Mit dem Sensor für das Wesentliche

Interview mit Dr. habil. Jörg Schieferdecker, Geschäftsführer Heimann Sensor GmbH

Heimann bietet seinen Kunden eine breite Mischung aus Standardprodukten wie Einzelsensoren für Fiebermessung und Gasdetektion und regelmäßig lancierten neuen Produkten wie immer höher auflösenden Thermopile Arrays und SMD-fähige Singledetektoren, die sich durch ihre ausgezeichneten Eigenschaften vom Markt abheben. „Standardprodukte sind bei uns oft die Cash Cow“, sagt Geschäftsführer Dr. Jörg Schieferdecker. „Für unsere Reputation am Markt und konstantes Wachstum sorgen eher die neuen Produkte.“

Unabhängig sein und bleiben

Gegründet wurde Heimann 2002 von fünf Mitarbeitern, die zusammen mehr als 100 Jahre Erfahrung im Infrarot-Bereich mitbrachten. Auch wenn damit das entsprechende Know-how da war, gab es Anlaufschwierigkeiten. „Die Unternehmensentwicklung verlief ähnlich der eines Kindes, mit vielen Problemchen“, blickt Dr. Jörg Schieferdecker zurück. „Das Geld war knapp, unsere Kreativität umso größer. Klar war, dass wir uns kein Geld leihen wollten, welches mit einem Verlust von Eigenständigkeit und Entscheidungsfreiheit verbunden ist, weil wir diese auf keinen Fall verlieren wollten. Wir alle wussten, dass die Freiheit einer völlig unabhängigen Firma unbezahlbar ist.“

So brachte Heimann auf der Basis von Erfahrung, Kreativität und Unabhängigkeit immer wieder innovative Produkte auf den Markt – und spürte auch den Gegenwind vom Wettbewerb. „Hier in Dresden profitieren wir von einem hervorragenden Umfeld“, betont Dr. Jörg Schieferdecker. „Zu Kernmitarbeitern wichtiger Firmen konnten langfristige Freundschaften aufgebaut werden, was half, um technologische Innovationen überdurchschnittlich schnell in marktfähige Produkte umzusetzen. Dass wir uns zu einer mittelständigen, stabilen Firma mit internationaler Orientierung und Standorten in Deutschland und Malaysia entwickelt haben, hat nicht zuletzt mit der strikten Fokussierung auf Innovationen und solide Partnerschaften zu tun. Eine besondere Herausforderung ist, die Weltmarktführung bei voller Eigenständigkeit zu erreichen und diese auch zu behalten. Das ist ein Erfolg, auf den auch unsere Mitarbeiter stolz sein können und sind.“

Kontinuität und Wachstum

Die Mitarbeiter sind für Heimann Garant des Erfolgs. „Ein weitsichtiges Führungsteam, das mit hoher Motivation das Unternehmen leitet und seine Vorbildfunktion ernst nimmt, sowie ein guter Mix aus erfahrenen und jungen Mitarbeitern, die mit dem Unternehmen wachsen, stehen hinter dem Wachstumskurs“, so Dr. Jörg Schieferdecker. „Jede Führungskraft sollte die Redewendung ‚Der Fisch stinkt vom Kopfe her‘ verinnerlichen und als Handlungsmaxime betrachten.“

Heimann ist an langfristigen Beziehungen interessiert – zu Partnern, Kunden und Mitarbeitern; so genannte Key People sind am Unternehmen beteiligt, was sowohl die Motivation stärkt als auch das unternehmerische Denken fördert, Familien der Mitarbeiter werden unterstützt. „Wir haben immer den langfristigen Erfolg vor Augen“, sagt Dr. Jörg Schieferdecker. „Anders als viele Wettbewerber, die auf Merger & Acquisitions gesetzt haben, wollten wir immer organisch und stabil wachsen. Kontinuität ist uns extrem wichtig. Letztlich hat sich diese Philosophie bewährt und ist vielleicht das wichtigste Merkmal der so genannten Hidden Champions.“

Neue Horizonte und gemeinsame Visionen

Die Frage nach den Unternehmenswerten ist damit zum Teil bereits beantwortet: Innovation, Kontinuität, starke Kundenbindung und Mitarbeiterzufriedenheit sind zentrale Eckpfeiler. Gelebt werden diese in täglichen Meetings, bei denen es genauso um neue Produkte wie um Verbesserungen von Qualität und Service geht. Unternehmungen wie Teambuilding-Aktionen, Feiern, Initiativen wie das Jobrad sowie eine sportlich-gesunde Ausrichtung, die gerade auch vom Management und Leitungskreis vorgelebt werden, stärken Zusammenhalt und Identifikation mit dem Unternehmen.

„Für mich ist es essenziell, sich immer in die Lage der anderen zu versetzen, egal, ob Mitarbeiter, Kunde oder Lieferant, und sich zu fragen, womit man den anderen motivieren oder begeistern könnte“, sagt Dr. Jörg Schieferdecker. „Auch der Blick über den Tellerrand ist horizonterweiternd. Es reicht nicht, sein Metier bestens zu beherrschen, man muss ähnlich wie ein Alpinist, kontinuierliches Risikomanagement betreiben und im Auge behalten, dass nicht nur wir uns weiterentwickeln, sondern auch der Wettbewerb. Neugierig und offen bleiben, aus eigenen Fehlern und denen der anderen lernen, Visionen gemeinsam umsetzen – für uns sind das entscheidende Antriebsmotoren für die Zukunft.“

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