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Verkabelt für die Zukunft

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„Wir reden hier nicht vom allseits bekannten Haushaltskabel. Nexans Deutschland hat sich auf die Herstellung von Kabeln in Nischen- und Spezialanwendungen spezialisiert“, klären Dr. Dieter Fett, Werksleiter bei Nexans Deutschland, und Matthias Lemke, Produktionsleiter, auf. Und Nischen beziehungsweise Spezialgebiete gibt es so einige. Dabei sorgen die Produkte des Unternehmens dafür, dass jede Anwendung, jeder Prozess optimal funktioniert. Für den Verbraucher geschieht das quasi im Verborgenen.

„Der Großteil, über 55% unserer Produkte, wird im Bereich Automation eingesetzt. Sie werden beispielsweise für Leitungen in Roboter produziert, so genannte Schleppleitungen. Da diese Kabel im Roboter regelmäßiger Bewegung ausgesetzt sind, wenn er sich bewegt oder hin und her fährt, unterziehen wir die Kabel Belastungstests, sodass wir sicherstellen können, dass sie den Anforderungen standhalten.“

Industrie 4.0 ohne Kabel von Nexans Deutschland? Kaum vorstellbar. Auch die Bahn nutzt das Angebot, erklärt Matthias Lemke: „11% unserer Kabel verorten wir im Bereich der Bahn, hier werden die Kabel im Zug eingesetzt. Ein Beispiel ist das Kabel, das für den Notausgang benutzt wird. Dies muss höheren Temperaturen standhalten, damit bei Gefahr und Brand die Tür dennoch zu öffnen ist.“

Doch nicht nur in Bahnen, auch für Automobile kommen die Nexans-Kabel zum Einsatz. „9,5% unserer Kabel stellen wir für die Automobilindustrie her, ebenfalls in Nischenbereichen und für besondere Anforderungen. Hier werden sie oft in Motoren verwendet, wo natürlich Hochtemperaturen herrschen und die Kabel so gefertigt sein müssen, dass diese Temperaturen kein Problem für sie darstellen.

Weitere Anwendungen sind im Sicherheitssystem für das ABS oder die Bremsen.“ Neben diesen Branchen gäbe es aber viele weitere, die Nexans Deutschland beliefert, erklärt Dr. Dieter Fett. „Wir können sowohl Standardprodukte liefern, als auch Sonderlösungen für unsere Kunden entwickeln.“

„Im Bereich der Automobile wird durch die Zunahme von elektrischen Fahrzeugen auch eine Zunahme an Kabeln stattfinden.“ Dr. Dieter FettWerksleiter

In Deutschland gibt es insgesamt sechs Niederlassungen von Nexans. Der Mutterkonzern der Nexans Gruppe hat seinen Sitz in Frankreich. Innerhalb der Gruppe gibt es rund 100 Filialen und 26.000 Mitarbeiter. Allein 10.000 Mitarbeiter sind weltweit für die Automobilbranche tätig. In Deutschland gibt es über 1.800 Mitarbeiter in den verschiedenen Niederlassungen.

„Wir hier in Nürnberg sind ein Produktionswerk und für die Industrie zuständig. An diesem Standort haben wir zwei Alleinstellungsmerkmale. Zum einen haben wir eine eigene Entwicklung von Kunststoffmischungen. Diese Kunststoffe werden hier entwickelt und produziert, um anschließend die Kabel damit zu ummanteln. Diese Mischungen werden auch an andere Werke intern verkauft. Ein zweites Alleinstellungsmerkmal ist, dass wir innerhalb der Nexans Gruppe das einzige Werk sind, das eine eigene Strahlenvernetzungsanlage hat. Die Kabel werden bei dieser Methode mit Elektronen beschossen und sind dadurch besser vor hohen Temperaturen geschützt.“

Mit Blick auf die Zukunft wissen Dr. Dieter Fett und Matthias Lemke schon jetzt: die Verkabelung in der Industrie und anderen Bereichen wird noch weiter zunehmen. „Der Markt ist derzeit stark im Wachstum. Die Industrie 4.0 ist ein deutlicher Wachstumsfaktor und führt zu einer steigenden Nachfrage. Ebenso sehen wir hier die Automation. Im Bereich der Automobile wird durch die Zunahme von elektrischen Fahrzeugen auch eine Zunahme an Kabeln stattfinden, denn mehr Elektronik bedeutet mehr Verkabelung. Auch im Zuge der Energiewende gibt es positive Auswirkungen für unsere Industrie. Grundsätzlich sieht die Zukunft rosig aus: Die Nachfrage steigt und wir planen eine Ausweitung unserer Kapazitäten.“

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