Japans Zinswende: Warum steigende Zinsen die Weltbörsen belasten könnten

Die internationalen Finanzmärkte haben über Jahrzehnte von einer Besonderheit der japanischen Geldpolitik profitiert: Während Kredite in anderen Währungen vergleichsweise teuer waren, konnten sich Investoren in Yen nahezu zinslos finanzieren. Das geliehene Kapital floss anschließend beispielsweise in amerikanische Aktien und andere höher rentierende Anlagen.
Diese als Yen-Carry-Trade bezeichnete Strategie beruht auf zwei Voraussetzungen. Die Erträge der erworbenen Anlagen müssen die Finanzierungskosten übersteigen, und der Yen darf gegenüber der Anlagewährung nicht zu stark aufwerten. Verändert sich eine dieser Bedingungen, kann das Geschäft unrentabel werden.
Besonders problematisch ist der häufig hohe Fremdkapitaleinsatz. Müssen Investoren ihre Positionen auflösen, verkaufen sie Wertpapiere und kaufen Yen zurück, um ihre Kredite zu tilgen. Der entstehende Verkaufsdruck kann weitere Marktteilnehmer zu ähnlichen Schritten zwingen. Eine solche Kettenreaktion könnte auch Börsen außerhalb Japans treffen.
Hinzu kommt, dass japanische Versicherungen und Pensionsfonds zu den bedeutenden internationalen Kapitalgebern gehören. Werden heimische Anleihen wieder attraktiver, könnte Kapital nach Japan zurückfließen. Welche Folgen diese beiden Entwicklungen haben könnten und weitere aktuelle Themen erläutert das Einkommensinvestoren-Blitzlicht.





