Mit klaren Szenarien durch volatile Energiemärkte
Interview mit Christoph Schicktanz, Geschäftsführer und Gründer der e-loops GmbH

Seit 2017 beschäftigt sich die e-loops mit Netzentgelten, Energiebeschaffung und Portfoliomanagement für Industriekunden. 2023 übernahm Christoph Schicktanz das Unternehmen im Rahmen eines Management-Buyouts. Zudem war die e-loops an internationalen Projekten beteiligt, darunter die Inbetriebnahme des Interconnectors zwischen Griechenland und Bulgarien.
Licht ins Dunkel bringen
Energieintensive Unternehmen müssen unter unsicheren Rahmenbedingungen weitreichende Entscheidungen treffen. Gas- und Strompreise bleiben volatil, CO2-Kosten verändern die Kalkulation, während der Druck zur Elektrifizierung wächst. Häufig fehlen jedoch Netzanschlusskapazitäten. „Wir haben es uns als Dienstleister zur Aufgabe gemacht, unsere Kunden an der Stelle bestmöglich zu unterstützen und Licht ins Dunkel zu bringen“, beschreibt Christoph Schicktanz den Ansatz. Um ihren Kunden Planungssicherheit zu geben, setzt die e-loops neben eindeutigen Prognosen auf individuelle und durchdachte Szenarien, immer mit Blick auf die aktuelle Preissituation und weltpolitische Gegebenheiten. Konkrete Maßnahmen können erhebliche Wirkung entfalten. Bei Industriekunden am Ferngasnetz prüft die e-loops, ob sich Buchungen optimieren lassen. Laut Christoph Schicktanz sind so Einsparungen im sechsstelligen EUR-Bereich pro Jahr möglich. Auch Flexibilitätsmanagement und Power-to-Heat-Lösungen können Effizienz und Dekarbonisierung voranbringen. Als Stärke sieht Christoph Schicktanz die energiewirtschaftliche Marktexpertise und ein Netzwerk aus Engineering-, Planungs- und Rechtspartnern. So könne das Team flexibel reagieren. Unabhängige Beratung bildet den Kern des Geschäftsmodells.
Energiewende ohne Scheuklappen
Eine vollständige Elektrifizierung sei für viele industrielle Prozesse kurzfristig weder technisch noch infrastrukturell realisierbar. Anschluss- und Planungszeiten könnten Jahre dauern. Deshalb plädiert Christoph Schicktanz dafür, Gasinfrastrukturen und Energieträger wie Biomethan einzubeziehen. „Erneuerbare Energien sind tatsächlich die Zukunft“, betont er. Entscheidend sei, Maßnahmen besser abzustimmen. In Deutschland stehen Dekarbonisierung und Energiewirtschaft im Mittelpunkt. Potenzial sieht Christoph Schicktanz auch in Osteuropa, wo Erfahrungen aus westeuropäischen Projekten übertragen werden können. Das Team greift bei Bedarf auf Kooperationspartner zurück.
„Der Kunde kommt natürlich immer an der ersten Stelle.“ Flache Hierarchien, ein faires Miteinander und pragmatische Beratung sollen aus Marktunsicherheit konkrete Handlungsoptionen machen.







