werden, dass sich Kinder keine Finger einklemmen können. Also haben wir einen speziellen Antrieb entwickelt, der im Zweifel reversiert und so keine Schäden verursacht. Solche Entwicklungen kommen nicht aus dem Lehrbuch, sondern aus realen Anforderungen.

Wirtschaftsforum: Wie halten Sie Produktion in Deutschland effizient – trotz hoher Individualisierung?

Heinrich Peter Würfel: Wir versuchen so weit wie möglich zu automatisieren, aber in unserer Branche ist der menschliche Anteil weiterhin groß. Das ist auch gut so, weil Erfahrung und handwerkliches Können entscheidend bleiben. Gleichzeitig investieren wir gezielt in Technik und Prozessqualität – und vor allem in Menschen. Rund 65% unserer Mitarbeitenden sind selbst ausgebildet. Das schafft Bindung und Know-how im Haus.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit für Ihr Unternehmen und seine Produkte?

Heinrich Peter Würfel: Eine große. Wir haben beim Strom weitgehend umgestellt und produzieren viel selbst, überwiegend über Solarenergie – im Winter notfalls mit Generatoren. Außerdem arbeiten wir mit einem Profilpartner daran, nur noch recyceltes Aluminium einzusetzen. Damit lässt sich die CO2-Bilanz deutlich verbessern. Und auch auf Produktebene passiert viel: Photovoltaik in Fassaden ist ein Feld, das weiter wachsen wird.

Wirtschaftsforum: Sehen Sie dafür schon konkrete Beispiele?

Heinrich Peter Würfel: Ja, wir setzen PV-Anlagen in Fassaden bereits um. Für die Stadt Freiburg haben wir vor etwa zehn Jahren ein Gebäude mit einer PV-Anlage in Ellipsenform gebaut. Aktuell ist der zweite Bauabschnitt desselben Gebäudes in Bearbeitung. Das zeigt: Solche Lösungen sind keine Zukunftsmusik mehr, sie werden Realität – und werden sich weiterentwickeln.

Wirtschaftsforum: Wie blicken Sie auf Zukunft und Nachfolge?

Heinrich Peter Würfel: Wir arbeiten in Deutschland, Österreich und der Schweiz – die wichtigsten Märkte für uns sind Deutschland und die Schweiz. Und intern gilt: Personal muss nachwachsen. Ich habe eine sehr gute Mannschaft, und wir sind als Familie stark eingebunden. Mein Sohn ist seit vielen Jahren im Betrieb, auch meine Tochter, meine Frau und meine Schwiegertochter tragen Verantwortung. Das Unternehmen soll in unserem Sinne weitergeführt werden.

Heinrich Würfel Metallbau GmbH
Am Brodberg 3
36205 Sontra
Tel.: +49 5653 97870
info(at)hw-sontra.de
www.hw-sontra.de

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