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Innovativ aus Tradition

Portrait

Schwerpunkt der Aktivitäten der Kufner Textil GmbH ist die Produktion von Einlagestoffen für Sakkos, Hemden, Blusen und Hosen, wobei die Herrenkonfektion wiederum den größten Anteil hat. Ein Höchstmaß an Tragekomfort gewährleistet dabei die Neuentwicklung ‘Light & Shape’.

Trotz ihres geringen Gewichts bieten die in der Fachsprache ‘Placks’ genannten Textileinlagen ein Höchstmaß an Sprungelastizität und sind extrem formstabil.

Erhältlich sind sie in den Gewichtsklassen 85, 95 und 105 g/m². Die sowohl für Herren- wie auch Damenmode eingesetzten Placks wiegen bei einem Standardprodukt insgesamt rund 200 g. „Neben den gängigen Farbtönen produzieren wir auch bunte Einlagen, um die Kleidung noch abwechslungsreicher zu gestalten“, erläutert Ulrich Sogl, einer der beiden Geschäftsführer des Unternehmens.

Ultraleichte Innovation

Insbesondere für Damenoberbekleidung hat das Unternehmen in diesem Jahr ultraleichte Einlagen mit einem Gewicht von 17 bis 20 g entwickelt. Diese elastischen PA-Gewebe- und Rascheleinlagen gehören zur Kufner Haute Couture Linie und setzen mit ihrem geringen Gewicht und den hervorragenden Materialeigenschaften neue Maßstäbe für die Branche.

Dank der ultrafeinen Kufner Double Spot-Beschichtung werden selbst zarteste Oberstoffe ohne Probleme fixiert und harmonieren auszeichnet mit dem Oberstoff – und das alles, ohne dass die Stabilität leidet. Besonders hervorzuheben ist das neue seidenzarte Gewebe B321N90 aus feinsten Polyesterfilamenten, das auch nur 22 g/m² wiegt und sogar für die Leichtverarbeitung in der Herrenmode geeignet ist.

„Neben den gängigen
Farbtönen produzieren
wir auch bunte Einlagen,
um die Kleidung noch
abwechslungsreicher
zu gestalten.“ Ulrich Sogl Geschäftsführer

Neues Produktsegment

Seit 2006 entwickelt und produziert Kufner auch hochwertige technische Textilien. Dieses Segment macht aktuell rund acht Prozent des Gesamtvolumens aus, soll jedoch weiter ausgebaut werden. Von allen technischen Textilien entfällt mit 65 Prozent der Hauptanteil auf Produkte für die Automobilindustrie. Weitere Kunden sind Unternehmen, die Heimtextilien herstellen sowie die Polsterindustrie. Auch für Berufskleidung und Reinigungstücher werden die hochwertigen Produkte von Kufner eingesetzt.

Gegen elektromagnetische Strahlen

Höchste Kompetenz besitzt Kufner auch bei Stoffen, die elektromagnetische Strahlung nahezu vollständig abschirmen. Dieses innovative Produkt wird unter der Bezeichnung ‘XShield’ vermarktet. „Die Sparte der Textilien, die gegen elektromagnetische Strahlung schützen, wollen wir in Zukunft sehr stark forcieren“, versichert Geschäftsführer Ulrich Sogl.

Wegen der extrem hohen Abschirmung von mehr als 99 Prozent reicht eine Lage aus, die zudem äußerst leicht ist. Außerdem ist das Material weich und angenehm zu tragen. Einsatzmöglichkeiten bieten Fashion- und Freizeitkleidung, Heimtextilien, Automotive, Militär, Sport, Gesundheitswesen sowie Bau- und Elektroindustrie. Die Geschichte des Unternehmens beginnt 1862, als Bartholomäus Kufner seine Kufner Watte AG gründet. Das Unternehmen fertigt Watte als Verpackungsmaterial sowie zur Einarbeitung in Oberbekleidung. Bald schon ist die junge Firma Europas größter Hersteller von Watte und beliefert Kunden auf der ganzen Welt. Die folgende Generation mit Josef Adolf Kufner vollzieht erfolgreich den Wandel von der Watte zu Rosshaar als Einlagestoff.

