Mehr schaffen in weniger Zeit

Interview mit Stefan Apfel, Geschäftsführer der Apfel GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Apfel, Sie sind gelernter Landmaschinenmechaniker und Maschinenbaumeister, haben 1988 Ihr Unternehmen gegründet und aus der Not heraus eigene Betriebseinrichtung entwickelt. Was genau bedeutet dies?

Stefan Apfel: Begonnen haben wir als klassische verlängerte Werkbank für größere Unternehmen und haben nach und nach in moderne Technologie investiert, die wir auslasten wollten, auch um eigene Produkte zu fertigen. Das Problem war, dass wir aufgrund von Platzmangel keine geeigneten Einrichtungsgegenstände fanden, die in unser Preisbudget passten und unsere Probleme lösten. Deshalb haben wir uns Gedanken gemacht und eigene Lösungen entwickelt. Als diese Eigenentwicklungen auch bei Branchenkollegen auf großes Interesse stießen, haben wir irgendwann begonnen, die Produkte, die wir ursprünglich für uns selbst entwickelt hatten, Dritten zum Verkauf anzubieten. 

Wirtschaftsforum: Bei den Produkten geht es um Betriebseinrichtungen aus Metall. Wie sehen diese genau aus? 

Stefan Apfel: Wir sind heute ein Art Entwicklungshaus. Wir sehen, wo es Probleme gibt und können alles optimieren, was nach einer Werkzeugmaschine beginnt; egal, ob es dabei um eine Laser-, Abkant-, Stanz-, Kunststoffspritz-, Fräs- oder Drehmaschine geht. Für die Produktivität eines Unternehmens ist es nicht wichtig, wie schnell eine Maschine arbeitet, sondern wie schnell die nachfolgenden Prozesse sind. Wie schnell finden Mitarbeiter das Zubehör? Ist es griffbereit, ergonomisch und für jeden verständlich? Genau hier setzen wir mit unseren Produkten an. Wir wissen aus eigener Erfahrung, worauf es wirklich ankommt; das ist unser großer Vorteil. Deshalb funktionieren unsere Lösungen, sie sind durchdacht und ausgereift. Neben Produkten ist unser Name gerade in Sachen Marketing ein wichtiger Pluspunkt. Zeitgleich mit unseren Lösungen kam das iPhone von Apple auf den Markt, einer Marke, die sehr positive Assoziationen auslöst.
 
Wirtschaftsforum: Können Sie Beispiele für typische Apfel-Lösungen geben? 

Stefan Apfel: Wir haben Schweißarbeitsplätze mit höhenverstellbaren, fahrbaren Tischen entwickelt. Mit dem Komplettsystem können zwei vollwertige Schweißarbeitsplätze versorgt werden. Über schwenkbare Auslegarme erfolgen Absaugung, Strom- und Pressluftversorgung. Ähnlich wie in einem OP-Saal oder beim Zahnarzt kommen sämtliche Werkzeuge von oben; auf dem Boden findet man keine hinderlichen Kabel. Durch die integrierte Schweißrauchabsaugung der Klasse W3 bleibt die warme Luft im Winter in der Halle, wodurch zusätzlich viel Energie eingespart wird. Ein anderes Beispiel ist unser Elektrotransporter eMuli, der bis zu 250 kg transportieren und mit einer Geschwindigkeit von bis zu 15 km/h eine Strecke von 40 km fahren kann. Für Mitarbeiter ist dieser kompakte, mobile Helfer, der alle benötigten Werkzeuge und Materialien direkt zur Anwendung bringt, eine enorme Entlastung. Überdies kann er offiziell für die Straße zugelassen werden. Er ist eine echte Alternative zum Stapler oder Lastenfahrrad und wir hoffen, dass dies in Zukunft noch deutlicher erkannt und eventuell gefördert wird. Auch mit unseren Verschieberegalen setzen wir neue Standards. Dank hochverdichteter Lagerung wird nur ein Gang benötigt, Lagerräume werden damit optimal ausgenutzt. Das Besondere ist, dass wir keine Bodenschiene brauchen. Unser erstes entwickeltes Verschiebregal kam in einem Kühlhaus mit einer Breite von 6 m zum Einsatz und wir konnten die Lagerfläche verdoppeln. Jetzt wird nicht nur auf gleicher Fläche doppelt so viel gelagert, sondern dabei auch noch Energie eingespart. Das Regal ist modular aufgebaut und kann entsprechend angepasst und erweitert werden. In Krisenzeiten, wie wir sie gegenwärtig erleben, ist die Frage nach der sinnvollen Nutzung vorhandenen Platzes essenziell. Wir bieten zu dieser Frage auch entsprechende Beratungen an – und setzen Ideen anders als die meisten Beratungsfirmen auch um. Wie das genau funktioniert, können sich Interessierte bei uns in Dossenheim anschauen, wo Maschinen sogar übereinander stehen. Wichtig ist, die Mitarbeiter zu überzeugen; sie müssen offen für Veränderungen sein. Deshalb führe ich gern Beispiele aus dem privaten Leben an. Zum Beispiel setzt sich niemand vor eine laufende Waschmaschine, sondern nutzt die Zeit sinnvoll für andere Beschäftigungen. Ähnlich ist es bei uns. Wir machen Prozesse effizienter und schlanker und schonen den Menschen. 

Wirtschaftsforum: Apfel hat sich mit den Produkten große Anerkennung bei renommierten Kunden wie Mercedes, VW oder Trumpf verschafft. Wie soll es in Zukunft weitergehen? 

Stefan Apfel: Hier sind alle froh, dass meine Tochter Lea inzwischen ins Unternehmen eingestiegen ist und für die Bereiche Marketing und Vertrieb verantwortlich ist. Sie wird unter anderem die Digitalisierung vorantreiben. Außerdem sind viele neue Ideen in der Pipeline, um bei unseren internen Prozessen noch besser und schneller zu werden. Wir haben ein tolles Mitarbeiterteam, viele junge, engagierte Kräfte, und blicken deshalb opimistisch nach vorn. Viele Ideen kommen übrigens von unseren Mitarbeitern. 

Apfel GmbH
Gerhard-Hauptmann-Straße 56
69221 Dossenheim
Deutschland
Tel.: +49 6221 87610
info@apfel-gmbh.de
www.apfel-gmbh.de

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