Technologie für den Wandel in der Stahlindustrie

Interview mit Stefan Berger, Geschäftsführer der Danieli Germany GmbH

Vom Hochofen bis zur Bandanlage deckt die Danieli Gruppe mit Hauptsitz in Italien die gesamte Prozesskette der Eisen- und Stahlerzeugung ab. „Wir haben bei Danieli ein sehr ausgeprägtes Key Account Managementsystem und sind damit sehr nah an unseren Kunden“, sagt Stefan Berger, Geschäftsführer der Danieli Germany GmbH. „Wir sind in der Lage, vollständig integrierte Hüttenwerke zu bauen und ermöglichen damit die Produktion von Stählen in höchster Qualität. Wir als kleines Unternehmen in einem großen international tätigen Konzern können Synergien nutzen und unsere Position als Marktführer auf dem Gebiet von Elektrostahlwerken und Warmwalzwerken stärken.“

Innovative Technologie

Ein Teil von Danieli Germany ist die Marke Danieli Fröhling, sie geht auf das 1947 von Josef Fröhling gegründete Familienunternehmen zurück, das sich auf Spezialwalzwerke und Präzisionslängsteilanlagen für NE- und FE-Legierungen spezialisiert hat und seit 1999 zur Danieli Gruppe gehört. Die Danieli Germany GmbH hat seit 2007 ihren Produktionsstandort in Meinerzhagen in der Nähe zahlreicher Hidden Champions der deutschen Industrie. Von dieser Nähe zu den Kunden profitiert das Unternehmen und konnte in den vergangenen Jahren zahlreiche wichtige Aufträge akquirieren. Dazu gehört auch der Auftrag für eine Bonding-Anlage für den Fahrzeugkomponentenhersteller Mubea aus Attendorn.

„Mubea produziert unter anderem Bauteile für Elektrofahrzeuge und setzt in der Herstellung von Kühlplatten für Batteriezeilen auf unsere Technologie“, erläutert Stefan Berger. „Im Rahmen eines Bonding-Walzverfahrens werden zwei Aluminiumbänder aufeinander gewalzt. Trennmittel verhindern das Verkleben der Aluminiumbänder in bestimmten Bereichen, die später aufgeblasen werden, so dass Kühlschlangen entstehen. Diese Technologie ist extrem innovativ und verschafft unserem Kunden Mubea eine wichtige Marktposition in der Herstellung von Elektrofahrzeugen.“

Für eine klimaneutrale Produktion

Eine weitere Technologie, die die Innovationskraft der Danieli Gruppe unter Beweis stellt, ist die Direktreduktion. Direktreduktionsanlagen können die CO2-Emissionen bei der Erzeugung von Roheisen erheblich verringern und damit den Wandel der Stahlindustrie in Richtung einer klimaneutralen Produktion maßgeblich mitgestalten. Die Direktreduktionsanlagen werden unter dem Namen Energiron vertrieben und sind eine Gemeinschaftsentwicklung der italienischen Anlagenbauer Tenova und Danieli. Dabei wird Eisenerz mit einem Reduktionsgemisch zu festem Eisenschwamm reduziert und anschließend im Elektrolichtbogenofen zu Stahl geschmolzen. Neben Erdgas (CH4) kann auch grüner Wasserstoff als Reduktionsgas eingesetzt werden, so dass eine CO2-neutrale Eisen- und Stahlproduktion möglich ist.

Vision für die Zukunft

Innovative Technologien für eine effizientere und nachhaltige Produktion werden auch in Zukunft die weitere Entwicklung der Danieli Gruppe bestimmen. „Wir haben eine langfristige Vision, die von der Inhaberfamilie getragen wird“, so Stefan Berger. „ Wir sehen jetzt bereits, das Weiterverarbeiter wie Miele bereits heute grünen Stahl einsetzen und dafür Werbung machen. Es gibt Studien die gehen von bis zu 1000,- € pro Auto an Mehrkosten aus. Ich bin davon überzeugt, das die Endverbraucher bereit sind für grünen Stahl etwas mehr zu bezahlen. Für die Transformation der Stahlindustrie liefern wie unsere Anlagen in die ganze Welt.“

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Aktuellste news

Wie KI, virtuelle Welten und Robotik den Schulunterricht verändern könnten

Wie KI, virtuelle Welten und Robotik den Schulunterricht verändern könnten

KI, virtuelle Welten und Robotik prägen bereits Wirtschaft und Gesellschaft. Könnten sie auch den Schulunterricht neu gestalten? Während Unternehmen Produktionsprozesse automatisieren, Simulationen einsetzen und intelligente Systeme integrieren, bleibt der schulische…

Firmenkreditkarte oder Geschäftskonto-Karte? Ein Entscheidungs-Check für CFOs und Gründer

Firmenkreditkarte oder Geschäftskonto-Karte? Ein Entscheidungs-Check für CFOs und Gründer

Ob Ihr Unternehmen besser mit einer Firmenkreditkarte oder einer Geschäftskonto-Karte fährt, entscheidet sich selten am Design der Karte. In der Praxis geht es um drei Dinge, die Sie jeden Monat…

Präzision unter Zeitdruck

Interview mit Thilo Bollinger, Geschäftsführer der KoBo Service GmbH

Präzision unter Zeitdruck

Zwischen Kostendruck, Modernisierung und steigenden Qualitätsanforderungen investieren Getränkehersteller in leistungsfähige Technik – und brauchen Partner, die Umbauten und Neumontagen im laufenden Betrieb sicher umsetzen. Genau hier setzt die KoBo Service…

Aktuellste Interviews

Neue Lösungen für alte (und neue) Kältemittel

Interview mit Mario Schemann, Geschäftsführer der Beijer Ref Deutschland GmbH

Neue Lösungen für alte (und neue) Kältemittel

Als einer der weltweit führenden Anbieter von Kälte- und Klimatechnik verfügt das Unternehmen Beijer Ref auch in Deutschland über ein starkes Vertriebsnetz, das im Zuge der weiteren Verschiebung der Kundenanforderungen…

Verantwortung übernehmen im jagdlichen Fachmarkt

Interview mit Stefan Kolosser, Geschäftsführer der Huntivity Group GmbH

Verantwortung übernehmen im jagdlichen Fachmarkt

Mit klarer Vertriebsorientierung und starkem Markenfokus hat sich die Huntivity Group GmbH im jagdlichen Fachmarkt erfolgreich positioniert. Der Schwerpunkt liegt auf dem B2B-Großhandel und dem gezielten Aufbau eigener Marken. Geschäftsführer…

Speziallösungen aus dem Reinraum

Interview mit Tino Fiedler, Geschäftsführer der Kögel Filter GmbH - Contecma-Filtration

Speziallösungen aus dem Reinraum

Was in einer Privatwohnung begann, ist heute ein Hightechbetrieb mit internationaler Reichweite: Die Kögel Filter GmbH mit dem Markenauftritt Contecma Filtration ist ein Spezialist für individuelle Filtrationslösungen und Containment-Systeme in…

TOP