Auch hier wird das Unternehmen schnell der zweitgrößte Produzent der Branche. Meilensteine sind die Erfindung der Rosshaarzwirnmaschine, die Übernahme verschiedener anderer Firmen sowie die Eröffnung neuer Standorte. Mit der Markteinführung der Fixiereinlage 1967 setzte Kufner abermals Maßstäbe für die Branche. Auch die folgenden Jahre waren durch Innovationen wie Double Spot, kettverstärkter Vliesstoff, Stretch 2000, Double Stretch und Kufner Couture geprägt. Bis heute hat Kufner weltweit über 100 Patente entwickelt. Hinzu kamen mehrere neue Produktionsstandorte im Ausland. Mit einer Neuausrichtung des Unternehmens sowie der neuen Geschäftsführung mit Walter Kraus und Ulrich Sogl stellte das Unternehmen 2009 die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft.

Standorte im Ausland

Heute unterhält Kufner neben dem Hauptsitz München Produktionsstandorte im deutschen Memmingen, in Weisskirchen (Österreich) und Küty (Slowakei). 2006 wurde eine neue Fabrik in Shanghai eröffnet, die sich aus einem Joint Venture- Projekt zu einer 100 prozentigen Kufner-Tochterfirma entwickelt hat.

„Die Sparte der Textilien,
die gegen elektromagnetische
Strahlung schützen,
wollen wir in Zukunft
sehr stark
forcieren.“ Ulrich Sogl Geschäftsführer

„Mit unserem chinesischen Standort wollen wir unsere Produktionskapazitäten deutlich ausweiten“, nennt Geschäftsführer Ulrich Sogl die Gründe, „besonders für die Märkte Asien und USA.“ Weitere Vertriebstöchter gibt es in Polen und Rumänien, wo auch ein eigenes Labor betrieben wird. Hinzu kommen weltweit 20 Tochterfirmen. Insgesamt beschäftigt Kufner 530 Mitarbeiter, davon 50 in München. Der Jahressumsatz beträgt 75 Millionen EUR.

Beste Referenzen

Zu den Kunden von Kufner gehören neben den Abnehmern technischer Textilien und diverser anderer Bekleidungsfirmen Topunternehmen wie Armani, Brioni, Calvin Klein und Gerry Weber. Vermarktung und Vertrieb erfolgen durch eigene Mitarbeiter, die ständig geschult werden. Fachmessen, auf denen Kufner präsent ist, sind die munich fabric start in München, die Intertextile Shanghai und die Moskauer Legprom. Der Anteil ausländischer Kunden beträgt 85 Prozent. Sie werden durch über 100 Vertriebsstandorte betreut. „Wir sind logistisch und im Service weltweit vernetzt und können unsere Kunden somit jederzeit erreichen“, nennt Ulrich Sogl einen bedeutenden Erfolgsfaktor.

Das ist ganz wichtig, denn Mitarbeiter von Kufner sind oft in der Produktion des Kunden, um sich zum Beispiel über die gefahrenen Temperaturen oder die Wartung der Maschinen zu informieren. Sämtliche Produktionsstätten bieten außerdem die gleiche Qualität und den gleichen technischen Support an. Einen hohen Stellenwert hat auch der Umweltschutz. Das nach ISO 14000 zertifizierte Unternehmen verfügt über ein eigenes Umweltmanagement, das für sämtliche Standorte nach den gleichen Standards arbeitet.

Neue Märkte erschließen

Für die Zukunft wollen die Verantwortlichen den Anteil technischer Textilien am Gesamtvolumen deutlich erhöhen, um Arbeitsplätze zu erhalten. Außerdem sollen neue Märkte erschlossen werden. Dabei sind Länder Süd- und Mittelamerikas wie Mexiko und Brasilien ebenso im Blick wie Osteuropa mit sehr guten Perspektiven, zum Beispiel in Kasachstan und Kirgisien. Dort ansässige Produzenten werden bereits in der Herstellung sowie in der Qualitätskontrolle geschult. So ist das Traditionsunternehmen bestens für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet.

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