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Inspiration und Bio für alle!

Portrait

Darüber hinaus ist er Kurator der Schweisfurth-Stiftung, die sich für eine zukunftsfähige Landwirtschaft engagiert, außerdem Mitglied im Aufsichtsrat von Greenpeace und nicht zuletzt Autor etlicher Bücher zum Thema ökologisch bewusste Ernährung. Seit Jahren ist er auch mit Leidenschaft Hotelier: Das wunderschön gelegene Gut Sonnenhausen in Glonn bei München baute er zu einem Seminar- und Tagungshotel aus, das seinesgleichen sucht: Geführt nach ökologischen Grundsätzen, mit biologisch erzeugten Nahrungsmitteln aus eigener Produktion und mit einer Vielzahl kultureller wie auch kulinarischer Angebote in einem herrlichen Ambiente ist es ein real existierender Ort wie aus einer besseren Welt.

„Ich liebe es, für Menschen etwas Gutes zu schaffen, Ihnen hier eine schöne Zeit zu bereiten“, sagt Georg Schweisfurth. „Ich bin ein handlungsorientierter Typ; von Hause aus Einzelhändler, habe ich mich lange gefragt, ob mir das genügt. Die Hotellerie macht mir einfach Spaß, und was ich dazu beitragen kann, damit sich Gäste aus aller Welt in Deutschland wohlfühlen, das tue ich auch.“

Getan hat Georg Schweisfurth in dieser Hinsicht bereits sehr viel, indem er das 1901 von Baron Adolf von Büsing Orville erbaute, 25 ha umfassende ehemalige Gestüt Gut Sonnenhausen nach und nach zu einem Schmuckstück unter den Hotels machte.

Ab 1996 wurden die Stallungen des Gutes, das sich seit 1985 im Besitz der Familie Schweisfurth befindet, zu Tagungsräumen umgebaut, Küche und Gastraum im Laufe der Jahre mehrmals vergrößert und ebenso gemütliche wie stilvoll ausgestattete Zimmer eingerichtet. Letztere haben mit dem ‚Einheitschic‘, wie er überall zu finden ist, nichts gemein, was Georg Schweisfurth besonders wichtig ist: „Wie sollen Hotelzimmer aussehen, in denen Menschen sich wohlfühlen? Wenn ich mir Prospekte und Zeitschriften ansehe, weiß ich, dass ich es so nicht haben will – so kalt. Menschen haben Sehnsucht nach Echtem, nicht alles so riesig, gern mit Holz, aber nicht rustikal, sondern gemütlich und echt.“ Fernseher und Minibars gibt es auf den Zimmern nicht – „nur viel Natur“, wie Georg Schweisfurth betont.

Aktuell hat das Hotel 78 Betten, doch sollen noch 50 hinzukommen, weshalb ein großer Anbau geplant ist, dessen Highlight eine Sauna mit Blick in den Wald sein wird. „Wir tragen damit der Tatsache Rechnung, dass der deutsche Eventmarkt der größte der Welt ist – größer als der amerikanische! Ein unglaubliches Business, an dem wir mit unserem Hotel teilhaben, denn auch Tagungen sind ja Events.“

Inspiration schöpfen

Das Haus hat seinen Gästen reichlich zu bieten, egal ob es sich um Verlagsmitarbeiter, Kulturschaffende, Angestellte von Banken, Führungskräfte aus der Industrie oder Privatpersonen handelt: die wunderschöne schlossartige Anlage, der familiäre Charakter, ein Ambiente, das Wohlbefinden und Gemütlichkeit ausstrahlt, viel Kunst und Schönes – unter anderem einen Skulpturenpark –, die Nähe zu München und vor allem viel, viel Natur. All dies wissen die Gäste zu schätzen. Und noch mehr, ist Georg Schweisfurth überzeugt: „All diese Menschen sehen, dass sie für ihr Geld wirklich etwas bekommen – eine Umgebung, aus der sie Inspiration schöpfen können. In kargen Räumen bleibt nicht viel hängen. Natur und Kunst bieten viel mehr Reflexionsmöglichkeiten.“

„Mir ist wichtig, dass unsere Angestellten gut miteinander harmonieren und gern zur Arbeit kommen.“ Georg SchweisfurthGeschäftsführer

