Petrobras-Aktie: Hohe Dividenden treffen auf politische Risiken

Die Dividendenhistorie von Petrobras zeigt, wie stark die Ausschüttungen eines profitablen Energiekonzerns schwanken können. Nach einer längeren Phase mit geringen Zahlungen stiegen die Dividenden ab 2021 kräftig an. Im Jahr 2022 erreichten sie einschließlich Sonderdividenden rund 6,08 US-Dollar je amerikanischem Hinterlegungsschein. Anschließend gingen die Ausschüttungen wieder deutlich zurück.
Dabei verfügt Petrobras über erhebliche wirtschaftliche Stärken. Der Konzern gehört zu den größten Ölproduzenten der Welt und fördert vor der brasilianischen Atlantikküste zu vergleichsweise niedrigen Kosten. Die reinen Förderkosten liegen teilweise unter sechs US-Dollar je Barrel. Auch die Verschuldung wurde gegenüber früheren Krisenjahren erheblich reduziert.
Ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor bleibt die Politik. Da der brasilianische Staat die Stimmrechtsmehrheit kontrolliert, können wechselnde Regierungen unterschiedliche Prioritäten bei Investitionen und Ausschüttungen setzen. Die hohe Dividendenrendite ist deshalb nicht mit einer dauerhaft verlässlichen Zahlung gleichzusetzen.
Für Anleger stellt sich damit weniger die Frage nach der aktuellen Rendite als nach deren Berechenbarkeit. Im Börsenticker über die Petrobras-Aktie diskutieren Luis Pazos und Allan Galecki, welche Chancen sich aus der niedrigen Bewertung ergeben und für welche Einkommensstrategien der Titel geeignet sein könnte.





