Alles, was der Mann braucht, um sich wohlzufühlen
Interview mit Darius Greulich, Geschäftsführer der Störtebekker Men Care GmbH
Wirtschaftsforum: Seit 2017 will Störtebekker revolutionieren, wie Männer sich pflegen – welcher Ansatz verbirgt sich dahinter genau?
Darius Greulich: Unser Gründer Martin Picard wollte mit Störtebekker das Barbershop-Feeling nachhause bringen – und damit den Ort, an dem sich unsere Kunden etwas Zeit für sich nehmen und sich etwas gönnen, damit sie sich hinterher in ihrer Haut wieder wohl fühlen und gestärkt durchs Leben gehen können. Die ersten sechs Jahre hat Martin unser Unternehmen fast im Alleingang aufgebaut und dabei den klassischen Rasierhobel in die Moderne geholt: Daraus entstand schließlich eine richtige Brand rund um den Piraten Störtebekker und seine Crew, die wir nun mit der weiteren Öffnung unseres Produktspektrums aber bald schon wieder ad acta legen werden.
Wirtschaftsforum: Inzwischen hat sich Ihr Unternehmen zu einer starken Brand rund um die Männerpflege entwickelt – worin lagen dabei die größten Herausforderungen?
Darius Greulich: Wir Männer sind relativ einfache Geschöpfe: Wenn wir uns einmal für ein Pflegeprodukt entschieden haben, bleiben wir oft jahrzehntelang dabei und machen uns darüber keine großen Gedanken mehr. Viele von uns funktionieren nach dem Muster: Wir haben ein Problem, wollen es mit dem richtigen Produkt lösen und uns dann wieder anderen Themen zuwenden. Bei Störtebekker Men Care haben wir schnell erkannt, dass wir somit stärker den rationalen Nutzengewinn ansprechen müssen anstatt auf emotionale Themen zu setzen, nach dem Motto: „Bei uns kaufst du nicht das 20. Anti-Schuppen-Shampoo, das keine Wirkung hat, sondern – sofern du eine bestimmte Art von Schuppen hast – das letzte Produkt, das du je benötigten wirst!“ Daher rührt auch der eherne Grundsatz unserer Produktentwicklungsbibel: Wir werden nichts versprechen, was wir nicht halten können!
Wirtschaftsforum: Mitten in einem Rebranding-Prozess entwickelt sich Störtebekker derzeit vom Men-Care- zum Men-Wellbeing-Player weiter – welche Ziele möchten Sie mit diesem Ansatz erreichen?
Darius Greulich: Wir wollen bald alles anbieten können, was Männer benötigen, um ihre individuellen Pflegebedürfnisse befriedigen zu können: etwa Produkte gegen Falten sowie gegen graues, gegen zu viel oder zu wenig Haar, sowie Nahrungsergänzungsmittel zur Unterstützung entsprechender Ziele und noch viel mehr. Die Nachfrage nach diesen Lösungen steigt schließlich rapide, nicht zuletzt vor dem Hintergrund des inzwischen allgegenwärtigen Longevity-Trends. Denn wir alle wollen jung, frisch und vital bleiben. Am Ende müssen unsere Produkte auch in diesem Kontext halten, was sie versprechen. Das setzt eine intensive Zusammenarbeit mit den Herstellern und gleichermaßen eine starke Markenführung voraus. Dazu arbeiten wir insbesondere mit Blick auf unsere Social-Media-Präsenz intensiv mit Barbieren und anderen Experten zusammen, die glaubwürdig und mit gestandenem Expertenwissen zu diesen Themen sprechen können.
Wirtschaftsforum: Vor rund zwei Jahren haben Sie selbst den Weg zu Störtebekker gefunden, als sich Gründer Martin Picard wieder voll und ganz auf sein ursprüngliches Familienunternehmen konzentrieren wollte – was hat Sie zu diesem Schritt bewogen?
Darius Greulich: Ich hatte zuvor mehrere starke Wachstumsgeschichten begleiten dürfen – stets mit Themen, die mich selbst begeistert haben, etwa Fahrräder oder Kaffee. Zudem habe ich selbst einmal ein Unternehmen gegründet, eine Plattform für Musikunterricht, über die wir Musiklehrer und -schüler zusammenbringen wollten. Leider hat diese Idee nicht funktioniert, und doch blieb mir unternehmerisches Denken immer sehr wichtig. Schließlich stand ich vor der Wahl, noch einmal selbst ein Unternehmen zu gründen oder eine bestehende Firma zu übernehmen und dort miteinzusteigen. Letzteres schien für mich persönlich der beste Weg: Denn es kann gut sein, dass ich nicht der Beste bin, der auf einem leeren Blatt Papier ein perfektes Start-up entwirft – aber ich hatte schon viel Erfahrung darin, eine bereits funktionierende Idee richtig groß zu machen.
Wirtschaftsforum: Welche Lektionen haben Sie auf Ihrem Weg als Unternehmer und Manager geprägt?
Darius Greulich: Meine eigene Unternehmensgründung habe ich direkt nach meinem Bachelor-Abschluss umgesetzt: Damals fehlte mir komplett die nötige Erfahrung und noch dazu hatte ich eine ziemlich perfektionistische Haltung, wahrscheinlich bedingt durch meine Tätigkeit als klassischer Gitarrist: Da übt man jeden Tag stundenlang, damit man beim Konzert ja nicht den kleinsten Fehler macht. Aber im Business geht es um Geschwindigkeit, da muss man schnell neue Ideen ausprobieren und umsetzen können.
Wirtschaftsforum: Was raten Sie jungen Gründern?
Darius Greulich: Anders als etwa in Amerika haben wir in Deutschland immer noch ein starkes Stigma, wenn eine Idee einmal nicht erfolgreich war. Davon darf man sich nicht entmutigen lassen. Außerdem gibt es auch jenseits der klassischen Gründung tolle Alternativen, gerade in unserer mittelständisch geprägten Volkswirtschaft – zum Beispiel die Übernahme eines der vielen kerngesunden, hoch innovativen Betriebe, die einfach keinen Nachfolger finden, aber oftmals jahrzehntelang bewiesen haben, was sie können.
Störtebekker Men Care GmbH
Hanauer Landstraße 196a
60314 Frankfurt am Main
Deutschland
+49 6104 9536611
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www.stoertebekker.com





