Metalle in Maßanfertigung: Ein heimlicher Treiber der deutschen Industrie

Maßfertigung beginnt mit Präzision

Ob Profile, Rohre, Bleche oder andere Ausgangswerkstoffe: Damit die in der deutschen Wirtschaft zum Einsatz kommen können, ist zunächst Präzision gefragt. Ob in der verarbeitenden Industrie, im Baugewerbe oder dem Handwerk, kleine ebenso wie große Teile müssen passen - in die eigene Produktionskette oder als Endprodukt unmittelbar zur späteren Verwendung. Die Metallbauindustrie sorgt genau dafür, wobei maßgeschneiderte Zuschnitte im Regelfall noch mit verschiedenen speziellen Legierungen kombiniert werden - zum Beispiel Titan, Edelstahl oder Aluminium.

Geschuldet ist das den konsequent hohen Anforderungen auf Auftraggeberseite ebenso wie den vielen unterschiedlichen späteren Einsatzzwecken der Metallprodukte. Da kommt es nämlich nicht "nur" auf die Maße an, sondern nicht minder auf die Eignung von Oberflächen oder dem Materialverhalten bei mechanischer oder thermischer Belastung. Der international den Deutschen seit jeher nachgesagte Hang zur maximalen Präzision, kommt der Branche hierbei zu Gute. Anders als die aktuellen Entwicklungen in den USA: Die sorgten zuletzt für erhebliche Exporteinbrüche der deutschen Stahl- und Metallindustrie.

Hier kommt maßgeschneiderter Metallbau zum Einsatz

Anders als bei einem Maßanzug oder Hochzeitskleid, wo zwangsläufig notwendig ist vor Ort Maß zu nehmen, genügen für präzise und maßgeschneiderte Metallprodukte schon die Maße allein - anschließend können Handwerker, Unternehmer und die Industrie im Onlineshop für Metalle die jeweiligen Stücke direkt individuell angefertigt bestellen.

Die fertigen Bauteile durchlaufen im Anschluss zahlreiche unterschiedliche Wirtschaftszweige. In der Elektrobranche dienen sie als individuelle, passgenaue Gehäuse, in der Architektur können sie für Verrohrungen und als Fassadenelemente zum Einsatz kommen, Maschinen lassen sich damit ebenfalls verkleiden. Feinmechanische Komponenten setzen zudem eine kontinuierlich hohe Toleranzgenauigkeit voraus. Die spielt auch in neuartigen Verfahren und Innovationen eine Schlüsselrolle: So wird in der medizinischen Forschung beispielsweise seit wenigen Jahren bereits mit Metall-3D-Drucken experimentiert, um die Implantatverfügbarkeit zu steigern.

Legierungen sorgen für Anpassungsfähigkeit

Jeder Werkstoff selbst bringt bereits eigene Eigenschaften mit. Die sind aber zumindest nicht unveränderbar in Stein gemeißelt, mit geeigneten Legierungen lassen sich viele Eigenschaften nachträglich verändern oder hinzufügen. Die Auswahl ist auch da entsprechend groß:

  • Aluminiumlegierungen sind korrosionsbeständig und verformbar
  • Edelstahl ist für seine rostfreien und hygienischen Eigenschaften bekannt
  • Kupferlegierungen schaffen elektrische Leitfähigkeit und sind antibakteriell
  • Titanlegierungen sorgen für thermische und physische Robustheit bei leichtem Eigengewicht


Letztere finden vor allem in der Raumfahrt und Medizintechnik Anwendung, während Edelstahl in der heimischen Küche ebenso wie der Lebensmittelindustrie vorzufinden ist. Aluminiumlegierungen werden indes unter anderem von den großen deutschen Autobauern sowie an Fassaden verwenden.

Das unterstreicht die Bedeutung des Metallbaus für die deutsche Wirtschaft in ihrer Ganzheit: Nicht nur im Inland, auch mit historisch hohen Exporten sorgt der Industriezweig für Wachstum - genau das wird durch die jüngst verkündeten Zölle aber gefährdet.

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