Women in Business auf der OMR 2026: Sichtbar wie nie – aber noch nicht gleichberechtigt

Besonders auffällig war dabei die Vielfalt der weiblichen Perspektiven. Es ging längst nicht mehr nur um „Female Empowerment“ als eigenes Panel-Thema, sondern um Frauen, die zentrale wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen mitprägen.

Ein prominentes Beispiel dafür war Heidi Klum. Ihr Auftritt war weit mehr als ein klassischer Celebrity Slot. Klum zeigte auf der Bühne, wie man über Jahrzehnte hinweg eine belastbare Personal Brand aufbaut und daraus ein globales Geschäftsmodell entwickelt – mit langfristigen Markenpartnerschaften, Medienformaten und internationaler Sichtbarkeit. Gerade für Unternehmerinnen war das ein spannender Impuls: Marken entstehen heute nicht mehr nur über Produkte, sondern über Persönlichkeit, Haltung und Wiedererkennbarkeit.

Auch Keily Blair sorgte für Aufmerksamkeit. Dass die CEO einer Plattform wie OnlyFans auf einer der wichtigsten europäischen Digital- und Marketingkonferenzen spricht, zeigt, wie stark sich Geschäftsmodelle und gesellschaftliche Wahrnehmung verändert haben. Blair steht exemplarisch für eine neue Generation weiblicher Führungskräfte, die nicht den klassischen Karriereweg gehen, sondern digitale Plattformen, Creator Economy und Community-Business strategisch weiterdenken.

Spannend war zudem, wie stark Frauen inzwischen die Creator Economy prägen. Namen wie Esra Karakaya, Gizem Celik oder Celia Parbey zeigen, dass Reichweite heute nicht mehr ausschließlich über traditionelle Medien entsteht. Sichtbarkeit wird zunehmend selbst aufgebaut – über Communitys, Plattformen und authentische Inhalte. Gerade für junge Unternehmerinnen liegt darin eine wichtige Erkenntnis: Wer heute Menschen erreicht, braucht nicht zwingend ein großes Medienhaus im Rücken, sondern vor allem Glaubwürdigkeit und Konsistenz.

Mit Lea-Sophie Cramer war zudem eine der bekanntesten deutschen Gründerinnen vertreten. Sie steht seit Jahren für modernes Female Entrepreneurship in Deutschland. Ihre Präsenz auf der OMR verdeutlicht, dass Gründerinnen längst keine Randerscheinung mehr sind, sondern aktiv die deutsche Wirtschaft mitgestalten. Gleichzeitig bleibt der Anteil weiblicher Gründer in Deutschland insgesamt weiterhin niedrig – gerade im Tech-Bereich. Umso wichtiger sind sichtbare Vorbilder auf großen Bühnen.

Auch Frauen aus Medien, Kommunikation und Unternehmensführung prägten die Veranstaltung. Britta Behrens, Anne-Kathrin Gerstlauer und Nina Poppel stehen beispielhaft für eine Entwicklung, die sich immer deutlicher zeigt: Frauen übernehmen zunehmend strategische Rollen in Unternehmen und gestalten Kommunikation, Transformation und Markenführung aktiv mit.

Die OMR 2026 hat damit vor allem eines deutlich gemacht: Frauen sind heute in nahezu allen Bereichen der Wirtschaft sichtbar – von Banken über Creator Economy bis hin zu KI, Medien und Plattformökonomie. Dennoch bleibt die Verteilung von Aufmerksamkeit ungleich. Gerade die großen Zukunftsthemen wie künstliche Intelligenz, digitale Infrastruktur oder geopolitische Technologiefragen wurden weiterhin überwiegend von Männern diskutiert. Das zeigt, dass Sichtbarkeit allein noch keine echte Gleichverteilung bedeutet.

Ein wichtiges Learning aus der diesjährigen OMR lautet deshalb: Diversität entsteht nicht automatisch durch Zahlen, sondern durch Einfluss. Entscheidend ist nicht nur, wie viele Frauen auf Bühnen stehen, sondern welche Themen sie vertreten dürfen.
Gleichzeitig war die OMR 2026 ein klares Signal dafür, dass sich Wirtschaft und Öffentlichkeit verändern. Weibliche Unternehmerinnen, Creatorinnen und Führungskräfte prägen inzwischen zentrale Zukunftsbranchen – und sie tun das mit eigenen Geschäftsmodellen, neuen Kommunikationsformen und einer deutlich stärkeren internationalen Sichtbarkeit als noch vor wenigen Jahren.

Wer also Frauen in Wirtschaft und Führung nur als Diversity-Thema betrachtet, unterschätzt ihren tatsächlichen Einfluss auf Innovation, Reichweite und Wachstum. Die OMR hat diesen Wandel 2026 sichtbar gemacht.

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