Glas in seiner schönsten Form

Interview mit Christian Fröba, COO der HEINZ-GLAS GmbH & Co. KGaA

Wenn es um luxuriöse Flakons mit außergewöhnlichen Designs geht, ist HEINZ-GLAS der richtige Ansprechpartner. „Durch unsere Nischenposition im Bereich der Flakons haben wir eine sehr hohe Variantenvielfalt aus rund 3.000 verschiedenen Parfüm- und Kosmetikartikeln“, so Christian Fröba, COO der HEINZ-GLAS GmbH & Co. KGaA. „Unsere Erfahrung und unser Know-how ermöglichen es uns, die Wünsche unserer Kunden umzusetzen. Wir setzen keine Grenzen, sondern setzen uns unermüdlich dafür ein, die Bedürfnisse der Branche von heute und morgen zu erfüllen.“

In der 13. Generation

HEINZ-GLAS gehört zu den ältesten Familienunternehmen in Deutschland. Mittlerweile ist mit Carletta Heinz die 13. Generation der Familie Heinz tätig.

Ihre Glasmachertradition reicht bis in das Jahr 1523 zurück, 1622 wurde das Unternehmen HEINZ-GLAS in Piesau offiziell gegründet und produzierte zunächst Trinkgläser, Herzkelche, Stengelgläser und Tafelglas. 1661 gründete die nächste Generation die Glashütte in Kleintettau, die heute als Hauptsitz fungiert.

„Die Familie ist in den Thüringer Wald und dann auch in den Frankenwald gegangen, weil dort Energie und Rohstoffe vorhanden waren“, erläutert Christian Fröba. „Wir sind sehr tief in der Region verankert. Das Werk in Piesau wurde allerdings 1948 durch die DDR enteignet. Nach der Wende wurde der Standort wieder zurückgewonnen und seitdem immer weiter ausgebaut. In den nächsten 1,5 Jahren ist ein weiterer Umbau geplant.“

Im Zuge des Umbaus soll die Glashütte in Piesau als erste Glashütte der Welt komplett auf fossile Brennstoffe verzichten und hauptsächlich mit Strom betrieben werden. Damit soll der Standort unabhängig und zukunftssicher werden. Doch HEINZ-GLAS ist nicht nur in Sachen Nachhaltigkeit ein Pionier, sondern hat auch in der Vergangenheit die Branche immer wieder geprägt.

Bereits 1955 startete HEINZ-GLAS als erste Glashütte in der Bundesrepublik Deutschland mit HEINZ PLASTICS die Herstellung von Kunststoff-Verpackungsbehältern. Ein weiterer Meilenstein war der Einsatz einer vollelektrischen Klarglasschmelzwanne im Jahr 1971, die bis heute ein Alleinstellungsmerkmal des Unternehmens darstellt.

„Darüber hinaus hat die Familie Heinz früh mit der Internationalisierung begonnen“, ergänzt der COO. „Vor 25 Jahren haben sie begonnen, das Unternehmen breiter aufzustellen und global auszubauen. In diesem Jahr haben wir das neue Werk in China in Betrieb genommen.“

Alles aus einer Hand

HEINZ-GLAS hat sich in der Nische der Glasflakons und Tiegel für die Parfüm- und Kosmetikindustrie positioniert. Mit den individuell gestalteten Flakons und Tiegeln aus Klarglas, weißem Opalglas oder Feeder-gefärbtem Farbglas gehört das Familienunternehmen aus Oberfranken heute zu den Weltmarktführern der Branche.

Der Betrieb übernimmt nicht nur die Inhouse-Entwicklung, den Formenbau sowie die Produktion mit absoluter Hochtechnologie, sondern auch die Veredelung. Zu den vielfältigen Veredelungstechniken gehören Mattierung und Sandstrahlung, ein- und mehrfarbige Farbbesprühung, Metallisierung, Lasern, Tampon- und Siebbedruckung, Prägung, Beklebungen sowie die Lasergravur. Für ein komplettes Produkt fertigt die HEINZ PLASTICS die passenden Verschlüsse.

