Webcode:

Um einen Artikel aus dem Print-Magazin online zu lesen, geben Sie bitte nachfolgend den Webcode ein, der im Magazin unter dem Artikel zu finden ist.

https://www.getdigital.de - Gadgets und mehr für Computerfreaks

Megatrends bauen auf Holz

Interview mit Roman Fritz, Geschäftsführer der Rubner Holzbau GmbH

Social Share
Teilen Sie diesen Artikel

Schon 1926, als Josef Rubner in Kiens in Südtirol ein durch Wasserkraft betriebenes Sägewerk aufbaute, bewies er Weitsicht in ökologischer Hinsicht. „Seitdem hat sich das Unternehmen immer entlang der Wertschöpfungskette entwickelt“, berichtet Roman Fritz, Geschäftsführer und Verantwortlicher für Vertrieb und Technik der Rubner Holzbau GmbH. So folgte auf das Sägewerk der Aufbau eines Holzhandelsgeschäfts.

1964 wurde in Kiens, wo sich noch immer der Hauptsitz der Gruppe befindet, die erste eigene Gesellschaft für Holztüren gegründet. Sie fertigt Individualtüren für historische und moderne Gebäude. Als nächster Geschäftsbereich folgte 1966 die Produktion von Holzblockhäusern.

„1974 machte man einen großen Schritt mit der Gründung der Holzbau-Sparte, dem Ingenieurholzbau“, erzählt Roman Fritz weiter. Dessen ursprüngliches Hauptprodukt ist Brettschichtholz in Form großer Holzträger. Als Nächstes entstand die Plattenindustrie. Ein 1996 übernommenes Sägewerk in der Steiermark liefert heute Holzlamellen. „Da unsere Geschäftsbereiche die verschiedenen Stadien der Wertschöpfungskette abdecken, ergeben sich gute Synergien“, betont Roman Fritz, der seit Januar 2017 im Unternehmen ist.

Mit 1.300 Mitarbeitern, 30 Gesellschaften an 22 Standorten und einem Jahresumsatz von 350 Millionen EUR nimmt die Rubner-Gruppe eine führende Rolle auf dem europäischen Markt ein. Gleiches gilt für Rubner Holzbau im Bereich Ingenieurholzbau.

Im Zeichen des ökologischen Fussabdrucks

„Wir beliefern heute aus Niederösterreich den kompletten österreichischen Markt. Mit dieser lokalen Wertschöpfung handeln wir ganz im Sinne eines guten ökologischen Fußabdrucks“, so der Geschäftsführer. Aus Österreich werden außerdem unter anderem die Märkte in Deutschland, Frankreich und England geleitet. Das verarbeitete Holz stammt ausschließlich aus österreichischen Waldbeständen.

„Umweltaspekte sind uns wichtig. Wir toppen sogar die Umweltzertifikate“, sagt Roman Fritz stolz und erklärt weiter: „Durch die verschiedenen Standorte haben wir außerdem eine große Produktionskapazität – der Faktor Zeit ist sehr relevant. Zudem sind wir flexibel und können kurzfristig reagieren.“ Auch sein Ruf als fairer, verlässlicher Geschäftspartner macht das Unternehmen zu einer der ersten Adressen, wenn es um den Einsatz von Holz geht.

Digitalisierung ist kein Neuland

Einige große internationale Projekte, vor allem in Asien, hat Roman Fritz für 2018 auf der Agenda. In Kerneuropa sieht er den Wohnungsmarkt als zentrales Thema. Intern beschäftigen das Unternehmen Innovationsthemen sowie die neue Datenschutz-Grundverordnung, die Digitalisierung soll vorangetrieben werden.

„Der Holzbau gehört im weitesten Sinn zur Bauwirtschaft, ist aber im Grunde eine industrielle Fertigung. Wir haben schon seit vielen Jahren einen hohen Grad an Digitalisierung und Automatisierung. Im Vergleich zur klassischen Bauindustrie ist der Holzbau da schon weiter“, erklärt der Geschäftsführer. So wird bei Rubner schon lange mit CAD konstruiert, digitale Fertigungsprozesse werden genutzt und auch die Logistik ist digitalisiert.

Der schwierigen Suche nach Fachkräften begegnet Rubner mit weitgreifenden Ausbildungsprogrammen und engen Kooperationen mit Universitäten und Fachhochschulen. „Wir versuchen, uns intensiv um unsere Leute zu kümmern.“

Ein Markt mit Potenzial

Der Branche steht eine gute Zukunft bevor, ist Roman Fritz überzeugt, denn die Nachfrage nach Holz steigt. „Wir sind an einer Art Zeitenwende angelangt. Durch verschiedene Megatrends wie Umweltschutz, Urbanisierung, Wohnraumentwicklung, Fachkräftemangel in ganz Europa, zunehmenden Verkehr und die Notwendigkeit kurzer Bauzeiten gewinnt Holz als Material an Bedeutung. Seine Funktionalität können andere Materialien nicht bieten.“

Auch für die nächsten Jahre strebt das Unternehmen weiteres Wachstum an. Allerdings moderat und nicht um jeden Preis. Wichtiger sei es, die Werte des Familienunternehmens zu wahren. So soll die Gruppe, die derzeit in dritter Generation von den Cousins Peter und Stefan Rubner geführt wird, auch weiterhin in Familienhand bleiben.

Die folgende Familiengeneration, die derzeit noch studiert, bringt sich bereits zeitweise ins Unternehmen ein. Das Ziel des Geschäftsführers ist es, Rubner Holzbau auf dieser Basis als eines der führenden Holzbaubetriebe in Kerneuropa zu etablieren.

Bewerten Sie diesen Artikel
Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern
TOP