Sichere, zuverlässige Produkte: Qualität braucht Analyse

Interview mit Josef Faigle, Geschäftsführer der Quality Analysis GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Faigle, wie ist die Quality Analysis GmbH entstanden?

Josef Faigle: Mein Geschäftspartner und ich wollten Engineering aufbauen, das echte Zukunft hat. 2006 haben wir die industrielle Computertomografie als Kerntechnologie gewählt – damals stand sie gerade am Übergang von der Labor- in die industrielle Anwendung. Mit dieser Technologie gelingt ein zerstörungsfreier Blick in das Bauteilinnere, somit können innenliegenden Geometrien gemessen und Qualitätsfehler, wie Lufteinschlüsse visualisiert werden. Mitte 2007 haben wir gegründet, im Januar 2008 sind wir mit CT-Analysen an den Markt gegangen – mit dem Plan, perspektivisch ein Vollsortimenter im Bereich Mess- und Analysedienstleistungen zu werden.

Wirtschaftsforum: Was heißt ‘Vollsortimenter’ in Ihrem Kontext?

Josef Faigle: Die Aufgabenstellungen unserer Industriekunden lassen sich selten mit nur einer Methode lösen. Aus der CT heraus haben wir unsere Dienstleistungen Schritt für Schritt erweitert: Koordinatenmesstechnik, technische Sauberkeit, Materialographie und Schadensanalytik und schließlich die chemische Analytik. Der Mehrwert liegt in einem interdisziplinären Vorgehen – wir nennen das korrelative Analytik: erst zerstörungsfrei verstehen, dann gezielt vertiefen und belegen.

Wirtschaftsforum: Wie hat sich das Unternehmen entwickelt?

Josef Faigle: Von 2008 bis zur ersten Corona-Bremse 2020 hatten wir über Jahre ein überproportionales Wachstum. Und wir haben als Mittelständler konsequent reinvestiert – nur so können Sie mehrere Hightech-Bereiche dauerhaft ‘up to date’ halten.

Wirtschaftsforum: Wo stehen Sie heute – in Zahlen und Strukturen?

Josef Faigle: Wir sind rund 70 Mitarbeitende und sitzen komplett in Nürtingen. Von dort aus betreuen wir industrieoffen weltweit unsere Kunden. Dazu kommt eine Niederlassung in der Schweiz, um unsere Kunden vor Ort regional zu betreuen und wichtige Märkte, wie die Pharma- und die Medical-Packaging-Industrie für uns zu gewinnen. Beim Umsatz liegen wir bei etwa 9,5 Millionen EUR.

Wirtschaftsforum: Ihre Kundenbasis wirkt sehr international. Wie funktioniert das mit einem stationären Standort?

Josef Faigle: Wir arbeiten bewusst stationär: Unsere Analysen basieren auf hochspezialisierter Labortechnik, die wir an unserem Standort in Nürtingen gebündelt haben – von modernen CT-Systemen bis hin zur FIB-SEM-Technologie. Die Bauteil-Logistik ist heute unkompliziert, auch aus Asien und Amerika. Wo es sinnvoll und praktikabel ist, unterstützen wir unsere Kunden zusätzlich vor Ort. Unser Kernmarkt bleibt Deutschland und Mitteleuropa, dennoch sind wir weltweit aktiv.

Wirtschaftsforum: Wie positionieren Sie sich im Wettbewerb?

Josef Faigle: Wir streben in jedem unserer Fachbereiche die weltweite Benchmark an. Wettbewerb gibt es – aber unsere Kombination aus Bandbreite und analytischer Tiefe ist einzigartig. Das drückt unser Slogan aus: „Die Breite, die Tiefe, die Dynamik“ –breites Portfolio, Tiefe in der Analyse und schnelle Anpassung an Trends.

Wirtschaftsforum: Welche Themen stehen 2026 im Fokus - technologisch und strategisch? 

Josef Faigle: Wir planen mit leichtem Wachstum. Das klassische 08/15-Geschäft nimmt ab, dafür steigt die Nachfrage nach vernetzter Qualitätssicherung über mehrere Fachbereiche hinweg. Wachstum sehen wir unter anderem in den Bereichen Energie- und Infrastruktur, Gesundheit- und Medizintechnik, Sicherheit und Verteidigung sowie Chemie und Pharma.  

Wirtschaftsforum: Wie bleiben Sie technologisch am Puls?

Josef Faigle: Wir hören sehr genau zu – bei Bestandskunden und in Zielmärkten. Und wir investieren früh, bevor ein Thema Mainstream wird. Beispiele sind regulatorische Anforderungen aus der Medical Device Regulation (MDR) oder Analytik rund um PFAS, die sog. Ewigkeitschemikalien. Wir kaufen Systeme nicht nur für den Bedarf von heute, sondern so, dass sie auch künftige Anforderungen abdecken.

Wirtschaftsforum: Wie gehen Sie mit dem Fachkräftethema um?

Josef Faigle: In den Jahren 2022 und 2023 war die Personalsituation deutlich herausfordernder. Seit Ende 2024 beobachten wir eine spürbare Entspannung im Markt – insbesondere in unserer Region. Wir setzen auf einen Kompetenz-Mix aus Erfahrung und jungen Talenten. Unsere Struktur ist sehr lean, die Eigenverantwortung hoch – das ist motivierend, aber kein klassischer Nine-to-Five-Job.

Wirtschaftsforum: Sie sagen: „Qualität ist kein Zufall“. Wie wollen Sie Quality Analysis für die Zukunft wappnen? 

Josef Faigle: Qualität entsteht durch klare Strukturen und konsequente Investitionen. Mit unserem Erweiterungsbau legen wir die technologische Grundlage für weiteres Wachstum. Zudem bauen wir zwei neue Fachbereiche auf, erweitern Zertifizierungen – insbesondere in der Biomedizin, intensivieren und verdichten Kundenbeziehungen, um deren Weg zu sicheren und zuverlässigen Produkten zu ebnen. Zugleich sichern wir unsere personelle Zukunft: Durch gezielte Entwicklung von Führungskräften aus eigenen Reihen, wollen wir den Generationswechsel stabil und aus eigener Kraft vollziehen.  

Quality Analysis GmbH
Großer Forst 1
72622 Nürtingen
Deutschland
Tel.: +49 7022 2796500
info(at)qa-group.com
www.qa-group.com

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