„Wir können alles aus einer Hand bieten, von der Entwicklung, Produktion bis hin zur Logistik“, fasst Christian Fröba zusammen. „Wir haben diese Fähigkeiten nicht nur an einem Standort, sondern an allen Produktionseinheiten. In dieser Breite des Spektrums sind wir ziemlich einmalig.“

Designinnovationen

Trotz einer Unternehmensgeschichte von mehr als 400 Jahren überzeugt HEINZ-GLAS seine Kunden immer wieder mit Innovationen. „Das Schöne am Werkstoff Glas ist, dass er sehr stark formbar ist, und die Formungsmöglichkeiten mit Glas übersteigen die von Kunststoff bei weitem“, bemerkt Christian Fröba. „Das sorgt immer wieder für Designinnovationen. Darüber hinaus braucht es für Themen wie die Leichtigkeit der Behälter sehr viel Erfahrung und Know-how.“

Auch in der Veredelung gibt es Neuheiten wie zum Beispiel antibakterielle Lacke oder die Kombination von Dekorationsmöglichkeiten. Die Kunden haben immer wieder neue Ideen, die dank der langen Tradition und Erfahrung sowie dem beispiellosen Einsatz und Know-how der Mitarbeiter umgesetzt werden können.

Vorreiter bei Nachhaltigkeit

Mit einer Mischung aus Tradition, Erfahrung und Innovationsgeist hat sich HEINZ-GLAS über viele Jahrzehnte und Generationen als führender Hersteller im internationalen Markt für Glasflakons und Tiegel etabliert. Um auch in der Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben, beschäftigt sich das Unternehmen mit unterschiedlichen Themen.

„Nachhaltigkeit war für uns schon immer ein starker Treiber“, erläutert der COO. „Aktuell ist die Energiethematik in Europa ein großes Thema. Wir brauchen in der Glasindustrie sehr viel Energie und seit Anfang 2022 sind wir sehr intensiv im Austausch mit der Politik, um Lösungen für die Zukunft unserer Branche zu finden. Mit dem Projekt für eine Glashütte ohne fossile Brennstoffe in Piesau gehen wir einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunftsfähigkeit.“

Auch die Kunden von HEINZ-GLAS beschäftigen sich immer intensiver mit dem Thema Nachhaltigkeit. Mit einem Tool zur Berechnung der Treibhausemissionen auf das Gramm genau hat der Familienbetrieb erneut seine Position als Vorreiter beim Thema Nachhaltigkeit unter Beweis gestellt. Mit dem weltweit ersten PCF-Tool zur exakten Berechnung der CO2-Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette für die Kunden, das durch den TÜV SÜD verifiziert wurde und damit auch den ISO-Normen entspricht, leistet HEINZ-GLAS einen wichtigen Beitrag zu einem bewussten Umgang mit den Ressourcen der Erde.

Ein weiterer Baustein für die Zukunftsfähigkeit der Glashütte ist die Produktionseffizienz. „Um das Wachstum weiter zu fördern, müssen wir in der Produktion immer effizienter werden“, sagt Christian Fröba. „Die Themen Automatisierung und Digitalisierung beschäftigten uns sehr stark. Die Glasproduktion ist ein Hüttenbetrieb, der 24/7 im Schichtbetrieb läuft. Wir versuchen, die Arbeitsplätze so attraktiv und interessant wie möglich zu gestalten und unterstützen unsere Produktionsmitarbeiter mit moderner Technik, um ihren Job zu vereinfachen. Unser größtes Kapital sind unsere Mitarbeiter, die sich seit vielen Generationen für unser Unternehmen einsetzen. Gemeinsam setzen wir uns weiter unermüdlich dafür ein, für unsere Kunden Glas in seine schönste Form zu bringen.“

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