25.000 Gäste pro Jahr

Darüber hinaus ist Georg Schweisfurth wichtig, dass das soziale Gefüge stimmt, denn wenn das Zwischenmenschliche unter den Mitarbeitern gut funktioniert, nutzt das auch dem Unternehmen. „Unsere Mitarbeiter kommen gern zur Arbeit, und das merkt man. Dafür habe ich als Inhaber zu sorgen. In Kleinigkeiten mische ich mich nicht ein, aber ich achte darauf, dass sich alle verstehen.“

Georg Schweisfurth kümmert sich um den Personalbereich, die Landwirtschaft, Baumaßnahmen und die Zahlen. Für den Hotelbetrieb steht ihm seine ‚rechte Hand‘, die Hotelleiterin Maren Reisser, zur Seite. 75 Mitarbeiter werden beschäftigt, 30 davon in Voll- und Teilzeit. Dazu kommen saisonbedingt noch Aushilfen. 25.000 Gäste kommen pro Jahr; der Jahresumsatz liegt bei drei Millionen EUR. Während der Woche finden auf Gut Sonnenhausen hauptsächlich Tagungen und Seminare statt, am Wochenende sind es vor allem private Feiern wie Geburtstage oder Hochzeiten. „Feiern kann man bei uns bis frühmorgens, in der Stadt gibt es das nicht“, ist der Geschäftsführer sich sicher.

Ökologische Landwirtschaft

Für Georg Schweisfurth, der in Deutschland zu den Pionieren der ökologischen Landwirtschaft und biologischen Erzeugung von Nahrungsmitteln gehört, steht außer Frage, dass die landwirtschaftliche Bewirtschaftung des 25-Hektar-Gutes nach den Prinzipien erfolgen muss, denen er sich seit Jahrzehnten verpflichtet fühlt: „Auf Sonnenhausen haben wir von Anfang an ökologischen Landbau betrieben. Bevor wir es zum Hotel umgebaut haben, war es die Zentrale für die Herrmannsdorfer Landwerkstätten, die unser ökologisches Unternehmen für Ackerbau und Viehzucht sowie Herstellung und Vermarktung frischer Lebensmittel sind“, blickt Georg Schweisfurth zurück.

Ein Großteil dessen, was in die Küche kommt, stammt aus eigener ökologischer Produktion, so zum Beispiel aus dem Gemüsegarten solche Spezialitäten wie russischer Kohl und blauer Blumenkohl. Die Fauna ist unter anderem in Form einer Herde bayerischer Bergschafe vertreten.

„Die züchten wir selbst. An den Schafen haben unsere Gäste viel Freude, sie erleben hier mit Garten- und Landbau sowie Tierzucht eine intakte Landwirtschaft mit allem, was dazugehört“, so Georg Schweisfurth. Insofern bilden eigene Veranstaltungen mit einerseits kulturellem und andererseits kulinarischem Schwerpunkt wie das Alpenspektakel, das Küchengarten-Event oder die Antiquitäten & Upcycling Design Tage – eine Art Land art-Veranstaltung – das dritte Standbein des Unternehmens.

Der gelernte Metzger Georg Schweisfurth bietet darüber hinaus Kurse zur Herstellung von Wurst und Sülze an und hat zusammen mit Simon Tress auch ein Buch zum Thema geschrieben: Fleisch – das ganze Tier. Etwas Besonderes hat er sich für Gäste einfallen lassen, die selbst gern kochen: In Zusammenarbeit mit der Firma Gaggenau, einem Hersteller von Küchenequipment, wurde ein ehemaliger Pferdestall zum Kochstall umfunktioniert. „Da herrscht bei den Gästen eine sehr ausgelassene Stimmung“, freut sich Georg Schweisfurth. Einmal im Monat gibt es auch eine Schwelgerei, bei der viele Gerichte in kleinen Portionen auf den Tisch kommen und Weine probiert werden.

Ein Ort zum Gesundwerden

Für das Marketing werden auf Gut Sonnenhausen alle Kanäle genutzt, von der klassischen Anzeigenwerbung über eigene PR, auch virtuell über Facebook und Instagram. Doch auch darüber hinaus ist man kreativ: So wird mit dem Sonnhausen Journal eine eigene kleine Zeitung herausgegeben, die das Haus vorstellt und von neuen Events berichtet. In Zukunft möchte Georg Schweisfurth Gut Sonnenhausen als einen Ort zum Gesundwerden mit Blick auf das Thema gesunde Ernährung noch stärker in den Fokus rücken.

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