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Europas Nummer eins für Luftbefeuchter und -reiniger

Interview mit Alfred Hitzler, Geschäftsführer der Venta-Luftwäscher GmbH

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Wirtschafsforum: Andere Menschen in Ihrem Alter sind lange im Ruhestand. Warum ist das für Sie keine Option?

Alfred Hitzler: Ich war immer der Meinung, dass es etwas Tolles ist, wenn man etwas bewegen kann und sein eigener Herr ist. Daran habe ich so viel Freude, dass ich mit 78 Jahren immer noch der Geschäftsführer bin. Und die Mannschaft empfindet es immer noch als positiv, wenn ich im Haus bin. Für mich wäre es fürchterlich, wenn das Leben nur aus Golfspielen und Blumenzüchten bestehen würde.

Wirtschafsforum: Wie spiegelt sich Ihr persönlicher Antrieb im Unternehmen wider?

Alfred Hitzler: In Europa sind wir seit vielen Jahren die Nummer eins. Wir sind in der Dokumentation als Hidden Champion aufgeführt und haben zahlreiche Auszeichnungen bekommen. Nun besteht die Möglichkeit für uns, Weltmarkt- und Technologieführer zu sein. Das ist mein Antrieb.

Wirtschafsforum: Wie hat Ihre Erfolgsgeschichte angefangen?

Alfred Hitzler: Luftverschmutzung war schon in den 1970er-Jahren ein Thema, damals gab es häufiger Smog-Alarm. 1981 wollte ich was machen zum Thema Luft und habe die Technologie des Luftwäschers entwickelt. Angefangen haben wir mit der 5er-Serie: ein eigenes Produkt ohne die bis dahin üblichen Filtermatten. Das war ein Erfolg von Anfang an.

Wirtschafsforum: Wo steckt heute das Potenzial der Venta-Luftwäscher GmbH?

Alfred Hitzler: Wir fühlen uns als Marketing- und Vertriebsunternehmen mit den Produkten, die wir entwickelt haben, für den Massenmarkt. Alle 35 Millionen Haushalte in Deutschland sind potenzielle Käufer. Im Vordergrund aber steht der weltweite Ausbau. 70% unserer Produkte gehen in den Export. In China, Japan und Südkorea zum Beispiel verbuchen wir eine immer größere Nachfrage. Die Notwendigkeit der Luftreinigung ist dort sehr groß. Jetzt möchten wir unseren Umsatz nochmals um 50% steigern.

Wirtschafsforum: Wie soll das gelingen?

Alfred Hitzler: Durch Investitionen in unsere Produkte, Erhöhung der Fertigung und einer noch stärkeren Internationalisierung des Vertriebs. In die Produktentwicklung der 6er-Serie mussten wir ein paar Millionen EUR investieren, außerdem sehr viel Geld in die Entwicklung der Filter für Feinstäube PM025. Sie filtern feinste Feinstäube. Das ist für uns sehr wichtig.

Wirtschafsforum: Was bedeutet das in Stückzahlen?

Alfred Hitzler: Aktuell produzieren wir jährlich 170.000 Geräte. 100.000 zusätzliche wollen wir produzieren. Dazu haben wir das Nachbargrundstück in Weingarten gekauft, um die Fertigung erweitern zu können.

Wirtschafsforum: Inwieweit verfügen Sie über die Mitarbeiter, die das stemmen können?

Alfred Hitzler: Wir sind eine Art Familie, in der sich jeder wohlfühlt und Mitarbeiter mit Stolz sagen können: Ich arbeite für die Firma Venta. Im Umkreis von Weingarten sind wir als Unternehmen bekannt, das sehr positiv gesehen wird. Das Thema Fachkräftemangel stellt sich aktuell für uns nicht. Ich habe schon immer dafür gesorgt, dass wichtige Mitarbeiter keinen Grund haben, das Unternehmen zu verlassen. Nur so kann man im Massenmarkt erfolgreich sein: Wenn man die richtigen Mitarbeiter hat, die sich zum Unternehmen gehörig fühlen.

Wirtschafsforum: Stichwort Industrie 4.0: Inwieweit beeinflusst die Digitalisierung Ihre Produktion und Produkte?

Alfred Hitzler: Industrie 4.0 ist natürlich ein Thema für uns. Aber wichtiger noch ist der Einfluss auf unsere Produkte. Alle sind mit WiFi  und Apps ausgestattet. Das ist vor allem auf dem asiatischen Markt, aber auch in den USA ein sehr großer Trend.

Wirtschafsforum: Um noch einmal auf den Ausgangspunkt und die Sache mit dem Rentenalter zurückzukommen. Wie lange möchten Sie noch im Unternehmen in verantwortlicher Position aktiv sein?

Alfred Hitzler: Langfristig möchte ich mich aus dem operativen Geschäft zurückziehen und in den Beirat wechseln. Meine Frau ist auch im Unternehmen, sie hat den amerikanischen Markt aufgebaut. Das war privat nicht immer ganz einfach für uns. Unsere Tochter studiert noch. Wenn sie den Drang hat, das Unternehmen zu übernehmen, dann kann sie das machen. Das kann aber noch ein paar Jahre dauern. Mein Ziel ist es, noch so lange aktiv zu sein.

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