„Nutzen stiften statt Gewinn maximieren“ Interview mit Mit klarer Haltung, einem feinen Gespür für Marktveränderungen und einem tiefen Ver- ständnis für die Bedürfnisse des Handwerks hat Michael Bader, Geschäftsführer der ma- gnetic GmbH & Co. KG, sein Unternehmen zu einem erfolgreichen Player im SHK-Bereich gemacht. Im Interview spricht er über Wachstum, Internationalisierung und Unterneh- menskultur – und über seine ganz persönliche Motivation. Michael Bader, Geschäftsführer und Inhaber der magnetic GmbH & Co. KG Wirtschaftsforum: Herr Bader, beiter sind in ganz Deutschland Estland, Lettland und Litauen, die magnetic GmbH & Co. KG im Einsatz. Seit zwei Jahren außerdem Norditalien, Kroatien blickt auf eine über 30-jährige haben wir auch eine Niederlas- Entwicklung zurück. Welche Mei- sung in Großbritannien. Derzeit und Österreich. Auch in Frank- reich sind wir aktiv. Darüber lensteine waren für Sie beson- beschäftigen wir insgesamt etwa hinaus haben wir Partner in ders prägend? 50 Mitarbeiter. Mexiko, Neuseeland, Slowenien, Rumänien und der Schweiz. Wir Michael Bader: Ein wichtiger Wirtschaftsforum: Was hat für wachsen seit 2007 im Schnitt um Wendepunkt war 2007. Da- Sie den Ausschlag gegeben, die etwa 20% jährlich. Dabei war kein mals haben wir entschieden, Niederlassung in UK zu etablie- Jahr im Minus. Es gab ruhigere nicht mehr an Endverbraucher, ren? sondern ausschließlich an das Handwerk zu verkaufen. Das war Michael Bader: Das ist tatsäch- Jahre, aber auch Spitzen mit 50% Wachstum. Unser Ziel ist es, wei- terhin zweistellig zu wachsen – ein klares Bekenntnis zum zwei- lich durch einen guten Kontakt allerdings mit Substanz, nicht nur stufigen Vertrieb – direkt, ohne zustandegekommen. Ein ehema- in Zahlen, denn Wachstum heißt Großhandel. 2014 folgte dann liger Kunde wollte dort etwas auf- für mich, sich jedes Jahr neu zu der Schritt zur Eigenproduktion. bauen – wir haben dieses Vorha- erfinden. Wie Reinhold Würth Ein Kunde bei der Befüllung und Nachspei- sung von Heizungswasser Zuvor waren wir ausschließlich ben gemeinsam umgesetzt. Der sagte: Wer zweistellig wachsen ser USP liegt im Service: Unsere Händler gewesen. Mit der ei- britische Markt ist spannend, und will, muss sich ständig neu erfin- Außendienstler bringen Zeit für genen Herstellung konnten wir so haben wir den Schritt gewagt. den. Das treibt mich an. den Kunden mit. Wir begleiten unsere Produktqualität besser Handwerker bei der Einführung steuern. Und seit 2016 bauen wir Wirtschaftsforum: Wie hoch ist Wirtschaftsforum: Das sind neuer Produkte – auch direkt auf unser Auslandsgeschäft aktiv Ihr Exportanteil und wie stellt beeindruckende Zahlen – worin, der Baustelle. Dazu bieten wir aus. Das hat sich sehr positiv sich die Umsatzentwicklung ins- denken Sie, unterscheidet sich kostenlose Wasseranalysen mit entwickelt. gesamt dar? magnetic von anderen Anbietern, worin liegen die Gründe für den Wirtschaftsforum: Wie ist Ihr Un- Michael Bader: Wir exportieren Erfolg des Unternehmens? ternehmen heute strukturiert? zwischen 12 und 15% unse- klarer Handlungsempfehlung. Und wir schützen den Hand- werker: Unsere Produkte sind nicht auf Internetplattformen rer Produkte – mit steigender Michael Bader: Unser Erfolg erhältlich, sondern ausschließ- Michael Bader: Unser Firmensitz Tendenz. Besonders gut laufen beruht im Wesentlichen auf lich im Fachhandel. Das schafft mit Lager, Fertigung und Verwal- derzeit Spanien, Schweden, drei Säulen: Zum einen ist Pro- Vertrauen. Ein weiterer wichtiger tung befindet sich in Untermünk- Norwegen, die Slowakei, Polen, duktqualität für uns Standard, Punkt ist Innovation: Heizungs- heim. Unsere Außendienstmitar- Tschechien und Belgien sowie kein Alleinstellungsmerkmal. Un- wasser ist oft der Schwachpunkt 8 | www.WIRTSCHAFTSFORUM.de