Fakuma 2026: Kunststoffindustrie trifft sich zum 30. Mal am Bodensee

Inhaltlich deckt die Fakuma die gesamte Prozesskette ab. Das Spektrum reicht von Spritzgieß-, Extrusions- und Umformtechnik über 3D-Druck, Werkstoffe und Masterbatches bis zu Werkzeugbau, Prozesstechnik, Automatisierung und Recycling. Damit richtet sich die Messe besonders an Unternehmen, die nach konkreten Antworten auf den Druck in der Produktion suchen.
Kreislaufwirtschaft und Resilienz rücken in den Mittelpunkt
Wie stark sich die Rahmenbedingungen der Branche verändert haben, zeigt der diesjährige Round Table. Unter dem Titel „Die Stärken stärken – wie festigt die europäische Kunststoffindustrie ihre Resilienz?" diskutieren Branchenexperten darüber, wie Unternehmen widerstandsfähiger gegenüber steigenden Kosten, schwankenden Rohstoffmärkten und internationalen Abhängigkeiten werden können. Eine mögliche Antwort liegt in stärker geschlossenen Materialkreisläufen. Recycling und ein effizienterer Einsatz von Rohstoffen sind längst nicht mehr nur Nachhaltigkeitsthemen. Sie beeinflussen Kosten, Versorgungssicherheit und damit die Wettbewerbsfähigkeit der Produktion. Gerade für europäische Kunststoffverarbeiter wird deshalb entscheidend, ökologische Anforderungen mit wirtschaftlich tragfähigen Prozessen zu verbinden.
Innovation Award feiert Premiere
Zum 30. Jubiläum wird erstmals der Fakuma Innovation Award verliehen. Ausgezeichnet werden Entwicklungen in sechs Kategorien: Spritzguss, Extrusion, Recycling, Werkzeug- und Formenbau beziehungsweise Thermoformen, Compounding und Werkstoffe sowie Technologien aus der Peripherie. Eine Besonderheit: Die eingereichten Lösungen müssen auf der Fakuma tatsächlich gezeigt werden können, als Serienprodukt, funktionsfähiger Prototyp oder live demonstrierte Technologie. Damit soll der Award weniger abstrakte Zukunftsvisionen als konkrete Praxisreife sichtbar machen. Die Gewinner werden am ersten Messetag ausgezeichnet.
Start-ups bringen neue Ideen in die Kunststoffverarbeitung
Neben etablierten Maschinenbauern und Werkstoffherstellern erhalten auch junge Unternehmen wieder einen eigenen Platz. In der Start-up Area präsentieren sie neue Produkte und Technologien für die industrielle Kunststoffverarbeitung. Gerade in Bereichen wie Automatisierung, Digitalisierung, Materialentwicklung und Recycling können kleinere Technologieunternehmen neue Impulse setzen. Für etablierte Unternehmen bietet die Fläche gleichzeitig die Möglichkeit, frühzeitig Lösungen kennenzulernen, die später für eigene Produktionsprozesse relevant werden könnten.
Karriere-Freitag: Nachwuchs direkt am Stand
Technologische Innovation allein reicht nicht aus, wenn qualifizierte Mitarbeiter fehlen. Deshalb findet am 16. Oktober erneut der Karriere-Freitag unter dem Motto „Mold your dreams, mold your future" statt. Schüler, Studierende und Berufseinsteiger können Unternehmen kennenlernen, Produktions- und Verarbeitungstechnologien erleben und sich über Einstiegsmöglichkeiten informieren. Internationale Aussteller öffnen dafür ihre Messestände und geben Einblicke in unterschiedliche Berufsbilder der Branche. Damit greift die Fakuma ein Problem auf, das viele Industrieunternehmen beschäftigt: Digitalisierung und Automatisierung verändern zwar Aufgaben, beseitigen aber nicht den Bedarf an technischem Nachwuchs.
Jubiläum mit Blick nach vorn
Neben Fachforum, Round Table, Start-up Area und Karriere-Freitag gehört auch die erstmalige Verleihung der Paul-Eberhard-Schall-Medaille zum Jubiläumsprogramm. Ausgezeichnet werden soll ein Unternehmen, das die technologische Entwicklung der Kunststoffverarbeitung besonders geprägt hat. Der Rückblick spielt bei der 30. Ausgabe dennoch nur eine Nebenrolle. Die Fakuma startete 1981 mit 76 Ausstellern und hat sich seither zu einer wichtigen europäischen Plattform für die Kunststoffverarbeitung entwickelt. 2026 richtet sich der Blick vor allem darauf, wie die Branche mit neuen wirtschaftlichen und technologischen Anforderungen umgehen kann. Die Fakuma 2026 findet vom 12. bis 16. Oktober auf dem Messegelände Friedrichshafen statt, geöffnet täglich von 9 bis 17 Uhr. Für Fachbesucher dürfte vor allem interessant sein, welche Lösungen bereits über den Pilotstatus hinaus sind. Denn bei Themen wie Recycling, Automatisierung und Ressourceneffizienz entscheidet am Ende nicht allein die technische Idee, sondern ob sie sich zuverlässig und wirtschaftlich in die industrielle Produktion integrieren lässt.








