Maßstab Mensch: Exzellenz und Freiheit in der Medizin

Interview mit Andreas Schmitz, Geschäftsführer der A.N.S.C. Clinic GmbH Clinic Bel Etage

Wirtschaftsforum: Herr Schmitz, die A.N.S.C. Clinic feiert ihr zehnjähriges Bestehen. Wie hat sich Ihr Haus entwickelt?

Andreas Schmitz: Wir haben klein begonnen – Wirbelsäulenchirurgie, Orthopädie und Neurochirurgie – und die Klinik Schritt für Schritt erweitert. Heute verfügen wir über vier große OP-Säle und hochspezialisierte Teams. Mein Schwerpunkt, die Bandscheibenprothetik, steht sinnbildlich für unser Denken: Bewegung erhalten statt versteifen. Diese Haltung – medizinisch wie unternehmerisch – prägt uns bis heute.

Wirtschaftsforum: Welche Meilensteine waren entscheidend?

Andreas Schmitz: Die Einführung der Wirbelsäulenchirurgie war der Startpunkt. Danach folgten innovative Orthopädie, Gefäßchirurgie und schließlich die robotergestützte Urologie unter Professor Witt. Jeder dieser Schritte hat die Klinik geprägt. Zuvor war ich über zwanzig Jahre im Aufbau Ost tätig und habe Kliniken beraten – diese Erfahrung fließt heute in jedes unserer Konzepte ein. Unser Anspruch: seltene Eingriffe häufig anbieten und so höchste Routine erreichen. Eine Bandscheibenprothese ist für das Krankenhaus deutlich teurer als eine Versteifung – wir setzen sie trotzdem ein, weil sie die Beweglichkeit der Patienten erhält.

Wirtschaftsforum: Wie hat sich Ihre Rolle als Gründer verändert?

Andreas Schmitz: Enorm. Als Arzt lernt man nichts über Wirtschaft oder Recht – das kam mit der Klinikgründung. Anfangs hat kaum jemand an uns geglaubt, heute stehen wir für Spezialisierung und Stabilität. Ich sehe mich weniger als klassischen Geschäftsführer, sondern als jemand, der Ideen möglich macht und Medizin so umsetzt, wie sie sein sollte: frei, individuell und auf Augenhöhe. Die Coronazeit ohne Kompensation und die anschließende Preisexplosion haben uns gefordert – wir haben das mit einem starken internationalen Patientenmix abgefedert.

Wirtschaftsforum: Sie fordern mehr Freiheit im Gesundheitswesen. Warum?

Andreas Schmitz: Weil Überregulierung Innovation verhindert. Wir haben ein System, das Effizienz will, aber Eigeninitiative bestraft. Kleine Anbieter, die Neues entwickeln, werden verdrängt. Dabei entstehen Fortschritte immer aus Mut und Wettbewerb. Krankenhäuser müssen wirtschaftlich handeln dürfen – mit Verantwortung, aber auch mit Freiheit.

Wirtschaftsforum: Was unterscheidet Ihre Struktur von klassischen Kliniken

Andreas Schmitz: Wir sind eine Plattform für Spezialisten – vergleichbar mit einem medizinischen Coworking Space. Jeder Arzt trägt Verantwortung, arbeitet aber eigenständig. Keine Hierarchien, sondern Kooperation. Wir nehmen uns Zeit für die Patienten, beraten ehrlich und transparent. Hier entscheidet der Mensch, nicht das System.

Wirtschaftsforum: Ihre Klinik zieht Patienten aus aller Welt an. Wie gelingt das?

Andreas Schmitz: Durch Spezialisierung und schnelle Entscheidungen. In anderen Ländern warten Patienten oft Monate auf eine Untersuchung. Zentralisierung erzeugt Nadelöhre – lange Wartezeiten kennen wir aus England, Irland oder Kanada; unser Modell setzt genau da an: Spezialisierung, Tempo, Verantwortung. Wir arbeiten mit internationalen Versicherern, führen digitale Nachsorgen durch und liefern Qualität, die überzeugt – fachlich wie menschlich. Ein Beispiel: Nach einer erfolgreichen Notoperation eines irischen Kindes nahm sogar die dortige Gesundheitsbehörde Kontakt zu uns auf – seither bestehen feste Kooperationen.

Wirtschaftsforum: Welche Werte prägen Ihre Mitarbeiterführung?

Andreas Schmitz: Vertrauen und Vielfalt. Viele unserer Mitarbeiter kommen aus dem Ausland – aus Syrien, der Ukraine, Russland. Entscheidend ist nicht die Herkunft, sondern Kompetenz und Engagement. Wer hier arbeitet, wird gefördert und geschätzt. Leistung zählt, aber immer im Teamgedanken.

Wirtschaftsforum: Welche Entwicklungen sehen Sie kritisch?

Andreas Schmitz: Die aktuelle Krankenhausreform gefährdet die Vielfalt. Kleine Häuser sollen schließen, obwohl sie hervorragende Arbeit leisten. Statt Kooperation herrscht Zentralisierung. Privatkliniken könnten helfen, Engpässe abzufedern – aber sie werden oft ausgebremst. Bei gesetzlich Versicherten sind über Einzelfallentscheidungen Eingriffe möglich – international werden solche Leistungen oft deutlich schneller erstattet. Wir brauchen mehr Offenheit und gegenseitiges Vertrauen.

Wirtschaftsforum: Was treibt Sie persönlich an – und wohin soll sich die A.N.S.C. Clinic entwickeln?

Andreas Schmitz: Ich bin Arzt aus Überzeugung. Unsere Ausbildung wurde von der Gesellschaft getragen – das verpflichtet. Wir arbeiten hier mit Leidenschaft, oft 16 Stunden am Tag, aber immer mit Sinn. Mein Ziel ist, Medizin menschlicher und zugleich innovativer zu gestalten. Fortschritt und Ethik gehören für mich untrennbar zusammen. Deshalb teile ich mein Wissen: Mehr als 500 Kolleginnen und Kollegen habe ich bereits in der Bandscheibenprothetik ausgebildet, künftig möchte ich auch im Ausland Schulungszentren aufbauen. Medizin braucht Vertrauen – in Menschen, in Freiheit und in Verantwortung. Angst darf dabei niemals der Maßstab sein.

A.N.S.C. Clinic GmbH 
Clinic Bel Etage
Reichsstraße 59
40217 Düsseldorf
Deutschland
Tel.: +49 211 7817950
post(at)clinicbeletage.de
www.clinicbeletage.de

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