Schreibwaren im Umbruch – Vielfalt als Stärke

Interview mit Felix Bredenkamp, Geschäftsleiter und Kai Wysocki, Teamleiter Vertrieb der Stanger Produktions- und Vertriebs GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Bredenkamp, Herr Wysocki, Stanger blickt auf eine lange Geschichte zurück. Welche Entwicklungsschritte waren besonders prägend?

Felix Bredenkamp: 2005 zerstörte ein Brand das Werk und machte den Neubau am heutigen Standort nötig. 2021 folgte, mitten in der Coronakrise, der Verkauf an die Technima-Gruppe. Trotz der Umstellung profitieren wir heute von deren Erfahrung und Strukturen und sind strategisch klarer und stärker aufgestellt.

Kai Wysocki: Auch wenn ich erst seit 2024 dabei bin, spüre ich diesen Wandel deutlich. Für mich war es reizvoll, ein Unternehmen in Transformation mitzugestalten.

Wirtschaftsforum: Wie stellt sich die Struktur heute dar?

Felix Bredenkamp: Stanger gehört zur Division ‘Hobby and Paint’ der Technima-Gruppe mit drei weiteren Firmen in Frankreich und Italien. Produziert wird ausschließlich in Espelkamp. Wir arbeiten daran, die Division stärker zu bündeln und Synergien zu nutzen; zugleich bleibt der Standort für uns zentral – auch wegen des persönlichen Austauschs.

Kai Wysocki: Auch für den Vertrieb ist diese Einbindung wichtig, um Märkte wie Frankreich gezielt zu erschließen und langfristig zu wachsen.

Wirtschaftsforum: Herr Wysocki, seit wann sind Sie Teil des Unternehmens und welche Veränderungen haben Sie selbst mit angestoßen?

Felix Bredenkamp: Sein Einstieg kam zur richtigen Zeit. Wir befanden uns im organisatorischen und kulturellen Umbau, und seine Erfahrung brachte frische Impulse.

Kai Wysocki: Seit März 2024 bin ich bei Stanger; zuvor war ich in der Baubranche tätig. Gemeinsam mit dem Team habe ich den Vertrieb neu strukturiert: klare Trennung von Vertrieb und Auftragsabwicklung, Ausbau des Außendienstes – etwa mit einem Ansprechpartner für Frankreich – sowie die Einführung eines Key-Account-Managers für den Einzelhandel.

Wirtschaftsforum: Welche Produkte prägen heute das Portfolio?

Felix Bredenkamp: Wir decken vier Bereiche ab: Schreibwaren, Klebstoffe, Aerosole und Künstlerbedarf. Besonders stark sind wir bei Klebern und Markierungssprays, die in der Gruppe eine Schlüsselrolle haben. Ein Alleinstellungsmerkmal ist unsere Präsenz in allen vier Kategorien: eine Stärke, die zugleich Komplexität durch die breite Produktpalette mit sich bringt.

Kai Wysocki: Diese Breite eröffnet viele Zielgruppen, erfordert aber auch, zahlreiche Kanäle gleichzeitig zu bedienen.

Wirtschaftsforum: Welche Zielgruppen sprechen Sie damit konkret an?

Felix Bredenkamp: Unsere Produkte sind in vielen Kanälen präsent – vom LEH mit Edeka oder Rewe über technische Großhändler bis zu Elektromärkten. Besonders spannend sind unsere Lösungen für den Homeoffice-Bereich, etwa das Druckluftreiniger-Set. Grundsätzlich freuen wir uns über jeden Kunden, unabhängig von der Branche.

Kai Wysocki: Die Breite unserer Zielgruppen ist auch für den Vertrieb ein Vorteil, da wir dadurch flexibel auf Marktanforderungen reagieren können.

Wirtschaftsforum: Wie ordnen Sie das Thema Digitalisierung ein?

Felix Bredenkamp: Digitalisierung ist für uns ein Etappenprozess. Wir haben mit Tools wie Microsoft Teams, digitalen Freigaben und zentralisierten Systemen aufgeholt. Jetzt geht es darum, die Basis zu festigen, bevor wir Themen wie KI angehen.

Kai Wysocki: Dazu gehören auch die Reduktion der Druckerlandschaft, zentrale Systeme und mehr Homeoffice. So schaffen wir die Grundlage für moderne Zusammenarbeit.

Wirtschaftsforum: Wie ist die Unternehmenskultur bei Stanger?

Felix Bredenkamp: Früher liefen alle Entscheidungen über den Inhaber, heute fördern wir Eigeninitiative, neue Ideen und offenen Austausch. Der Kulturwandel ist ein langfristiger Prozess, doch Teamgeist und Verantwortungsbereitschaft haben sich bereits spürbar gestärkt.

Kai Wysocki: Diese Offenheit habe ich sofort erlebt – sie motiviert, sich einzubringen und Neues voranzutreiben.

Wirtschaftsforum: Welche Ziele haben Sie für die kommenden Jahre - und was treibt Sie dabei persönlich an?

Felix Bredenkamp: Wir wollen den Umsatz in fünf Jahren von 14 auf 20 Millionen EUR steigern – mit starkem Team, klarer Strategie und Impulsen aus der Division. Wichtig ist die Ausbildung junger Talente für neue Ideen und digitale Kompetenz. Mich motiviert, mit Freude zu arbeiten, Herausforderungen gemeinsam zu meistern und ein Umfeld zu schaffen, in dem sich alle wohlfühlen – und dabei erfolgreich sind.

Kai Wysocki: Für mich ist es die Chance, den Vertrieb strategisch weiterzuentwickeln und gleichzeitig an diesem ambitionierten Ziel mitzuwirken. Mich motiviert besonders, das Team voranzubringen und zu sehen, wie wir Schritt für Schritt wachsen.

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