Saubere Luft statt Greenwashing

Interview mit Sonja Rüping, Geschäftsführerin der EURO-Filter GmbH

Günter Puschmann brachte langjährige Erfahrungen mit Luftfiltern und dem entsprechenden Markt mit, als er 1998 sein Handelsunternehmen gründete. Seine Tochter Sonja Rüping, die 2023 die Geschäftsführung komplett von ihrem Vater übernommen hat, hatte 2002 als eine von drei Mitarbeitern begonnen. Sie erzählt: „2008 haben wir angefangen, selbst Luftfilter zu produzieren – zunächst nur Taschenfilter.“ Aufgrund des starken Wachstums wurde eine Industriebrache mit einer Fläche von 25.000 m2 in der Riesestraße gekauft, bebaut und 2018 bezogen. Heute beschäftigt EURO-Filter dort 90 Mitarbeiter und konnte die Fertigungstiefe stark ausbauen. So werden heute an dem neuen Standort die hochwertigen Hepa-Filter „made in Dortmund“ hergestellt. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von neun Millionen EUR. Aus der Coronakrise ist das Familienunternehmen als Gewinner herausgegangen, denn, so Sonja Rüping: „Wir haben während der Pandemie nicht nur mehr, sondern auch viele hochwertige Luftfilter verkauft. Unser großer Bestand an Rohware war uns dabei eine große Hilfe.“

Filterlösungen für alle Fälle

Das Produktportfolio umfasst ein breites Angebot an Luftfiltern, die hauptsächlich in der verarbeitenden Industrie, aber auch im chemischen und medizintechnischen Bereich und in der Gebäude- und Haustechnik eingesetzt werden. Kernprodukt ist nach wie vor der Taschenfilter. „Wir sorgen für den richtigen Filter zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Der Kundennutzen steht immer im Vordergrund“, erklärt Sonja Rüping. Das neueste Produkt ist eine neue Variante des Taschenfilters nahezu vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen, die Ende 2024 auf den Markt kommen soll. „Damit sind wir die ersten auf dem Filtermarkt“, betont sie. Das Auslandsgeschäft betreibt EURO-Filter nicht aktiv, denn, so die Geschäftsführerin: „Im Inland ist unglaublich viel Potential. Und Luftfilter sind sehr voluminös und nicht leicht, was den Versand aufwendig und teuer macht.“ Die Geschäftspolitik des Unternehmens ist stark auf Nachhaltigkeit ausgerichtet, erklärt sie: „Wir wollen kein Greenwashing. Wir produzieren saubere Luft. Unser Ziel ist, ein Wohlfühlklima zu schaffen, in der Natur und am Arbeitsplatz. In Bezug auf Nachhaltigkeit möchten wir noch besser werden. Deshalb wollen wir einen Nachhaltigkeitsmanager einstellen.“

Die Kunden begeistern

In der Nische eines Nischenmarkts sei EURO-Filter Leistungsführer, betont die Geschäftsführerin und nennt die Gründe: „Wir haben einen soliden Filter mit einem überzeugenden Preis-Leistungs-Verhältnis. Zudem wissen unsere Kunden, dass sie sich auf unser Wort verlassen können und wir Lösungen für ihre Probleme finden. Wir setzen alles daran, am Ende einen begeisterten Kunden zu haben“, sagt sie. Zusatzleistungen wie das Erfüllen von Sonderwünschen bei der Zusammensetzung der Bestellung würden auf dem Markt sonst nicht geboten, erklärt Sonja Rüping.

Getragen von der Familie

Ihr Ziel für das Unternehmen ist, weiter gesund zu wachsen. „Vielleicht nicht ganz so schnell wie bisher, damit die Prozesse hinterherkommen.“ Und, das ist ihr ebenso wichtig: Die Mitarbeiter sollen sich an ihren Arbeitsplätzen wohlfühlen. Ihre Mitarbeiter sieht die Geschäftsführerin als Teil der Familie. EURO-Filter ist durch und durch ein Familienunternehmen, berichtet Sonja Rüping, deren Eltern, Schwester und Schwager in der Firma tätig sind. Ihr Ehemann leitet das Unternehmen mit ihr gemeinsam, und ihre Tochter hat gerade ein Praktikum gemacht. Sie selbst wusste schon als Teenager, dass sie das Unternehmen einmal übernehmen möchte. Ihre beiden Kinder sind bald in diesem Alter. „Wer weiß, vielleicht wird das für sie auch interessant und ich kann die Firma später auch an die nächste Generation übergeben. Das wäre ein großes Glück.“

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