DARIA US baut, wo andere Urlaub machen

Der Traum beginnt selten mit einem Bauplan. Er beginnt mit einem Urlaub. Zwei Wochen Golfküste, ein Bootsausflug durch die Kanäle von Cape Coral, ein Abend am Wasser. Irgendwann, meist auf dem Rückflug, fällt der Satz, der alles verändert: Warum eigentlich nicht?

Mehr als 300 Sonnentage im Jahr, keine Einkommensteuer auf Staatsebene, eine gewachsene deutsche Community: Florida zieht deutsche Familien und Investoren seit Jahrzehnten an. Cape Coral, die Kanalstadt an der Golfküste, hat diesem Traum eine Adresse gegeben. Deutsche Bäckereien gibt es hier, deutsche Ärzte, deutsche Stammtische. Und immer öfter Häuser, die Deutsche bauen lassen.

Zwischen dem Traum und dem Einzug liegt allerdings ein Weg, der mit Deutschland wenig zu tun hat.

Ein anderes System

In Deutschland reicht eine Baugenehmigung. In Cape Coral braucht ein Einfamilienhaus 31: für Fundament, Rohbau, Elektrik, Sanitär, Dach, Pool. Jeder Abschnitt wird einzeln geprüft und abgenommen. Gebaut wird nicht mit Backstein, sondern mit stahlarmierten Betonsteinen auf einer Bodenplatte. Keller gibt es keine, dafür Fenster, die einem Hurrikan standhalten müssen.

Was nach Bürokratie klingt, hat einen einfachen Grund: Das Haus soll stehen, wenn der Sturm kommt. Der Traum vom Leben am Wasser ist hier auf Beton gebaut, im Wortsinn.

Ein Detail zeigt, wie eigen dieses System ist: Wer auf dem Grundstück Burrowing Owls entdeckt, Floridas geschützte Grabeulen, muss die Baustelle ruhen lassen, bis lizenzierte Fachleute die Tiere umsiedeln. In Cape Coral hat selbst der Vogelschutz ein Wort beim Hausbau mitzureden.

Seit vier Jahren vor Ort

Frank Rahlf kennt diesen Weg von beiden Seiten. Der deutsche Unternehmer kommt seit rund drei Jahrzehnten regelmäßig nach Florida; sein Unternehmen hat er nach seiner Tochter Daria benannt. Seit rund vier Jahren baut DARIA US in Cape Coral, über zwei Dutzend Häuser hat das Team fertiggestellt. „Mit jeder Villa verbessern wir uns", sagt Rahlf. „Und die Stadt unterstützt uns zunehmend bei den Genehmigungen."

Inzwischen ist aus dem Bauunternehmen mehr geworden: eine Community deutschsprachiger Auswanderer und Investoren, mit eigener App, einem eigenen Fernsehkanal und Festen, zu denen mehrere Hundert Menschen kommen. Wer hier baut, kauft nicht nur ein Haus. Er findet Nachbarn, bevor der Beton trocken ist.

Im Oktober 2024 kam der Praxistest. Hurrikan Milton traf Floridas Westküste, Cape Coral lag im Einzugsgebiet. Rahlf und sein Geschäftspartner Patrick Lauber kehrten direkt nach dem Sturm zurück. „Null Schäden", sagt Rahlf. Kein zerbrochenes Fenster, kein beschädigtes Dach.

Was der Traum kostet

Ein Preisschild hat der Traum auch. Die Baukosten liegen je nach Lage und Ausstattung bei umgerechnet 2.150 bis 3.760 Dollar pro Quadratmeter, Grundstücke ohne Kanalzugang beginnen bei 120.000 Dollar, mit Kanal bei 350.000. Dazu kommen Posten, die deutsche Käufer selten auf dem Zettel haben, allen voran die Gebäudeversicherung: Am Wasser kostet sie schnell mehrere Tausend Dollar im Jahr. Seriöse Anbieter rechnen solche Posten von Anfang an mit vor.

Auf der anderen Seite der Rechnung steht die Vermietung. Wer sein Haus in den Wochen vermietet, in denen er nicht da ist, kann in Cape Coral mit 30.000 bis 43.000 Dollar Einnahmen im Jahr rechnen, vor Kosten. DARIA übernimmt die Verwaltung für Eigentümer selbst, für 6 bis 10 Prozent der Mieteinnahmen. „Wir verdienen nicht an hohen Gebühren", sagt Rahlf. „Wir verdienen daran, dass der Eigentümer bleibt."

Warum eigentlich nicht

Am Ende steht ein Haus, das anders gebaut ist als jedes deutsche: Beton statt Backstein, sturmfeste Fenster, 31-fach geprüft. Und ein Alltag, der aussieht wie früher der Urlaub. Morgens Kaffee am Kanal, abends Sonnenuntergang über dem Wasser, dazwischen ein Land, in dem Anpacken zum guten Ton gehört.

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