Interview mit Brigitte Zypries, Bundeswirtschaftsministerin

„Start-ups werden Afrika nach vorne bringen“

Bei so viel Euphorie und Ideenfeuerwerk hat sich auf der „Start-up-Night! Africa“ am 26. Oktober 2017 für kurze Zeit das Gefühl eingestellt, Afrikas Wirtschaft könne quasi über Nacht aufblühen. So einfach ist es nicht, aber die Hoffnungsträger sind ausgemacht. Brigitte Zypries, scheidende Bundeswirtschaftsministerin und Gastgeberin der Start-up Night, zeigt sich im Gespräch mit Wirtschaftsforum überzeugt, dass es die Start-ups sind, die Afrika nach vorne bringen werden.

Wirtschaftsforum: Frau Zypries, was versprechen Sie sich von der „Start-up Night Africa“, die in Berlin stattgefunden hat? Ist sie als Initialzündung für ein großes wirtschaftliches Projekt zu verstehen, bei dem deutsche und afrikanische Start-ups sowie etablierte deutsche Unternehmen an einem Strang ziehen?

Brigitte Zypries: Also, ich verspreche mir davon zunächst einmal mehr Aufmerksamkeit für Afrika. Und natürlich mehr Aufmerksamkeit für die Bedeutung von Start-ups für Afrika! Ich bin sehr davon überzeugt, dass es die Start-ups sein werden, die Afrika nach vorne bringen.

Wirtschaftsforum: Dafür braucht es geballte Kraft aus Innovation und Kapital.

Brigitte Zypries: Eben darum haben Start-ups auf diesem Event alle möglichen Verbindungen mit etablierten deutschen und europäischen Firmen knüpfen können. Und im Einzelfall lässt sich eine ganz konkrete Zusammenarbeit vereinbaren.

Wirtschaftsforum: Welcher der Pitches hat Ihnen denn persönlich am besten gefallen?

Brigitte Zypries: Ehrlich gesagt, haben mir alle Pitches gut gefallen, ganz besonders aber die Lionesses of Afrika, die machen eine tolle Arbeit. Das ist eine großartige digitale Plattform für afrikanische Unternehmerinnen und Gründerinnen, die sich zusammen mit ihrer Firmenchefin Melanie Hawkins auf der Start-up Night Afrika präsentiert und neue Kontakte zu etablierten Firmen geknüpft haben. Ich glaube, dies ist sehr wichtig für die Nachhaltigkeit dieses Events.

„Berlin ist objektiv die City mit den meisten Start-ups in Deutschland. Aber natürlich gibt es außerdem ganz viele regionale Hubs."

Brigitte Zypries
Wirtschaftsministerin

Wirtschaftsforum: Sehen Sie Berlin als die Start-up-City Nummer eins in Deutschland?

Brigitte Zypries: Berlin ist objektiv die City mit den meisten Start-ups in Deutschland. Aber natürlich gibt es außerdem ganz viele regionale Hubs. Deutschland ist ein föderaler Staat und deswegen funktionieren Start-ups genauso gut im Umfeld der RTWH Aachen, in Hamburg, in Hannover – oder in Darmstadt [lacht ‒ bis vor kurzem war sie noch Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Darmstadt, Anm. d. Red.]

Interview: Dr. Tanja Glootz
Fotos: Dr. Tanja Glootz, Harry Soremski


Lesen Sie unseren Bericht zur Start-up Night als Plattform für afrikanische Unternehmen mit Potenzial: Das perfekte Angebot


Menschen im Fokus

Brigitte Zypries

CV in Zahlen

Geboren: 1953, Kassel

Werdegang: Nach dem zweiten juristischen Staatsexamen begann Brigitte Zypries ihre berufliche Karriere in der Rechtsabteilung der Wiesbadener Staatskanzlei. Von dort wechselte sie an das Bundesverfassungsgericht, wo sie drei Jahre wissenschaftliche Mitarbeiterin beim 1. Senat war. 1991 wurde sie Referatsleiterin, 1997 Abteilungsleiterin in der niedersächsischen Staatskanzlei. Von 1997 bis 2002 war Brigitte Zypries beamtete Staatssekretärin, bis 1998 im Niedersächsischen Ministerium für Frauen, Arbeit und Soziales, von November 1998 bis Oktober 2002 im Bundesministerium des Innern. Von Oktober 2002 bis September 2009 war Brigitte Zypries Bundesministerin der Justiz. Seit 2005 ist sie direkt gewählte Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Darmstadt und Darmstadt- Dieburg. Am 27. Januar 2017 wurde sie zur Bundesministerin für Wirtschaft und Energie in der Großen Koalition ernannt. Bis dahin war sie Parlamentarische Staatssekretärin in diesem Ministerium und zuständig für Informationstechnologie (IT) und Außenwirtschaft. Sie ist zudem die Koordinatorin der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt.


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