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Die Folgen der Flut

Wie schlimm trifft das Rekord-Hochwasser die Wirtschaft wirklich?

Noch sind die Folgen nicht genau absehbar – für Experten steht jedoch jetzt schon fest: Die „Jahrhundertflut 2013“ wird teurer als die letzte vor elf Jahren. Allein in Deutschland dürfte der volkswirtschaftliche Schaden im zweistelligen Milliardenbereich liegen. Doch welche Auswirkungen hat das Rekord-Hochwasser auf die Wirtschaft in den Hochwassergebieten?

Zerstörte Straßen, überflutete Flächen und schrottreife Maschinen – das Rekord-Hochwasser setzt der Wirtschaft in Ost- und Süddeutschland enorm zu. Vor allem für die ostdeutschen Bundesländer ist die Flut-Katastrophe ein harter Schlag, da die Wirtschaft ohnehin in der Rezession steckt. Laut Konjunkturbarometer des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) wird die Talfahrt durch die Flut verlängert: Nach einem Minus von 0,6% im ersten Quartal sinkt das Bruttoinlandsprodukt im zweiten um 0,2%, so die Prognose.

Die IWH-Experten begründen diese Zahl mit den Ausfällen an Produktion in Landwirtschaft, Industrie und Baugewerbe und an Leistungen des Handels sowie des Gast- und Verkehrsgewerbes in den unmittelbar betroffenen mitteldeutschen Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Experten hoffen auf Konjunkturimpulse durch Wiederaufbau

Ganz anderer Meinung ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in ihrem aktuellen Mittelstandsbarometer. Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW-Bankengruppe sieht in der Flut in Süd- und Ostdeutschland vorerst kein Konjunkturrisiko. Begründung: Schlüsselstellen sowohl in der Infrastruktur, z. B. wirtschaftlich relevante Häfen, als auch in den Produktionsketten, wie in der Chemischen Industrie, scheinen bisher intakt, so Zeuner. Für konkrete Zahlen sei es noch zu früh.

Einig sind sich die Experten von KfW und IWH darin, dass vom Wiederaufbau nach der Flut in den betroffenen Regionen mittel- bis langfristig positive Konjunkturimpulse ausgehen, etwa für den Bau. Wie nach der großen Flut im Jahr 2002 sollen die einsetzenden Anstrengungen zur Begrenzung und Beseitigung der Schäden die Wirtschaft wieder beflügeln. Das wird auch nötig sein, denn laut ersten vorläufigen Schätzungen dürften die Gesamtschäden im zweistelligen Milliardenbereich liegen. Festlegen wollen sich die Experten erst, wenn das Wasser weg und das ganze Ausmaß der Schäden sichtbar ist.

Augusthochwasser 2002 bisher teuerste Naturkatastrophe in Deutschland

Rückblende: Im August 2002 wurde Ostdeutschland binnen Stunden zum Katastrophengebiet. Mit einem geschätzten Gesamtschaden in Höhe von rund 9,1 Milliarden Euro war das damalige Hochwasser die bisher teuerste Naturkatastrophe in Deutschland. Allein in Sachsen richteten die Wassermassen Schäden von etwa 6 Milliarden Euro an.

Insgesamt 14.300 sächsische Betriebe waren damals von der Flut betroffen und mussten Sachschäden in Höhe von rund 1,7 Milliarden Euro verkraften. Das geht aus einer Untersuchung der Deutschen Rückversicherung und des Deutschen GeoForschungsZentrums in Potsdam hervor. Demnach kommen zu den direkten Sachschäden auch noch nicht bezifferte Verluste durch Betriebsunterbrechungen und Umsatzeinbußen. Diese erreichten laut Studie selbst bei geringen Überflutungstiefen ein erhebliches Ausmaß, wenn beispielsweise die zentrale Produktionstechnik beschädigt wurde.

KfW ruft wieder „Aktionsplan Hochwasser“ ins Leben

Um der mittelständischen Wirtschaft in den Hochwassergebieten auf die Beine zu helfen, hatte die KfW damals betroffenen Unternehmen sowie Privathaushalten zinsgünstige Kredite bereitgestellt. Nach eigener Auskunft wurden knapp 1.200 Kredite in einem Volumen von rund 78 Millionen Euro zugesagt.

Auch auf die aktuelle Flut-Katastrophe hat die staatliche Förderbank reagiert und einen „Aktionsplan Hochwasser“ ins Leben gerufen. Damit stellt sie Unternehmen, Privathaushalten und Kommunen Kredite in einem Gesamtvolumen von zunächst 100 Millionen Euro zu besonders günstigen Konditionen zur Verfügung. Zusätzlich erklärte sich die KfW dazu bereit, bei Bedarf die Förderbanken betroffener Bundesländer preiswert zu refinanzieren. Die Hilfsleistungen sind Teil eines Zehn-Punkte-Programms der Bundesregierung.

Unternehmen im Fokus

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Produkte für die weltweite Stahlindustrie

Das ist Tradition! Das bereits im Jahre 1770 vom damaligen Landesherren von Salzburg gegründete Eisenwerk Sulzau-Werfen befindet sich seit 1899 ununterbrochen im Besitz der Familie Weinberger. Das Unternehmen – in Tenneck bei Werfen im schönen Land Salzburg gelegen – soll auch in Zukunft dauerhaft im Familienbesitz bleiben; nicht zuletzt deshalb wurde das Unternehmen in eine Stiftung eingebracht, womit sichergestellt ist, dass ein Verkauf des Eisenwerkes aus persönlichen Gründen oder singulären Interessen praktisch unmöglich gemacht wird.

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