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Mit viel Gefühl für die richtige Insel

Interview mit Farhad Vladi, Geschäftsführer der Vladi Private Islands GmbH

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Wirtschaftsforum: Herr Vladi, welche Idee steckt hinter diesem ungewöhnlichen Geschäftsmodell?

Farhad Vladi: Das fing vor 50 Jahren im Februar 1969 in Form eines Briefes mit dem Angebot einer Insel zum Verkauf im Indischen Ozean an. Ich selbst hatte das Angebot eingeholt, aber als Student überhaupt nicht die finanziellen Mittel zum Erwerb. Ich habe die Offerte weitergeleitet und dann wurde diese Insel tatsächlich in Hamburg verkauft. Das war der erste Schritt des Unternehmens überhaupt. Die Käufer hatten dermaßen viel Freude an ihrer Insel, dass sie davon erzählten und so erreichten mich kurz darauf weitere Anfragen. Bis heute haben wir in Summe 2.700 Inseln weltweit verkauft.

Wirtschaftsforum: War Ihnen schnell klar, dass Sie Inseln zum Gegenstand Ihrer Karriere machen wollten?

Farhad Vladi: Ja. Ich stellte fest, dass die ersten Käufer hochrangige Geschäftsleute waren und keine klassischen Aussteiger. Da habe ich gedacht, das ist ein Markt. Mein Vater war eher skeptisch, was meine Ambitionen anging. Das war so, als wenn Ihr Sohn heute zu Ihnen sagen würde, er wolle Grundstücke auf dem Mond verkaufen. Er brachte mich dazu, eine Bankenlehre zu machen. Danach bin ich aber direkt ins Inselgeschäft eingestiegen und zum Glück dort geblieben.

Wirtschaftsforum: Woher wissen Sie eigentlich, wenn Inseln verkauft werden sollen und warum lohnt sich eine Insel als Investment?

Farhad Vladi: Zum ersten Punkt: Wir haben hier vor Ort ein Archiv in Hamburg von über 12.000 Inseln und sammeln ständig Informationen. Wir haben außerdem Kontakt zu sehr vielen Eigentümern und bekommen mit, wenn jemand verkaufen will. Das ist ein sehr persönliches Geschäft. Der eigentliche Verkauf verhält sich wie bei einer gewöhnlichen Immobilie und wird im Grundbuch festgehalten. Zum zweiten Teil der Frage: Es ist letztlich eine grundsolide Werthaltigkeit gegeben, gesichert durch den Eintrag im Grundbuch. Dazu kommt einfach die Tatsache, dass Inseln nur in begrenzter Zahl zur Verfügung stehen. Die Nachfrage übersteigt definitiv das Angebot.

Wirtschaftsforum: Wer kauft sich überhaupt eine Insel?

Farhad Vladi: Es ist eine breitere Zielgruppe, als man zunächst vermutet. Der Durchschnittskunde kommt bei uns aus dem gehobenen Mittelstand. Dabei kontaktieren uns über 90% aller Kunden über mündliche Empfehlungen. Vom Kaufpreis her liegt die Spanne zwischen 50.000 und 30 Millionen USD. Celebrities und sehr Vermögende bevorzugen es, Inseln zu mieten, die wollen nicht an einem Ort exponiert sein.

Wirtschaftsforum: Wo liegen für Sie die Gründe für den Erfolg Ihres Unternehmens?

Farhad Vladi: Es ist ein kleiner, relativ neuer Markt, den wir maßgeblich mitbestimmen. Ich vergleiche unsere Tätigkeit immer mit der von Gemäldehändlern. Inseln sind so wie Gemälde, keine sieht genauso aus wie die andere. Das ist bei der Eigentumswohnung anders. Eine Insel ist ein Kunstwerk der Natur und entfaltet ihre eigene Energie. Apropos Kunst; aktuell bieten wir an der französischen Atlantikküste, die Insel an, auf der Claude Monet gearbeitet hat. Das wäre ein perfektes Beispiel für ein einzigartiges Flair.

Wirtschaftsforum: 50 Jahre sind eine lange Zeit. Woher bekommen Sie die Energie, mit dem Unternehmen weiterzumachen?

Farhad Vladi: Es ist wahnsinnig motivierend, wenn man in einem Geschäftsfeld arbeiten kann, das man selbst erschlossen hat. Dann arbeite ich unheimlich gern mit den Leuten zusammen, das gilt auch für die Käufer. Außerdem gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken. Gerade ist mir eine Möglichkeit bei den Falkland Inseln angeboten worden. Da muss ich schauen, was daraus wird, spannend ist es allemal.

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