Digitale Kundennähe im Modehandel

Interview mit Stephan Bliek, Commercial Director der 2factors B.V.

Gegründet wurde 2factors 2015 von Harry Vuik und Freek van Lieshout – aus dem Wunsch he­raus, Kundendaten endlich zentral zu erfassen. „Ein Kunde wollte seine Daten nicht länger in Silos verwalten – daraus entstand TritonX“, erinnert sich Stephan Bliek, der seit 2002 in der Branche tätig ist. Heute gilt TritonX als führende Customer Data Plattform für die Fashion-Branche. Sie verbindet Kassensystem, Webshop und Kunden-App in Echtzeit und sorgt dafür, dass Händler immer auf denselben Datenstand zugreifen können. So entsteht ein präzises Kundenprofil, das Interessen, Kaufverhalten und Vorlieben abbildet – die Basis für gezieltes Marketing und moderne Loyalty-Programme. Seit 2023 gehört 2factors zum niederländischen Softwareinvestor Total Specific Solutions (TSS), der die internationale Expansion unterstützt. Das Team umfasst derzeit rund 15 Mitarbeiter am Standort Eindhoven.

Daten verbinden Welten – und schaffen Mehrwert für Händler

Die Stärke von TritonX liegt im hohen Integrationsniveau: Offline- und Onlinekanäle fließen zusammen, jede Transaktion wird automatisch dem Kundenprofil zugeordnet. „Unsere Kunden verfügen dadurch über eine einzige Wahrheit ihrer Daten“, so Stephan Bliek. Das System ist als Software-as-a-Service-Lösung aufgebaut und umfasst drei Module – Datenmanagement, Marketing und Loyalty. Über das Loyalty 3.0-Programm können Händler flexible Bonusmodelle gestalten, Punkte oder Privilegien vergeben und ihre Kundschaft über alle Kanäle hinweg binden. Integrationspartner wie Eazier, ProHandel und Easypos unterstützen die Implementierung. Bekannte Marken wie Van Uffelen, Only for Men, The Stone, Intersport, Skins Cosmetics, Van Os, L & T und Mode Steffen setzen bereits auf TritonX. Mit einem Exportanteil von rund 80% in der Benelux-Region und 20% in Deutschland konzentriert sich 2factors derzeit auf den Ausbau des deutschen Marktes über spezialisierte Vertriebspartner.
Umsetzungs-Partner für TritonX im deutschen Raum ist der CRM-Spezialist House of Commerce aus Fürth. Hier werden aktuell zwei namhafte Mode- und Möbel­einzelhändler bei der Einführung der Customer Data Platform sowie bei der Umsetzung von Couponing-Lösungen am Point of Sale begleitet. Nachhaltigkeit ist für das Unternehmen ein praktischer Effekt seiner Technologie: Wer seine Zielgruppen genau kennt, vermeidet Streuverluste – „statt 50.000 Kataloge zu drucken, wird gezielt kommuniziert“, so Stephan Bliek. Auch Retouren lassen sich reduzieren, weil das System Kundendaten intelligent nutzt. Als dynamisches Scale-up steht 2factors für kurze Wege, Kundennähe und eine hohe Serviceorientierung. Ziel ist es, den Customer Lifetime Value der Händler zu steigern – künftig sogar auf Ebene einzelner Profile. „Wir wollen zeigen, welchen Umsatz ein Kunde bringt und welche Kosten er verursacht“, sagt Stephan Bliek. Mit dieser Transparenz will das Unternehmen sein Wachstum in Europa fortsetzen und den Handel intelligenter und effizienter gestalten.

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