Handwerk mit Zukunft Interview mit Matthias Renner, CEO der GLAESER AG GLAESER investiert regelmäßig in Maschinen und ist offen für innovative Technologien Holz erlebt eine Renaissance. Als vielseitiger, langlebiger und natürlicher Werkstoff passt es perfekt in eine Zeit, die immer mehr Wert auf Qualität, Regionalität und Umweltbewusstsein legt. Mit dieser Wiederentdeckung wächst die Bedeutung des Tischlerhandwerks: Traditionelles Können verbindet sich mit modernem Design und innovativer Technik. Die GLAESER AG aus Baden in der Schweiz ist eine Schreinerei, die traditionelle Handwerkskunst und innovative Techno‑ logien verbindet, um außergewöhnliche Projekte in den Bereichen Möbelbau und Innenausbau zu realisieren. Wirtschaftsforum: Herr Renner, Matthias Renner: Wir unter‑ Wirtschaftsforum: Sind Sie mit Vitrinen mit Beleuchtungssystem. Sie sind CEO und Inhaber der scheiden zwischen den Sparten diesen Leistungen ausschließlich Die Komponenten stellen wir zum GLAESER AG, einer traditions‑ Retail‑Shop, Gastro‑Hotel, Insti‑ in der Schweiz tätig? Teil selbst her, zum Teil kaufen reichen Schreinerei aus dem tutionen und Schulen. Das heißt, wir sie zu. Mit dieser Vielfalt Schweizer Kanton Aargau. Wenn wir arbeiten für Hotels, Cafés, Matthias Renner: Natürlich liegt gehen unsere Arbeiten oft über wir zurückschauen, wie sah die Casinos, aber auch für Büros, der Schwerpunkt der Arbeit in der klassische Schreinerarbeiten hi‑ Unternehmensentwicklung in gro‑ Versicherungen, Banken, Spitäler Schweiz, aber wir realisieren Auf‑ naus. Dabei arbeiten wir eng mit ben Zügen aus? und Residenzen. Generell sind träge in der ganzen Welt – zum Architekten zusammen. wir im gehobenen Segment tätig, Beispiel in Melbourne, Australien. Matthias Renner: Die Schreinerei dazu zählen Vier‑ oder Fünfster‑ Aber auch Projekte in Tokio, Mon‑ Wirtschaftsforum: Sie selbst sind existiert seit 128 Jahren, wurde nehotels, hin und wieder auch te Carlo, London und New York gelernter Schreiner. Wie sind Sie 1898 in Baden gegründet; die Drei sternehäuser. Einen Spezi‑ stehen auf unserer Referenzliste. zu GLAESER gekommen? damalige Werkstatt lag an der albereich bildet der Vitrinenbau; Limmat, sodass Maschinen mit für Museen bauen wir Vitrinen, Wirtschaftsforum: Versteht sich Matthias Renner: Ich habe nach Wasserkraft betrieben wurden. In um wertvolle Exponate zu schüt‑ GLAESER als klassische Schrei‑ meiner vierjährigen Ausbildung den 1970er‑Jahren erfolgte der zen. Neben Sicherheitsaspekten nerei, die vor allem mit dem Werk‑ zum Schreiner in verschiedenen Umzug an den heutigen Standort; spielen Licht und Klimatechnik stoff Holz arbeitet? Betrieben gearbeitet, um an‑ seitdem ist GLAESER konstant eine zentrale Rolle. Für derart an‑ schließend eine Ausbildung zum gewachsen. Heute haben wir rund spruchsvolle Herausforderungen Matthias Renner: Wir arbeiten Holztechniker zu absolvieren. 60 Mitarbeiter und beschäftigen setzen wir eine Spezialbeleuch‑ zwar vorrangig mit Holz, aber Nach Auslandsaufenthalten in uns mit sehr spannenden Projek‑ tung ein, die wir selbst herstellen. je nach Auftrag auch mit Glas, Melbourne und London bin ich in ten. Zudem sind wir im Segment Metall und Kunststoffen. Wichtig die Schweiz zurückgekehrt, habe Schulmöbel tätig, ein kleiner, aber ist, dass wir ganze Anlagen reali‑ in einer Firma in der Ostschweiz Wirtschaftsforum: Um welche spannender Bereich. sieren, also zum Beispiel Theken gearbeitet, bevor ich zu GLAESER Projekte geht es dabei? mit integrierten Kühlanlagen oder kam. Da mein Vater mehr als 40 6 | www.WIRTSCHAFTSFORUM.de