Emsländer, die sich nicht verbiegen lassen

Interview mit Jonas Feldhaus, Geschäftsführer der TEKTON BENDING GmbH & Co. KG

Wirtschaftsforum: Herr Feldhaus, die TEKTON BENDING GmbH ist ein Familienunternehmen, das einerseits seiner Kernkompetenz, der Rohrbiegetechnik, immer treu geblieben ist, andererseits immer wieder neue Herausforderungen annimmt und erfolgreich meistert. Wie drückt sich diese Offenheit und Flexibilität in der Unternehmensgeschichte aus? 

Jonas Feldhaus: Die Geschichte von TEKTON BENDING ist eng mit meinem Vater verbunden, der das Unternehmen gegründet und geprägt hat. Als gelernter Bergmann hat er viele Jahre unter Tage gearbeitet, bis irgendwann der Wunsch aufkam, den Kopf im wahrsten Sinne des Wortes wieder freizubekommen. Er studierte Architektur, machte sich nach dem Studium selbstständig und war unter anderem als öffentlich bestellter vereidigter Sachverständiger tätig. 

Wirtschaftsforum: Erst Bergmann, dann Architekt, heute Rohrbiegespezialist und Betreiber eines E-Ladeparks. Wie kam es zum erneuten Wandel?

Jonas Feldhaus: Es war immer klar, dass mein Vater und ich irgendwann etwas gemeinsam aufbauen wollten; dabei kristallisierte sich die Vorstellung einer metallverarbeitenden Manufaktur heraus. 2011 ergab sich die Möglichkeit, in Emsbüren ein in die Insolvenz geratenes Unternehmen zu übernehmen. Obwohl ich keinerlei Erfahrung hatte, war mir klar, dass ich diese Chance nutzen wollte, um mit meinem Vater ein eigenes Unternehmen aufzubauen. Das war der Startschuss für TEKTON BENDING. 
 
Wirtschaftsforum: Was kennzeichnet TEKTON BENDING heute? 

Jonas Feldhaus: Nach einer Umstrukturierung beschäftigen wir heute knapp 50 Mitarbeiter und setzen mit 100 Kunden 10 Millionen EUR um. Was die Struktur betrifft, haben wir das operative Geschäft der TEKTON BENDING von den Immobiliengeschäften der Feldhaus Immobilie GmbH & Co. KG getrennt, die sich auf die Verwaltung der Gebäude und Grundstücke konzentriert. Dazu gehört zum Beispiel unser Ladepark Tekton Charger Emsbüren, den wir auf unserem ehemaligen Mitarbeiterparkplatz verkehrsgünstig direkt am Autobahnkreuz A 30/A 31 errichtet haben und im September 2025 in Betrieb nehmen konnten. Es ist ein hybrider Ladepark für Pkw und Lkw und momentan der größte in der Region. Wir bieten hier Strom, den wir größtenteils aus unserer eigenen PV-Anlage generieren, dauerhaft für 49 ct an und hoffen, mit unserem auf Fairness und Transparenz ausgerichteten Konzept die Akzeptanz für E-Mobilität stärken zu können 

Wirtschaftsforum: Kerngeschäft bleibt nach wie vor die Biegetechnik. Wie sieht das Portfolio genau aus? 

Jonas Feldhaus: Wir fassen unsere Leistungen unter dem Begriff multidisziplinäre Metallverarbeitung zusammen und beschäftigen uns primär mit der Rohrbiegetechnik – einer sehr maschinenlastigen Arbeit. In der Regel bekommen wir ein Rohr, das wir auf das vom Kunden gewünschte Maß sägen; dafür stehen halbautomatische oder vollautomatische Sägemaschinen zur Verfügung. Im nächsten Schritt geht es um die Weiterbearbeitung der Rohrabschnitte mittels Biegemaschinen. Wir fertigen ausschließlich kundenspezifische Zeichnungsteile – bis zu 600.000 Einzelteile jährlich von Losgröße 1 bis zu 50.000 Stück. Der Abmessungsbereich reicht von 6 mm bis zu 130 mm Rohraußendurchmesser; hinzu kommen verschiedene Abstufungsbereiche. Egal, für welche Branche wir tätig sind, bei unseren Produkten geht es immer um fluide Anwendungen. Das heißt, durch die Bauteile fließen kaltes oder warmes Wasser, Kältemittel, Wärmemittel, Abgas oder Frischluft. Bei statischen Teilen wie Geländern sind wir nicht konkurrenzfähig. 

Wirtschaftsforum: Wer sind die Abnehmer der Produkte und warum entscheiden diese sich für TEKTON BENDING? 

Jonas Feldhaus: Wir sind im B2B-Bereich tätig und beliefern 40 verschiedene Branchen; Kunden in ganz Europa, zu 80% jedoch aus einem Umkreis von 200 km. Die Heizungsindustrie zählt zu den Hauptabnehmern. Wir biegen nicht nur Rohre, sondern bieten Endrohrbearbeitungen an, realisieren Anschlusssituationen in den Gewinden und stehen für besonders anspruchsvolle Geometrien zur Verfügung. Im Bereich der Oberflächenbehandlungen arbeiten wir mit externen Partnern aus der Region zusammen. Hinter diesen Leistungen steht die Vision, Kunden einbaufähige Komponenten an die Hand zu geben, die direkt in eine Maschine oder Anlage montiert werden können. Kunden schätzen neben unserer Fertigungstiefe auch unsere fundierte Beratung und den persönlichen Kontakt.

Wirtschaftsforum: TEKTON BENDING ist breit aufgestellt, was in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten von Vorteil ist. Wie beurteilen Sie die künftige Entwicklung? 

Jonas Feldhaus: Wir spüren große Unsicherheit am Markt, insbesondere in der Heizungsindustrie. Weil wir mit Rahmenaufträgen arbeiten, profitieren wir produktionsseitig von einer gewissen Grundauslastung. Trotz schwieriger wirtschaftlicher Bedingungen hoffe ich, nach der vergangenen Restrukturierung in Zukunft wieder zu wachsen. An Platz und Visionen mangelt es nicht, was fehlt, ist Planungssicherheit vonseiten der Politik. Zudem sind verlässliche Perspektiven der Kunden entscheidend. 

TEKTON BENDING GmbH & Co. KG
Paxtonstraße 6
48488 Emsbüren 
Deutschland 
Tel.: +49 5903 932820
info(at)tekton-bending.de
www.tekton-bending.de

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