Das saarländische „Schnellboot“ der Arzneimittelprüfung

Interview mit Dr. Markus Limberger über die Quasaar GmbH

Ein Name als Programm: Qualität aus dem Saarland

Als Dr. Markus Limberger und Dr. Christoph Jacobs Quasaar 2015 gründeten, war dies eine bewusste Entscheidung für unternehmerische Freiheit und das Saarland. Beide hatten hier Chemie studiert und in einem mittelständischen Labor Führungserfahrung gesammelt. Als dieses von einem Großkonzern übernommen wurde, reifte der Entschluss zur Neugründung: „Uns hat das kleine mittelständische Unternehmen, in dem wir gearbeitet haben, ganz gut gefallen“, erinnert sich Dr. Markus Limberger.

Der Name „Quasaar“ ist ein Akronym für „Qualität, Saarland“. „Wir stehen zum Saarland als Standort, sonst wären wir nicht hiergeblieben“, betont der Geschäftsführer. Was mit weniger als zehn Mitarbeitern in Überherrn begann, ist heute ein GMP- und FDA-qualifizierter Dienstleister mit knapp 40 Experten. Der Aufbau erforderte Geduld, da Kundenqualifizierungen in der Branche oft drei bis vier Jahre dauern. Quasaar nutzte diese Zeit, um sich durch die Übernahme technisch anspruchsvoller Entwicklungsprojekte und Transfer dieser in die regulatorisch anspruchsvolle GMP-Phase einen Namen zu machen.

Wachstum durch regulatorische Weitsicht

Ein strategischer Hebel war, neben dem Kerngeschäft mit Fertigarzneimtteln und Wirkstoffen, die frühe Ausweitung des Service auf Hilfsstoffe (Excipients) wie Laktose oder Zitronensäure, deren regulatorische Anforderungen seit 2015 massiv verschärft wurden. Quasaar weitete Analytik und Stabilitätslagerung auf diese Stoffe aus. 2022 folgte der Umzug nach Bexbach – eine logistische Meisterleistung. „Mit einem Labor für Arzneimittel umzuziehen ist ungefähr so, als wenn man einen fahrenden Zug auf ein neues Gleis setzen will. Man darf den nicht anhalten“, erklärt der promovierte Chemiker. In Bexbach entstand ein hochmodernes Laborzentrum, das heute auch globalen Pharma-Riesen als Partner dient.

Die Renaissance der räumlichen Nähe

Die Corona-Pandemie wirkte als Katalysator: Da globale Lieferketten rissen, rückte das „Labor um die Ecke“ wieder in den Fokus. „Räumliche Nähe und direkte Verfügbarkeit waren auf einmal wieder ein absoluter Added Value“, so der Firmenchef. Die Lage im Saarland – nah an den Pharma-Hubs Rhein-Main, Basel und Benelux – wurde zum strategischen Trumpf.

Heute agiert Quasaar oft als „Schnellboot“ und „Know-how Enabler“ für Großkonzerne. Besonders beim Tech-Transfer punktet das Team durch flache Hierarchien. Dass Quasaar maßgeblich an der Markteinführung globaler Blockbuster-Präparats beteiligt war, erfüllt die Geschäftsführung mit Stolz: „Unsere Daten wurden weltweit bei den Behörden eingereicht und gelobt“.

Technologie und der „Faktor Mensch“

Trotz modernster computergestützter Systeme und einer weit fortgeschrittenen Digitalisierung bleibt für Dr. Markus Limberger der persönliche Kontakt das Herzstück des Geschäfts. Während Künstliche Intelligenz (KI) bereits bei der Datenauswertung und Trendanalyse hilft, setzt das Unternehmen bewusst auf eine familiäre Zusammenarbeit mit den Kunden. „Bei uns spricht der Mensch mit dem anderen Menschen, der ein Problem hat. Das ist ein Vorteil, den wir sehr stark in die Waagschale werfen“, unterstreicht er.

Kombinationsprodukte als Chance

Für 2026 und darüber hinaus strebt Quasaar ein kontrolliertes Wachstum auf 50 bis 80 Mitarbeiter an, um flexibel zu bleiben. Technologisch rücken innovative Arzneiformen wie Implantate oder Combined Devices (Kombination aus Arzneimittel und Medizinprodukt) sowie der Medizinproduktemarkt in den Fokus. Quasaar beweist, dass ein mittelständisches Unternehmen durch Spezialisierung und regulatorische Exzellenz einen globalen Markt aktiv mitgestalten kann. Über allem steht die unbedingte Patientensicherheit und die Null-Fehler-Toleranz, der sich Dr. Markus Limberger, Dr. Christoph Jacobs und Ihr Team jeden Tag aufs Neue mit höchster Präzision verpflichten.

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