„Django“ im Einsatz für Start-ups

Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner - Ein Mann für alle Fälle

Es weht ein frischer Wind über den Ballhausplatz und durch die Gassen Wiens, denn Django spornt an, treibt die Gründerland-Strategie seines Ministeriums voran: Bis 2020 sollen in Österreich 50.000 Neugründungen und 100.000 Arbeitsplätze geschaffen werden.

Internationale Start-ups nach Österreich geholt

Als Teil der Gründerland-Strategie des Wirtschaftsministeriums betreut die Ansiedlungsagentur ABA – Invest in Austria internationale Start-ups bei der Gründung in Österreich. Im Jahr 2015 konnten so bereits acht junge Unternehmen mit einer Gesamtinvestitionssumme von 2,7 Millionen Euro vom Standort überzeugt werden. Darunter befinden sich die innovative Uhren-Marke „What Watch“ (www.whatwatch.com) sowie die Firmen „Infotope“, die Lösungen für digitale Kommunikation bietet (www.infotope.com), und „Alimentaris“, die für Software im Lebensmittelbereich steht (www.alimentaris.eu).

Wachstumsmetropole Wien

Dass sich Wien in den vergangenen Jahren zur Wachstumsmetropole gemausert hat und zu den weltweiten Top Ten der Start-up Cities zählt ist, ist zweifellos auch der Verdienst Mitterlehners, der seit seiner Studentenzeit den Spitznamen „Django“ trägt – nach dem gleichnamigen Westernhelden. „Vienna is a very big start-up hub for the Central European region”, begründet TechCocktail – ein Online-Medienportal der internationalen Start-up-Szene – die Attraktivität der Donau-Metropole. Das dortige Pioneers Festival unterstreicht den Anspruch, das europäische Zentrum für die Internet- und Hightech-Avantgarde zu sein.

Tatsache ist auch: die Start-ups blühen in Wien wie die Almwiesen im Sommer. Nach der ersten Start-up-Studie für Wien hat sich der Anteil dieser Firmen an allen Gründungen von 2010 (5,2%) bis 2013 (7,6%) erhöht. Im Jahr 2013 waren von 8.403 neu gegründeten Unternehmen insgesamt 638 Start-ups, von denen die meisten in Wien angesiedelt sind. Die Gründerstimmung ist somit enorm in der Hauptstadt. Zudem sitzen dort nach einer Analyse der Wirtschaftsauskunftei Bisnode D&B viele der umsatzstärksten Unternehmen Österreichs, nämlich insgesamt 400 der 1.000 „Umsatzkaiser“ der Alpenrepublik.

Was sie brauchen, weiß Django. Alternative Finanzierungsmöglichkeiten will er ihnen eröffnen, den Start-ups und den mittelständischen Unternehmen. So zum Beispiel mit der Online-Plattform equityfinder.at, wo sie Zugang zu Risikokapital und Crowdfunding bekommen. Und auch zu den Business Angels: Das sind vermögende Personen, die Unternehmen mit Eigenkapital oder Management-Wissen unterstützen, sofern diese innovativ genug sind. Mitterlehner spricht dabei von der Stärkung des Wirtschaftsstandortes Österreich und der Innovationskraft der heimischen Unternehmen.

Diese Innovationskraft soll auch gestärkt werden durch eine intensive Kooperation zwischen Start-ups und etablierten Unternehmen. Österreichisches Paradebeispiel für eine solche Kooperation ist die Telekom Austria, die ihren eigenen A1 StartUp Campus gegründet hat. Bei solchen Kooperationen ist noch Luft nach oben. Hier will sich Mitterlehner einsetzen, denn Start-ups sieht er als Impulsgeber für Innovationskraft und Unternehmergeist. Das sorge für Bewegung und Arbeitsplätze. Umgekehrt benötigen die jungen Unternehmen Kapital.

Doch damit alles wie geschmiert weiterläuft, muss Bundesminister Mitterlehner erst die „Bösen“ besiegen. Sage und schreibe 110.000 nationale und europäische Vorschriften überfrachten Österreich, rechnet Wirtschaftskammer-Präsident Christof Leitl vor. Sie belasten alle österreichischen Unternehmen. Django muss und will handeln. Es liegt noch nicht lange zurück, dass er die heimischen Unternehmen in einer Entbürokratisierung-Offensive einlud, vorzuschlagen, welche Gesetze und Vorschriften geändert werden sollten. Das Gute muss siegen. Wie es auch in jedem echten Western der Fall ist.

Zum Interview: „Unser Ziel ist eine Start-up-Politik, die motiviert statt reguliert“

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